Zusammenfassung

  • Pavlenka ist in Bremen die neue Nummer eins.

  • Der Torhüter profitiert von seiner Ausstrahlung.

  • Auf die Herausforderung Bundesliga freut sich der Tscheche.

Köln - Der SV Werder Bremen hat eine neue Nummer eins: Jiri Pavlenka. Der tschechischer Nationaltorwart war ein Wunschspieler der Verantwortlichen um Geschäftsführer Frank Baumann. Der freut sich über die Verpflichtung eines "relativ kompletten" Torhüters. Das muss der 25-Jährige jetzt in Bremen zwischen den Pfosten unter Beweis stellen.

>>>Hol dir jetzt die offizielle Bundesliga-App für dein Handy!

Die Werder-Anhänger müssen sich allerdings nur wenige Sorgen machen, dass Pavlenka diesen Nachweis schuldig bleibt. Denn der Mann von Sparta Prag ist einer, der weiß, wie er sich im Strafraum den nötigen Respekt verschafft. Mit einer Körpergröße von 1,96 Metern bringt schon von Natur aus die nötigen Voraussetzungen mit, die es dafür braucht. 

Wenn er aus seinem Kasten kommt, sorgt Pavlenka bei den gegnerischen Angreifern für Eindruck, denn sein Spiel ist mutig und offensiv, der Torhüter geht ohne Angst in Eins-gegen-eins-Situationen und demonstriert damit eine unglaubliche Präsenz. Slavia Prag für die er in den letzten eineinhalb Jahre das Tor gehütet hat, war er mit seiner Art zuletzt der nötige sichere Rückhalt und hat den Club zur tschechischen Meisterschaft geführt. In 12 von 28 Ligaspielen blieb er ohne Gegentreffer, insgesamt kassierte er nur 19 Tore.

Video: Alexander Nouri - Mit Elan und Stallgeruch

Doch nicht nur mit seinen jüngsten überzeugenden Leistungen hat er in Bremen für Aufmerksamkeit gesorgt. "Wir freuen uns sehr, dass wir Jiri von Werder überzeugen konnten. Wir haben seine Entwicklung in den letzten Jahren intensiv verfolgt", sagte Baumann bei Bekanntgabe des Transfers. "Er hat einen guten Weg genommen und mit konstant guten Leistungen zu dem Erfolg von Prag in der vergangenen Spielzeit beigetragen."

Konstanz und Ausstrahlung

Ein Torhüter mit einer derartigen Konstanz und Ausstrahlung hat den Bremern in den letzten Jahren gefehlt. Zwar war Felix Wiedwald in der vergangenen Rückrunde durchaus mitverantwortlich für den Erfolg der Bremer, die das Feld von hinten aufgerollt und zwischenzeitlich um die Europa League mitgespielt haben. Doch er war eigentlich nie die unumstrittene Nummer eins. Zu Beginn der Saison hatte Trainer Alexander Nouri sogar Torwart-Urgestein Jaroslav Drobny, der gerade erst an die Weser gewechselt war, den Vorzug vor dem 27-Jährigen gegeben.

>>> Die Werder-Höhepunkte der Saison 2016/17

Bei Pavlenka ist jetzt alles klar. Nachdem Wiedwald Bremen verlassen hat, wird der Tscheche den Platz zwischen den Pfosten einnehmen. Und mit der nötigen Spielpraxis in der Bundesliga dann hoffentlich zu einem Top-Torhüter aufsteigen. Denn auch wenn die Bremer Verantwortlichen bereits voll des Lobes für den Neuen sind: "Es steckt auch noch Entwicklungspotenzial in ihm", weiß sein Trainer Alexander Nouri. "Das möchten wir mit ihm gemeinsam herauskitzeln."

Pavlenka nimmt diese Herausforderung natürlich gerne an. Schließlich hat er gerade seine ersten beiden Partien in der tschechischen Nationalmannschaft absolviert, bislang allerdings nur in Freundschaftsspielen. Ein Pflichtspiel, das sich für seine Premiere anbieten würde, steht schon kurz bevor: Am 1. September geht es für sein Heimatland in der WM-Qualifikation gegen Weltmeister Deutschland.

Tipps von Drobny

In der Bundesliga kann er seine Gegner jetzt schon mal kennenlernen. "Die Bundesliga ist eine der stärksten Ligen der Welt und Werder dazu ein großer Verein", erklärt Pavlenka, der sich bei seinen Nationalmannschaftskollegen im Vorfeld schon mal über seinen neuen Arbeitsplatz erkundigt hat. Mit Theodor Gebre Selassie und Drobny spielt er ab jetzt auch in Bremen zusammen in einem Team. Letzterer wird im Laufe der Saison sicher noch den einen oder anderen Tipp für den Bundesliga-Neuling haben. 202 Spiele hat der inzwischen 37-jährige Drobny, der hinter Michael Zetterer wohl dritter Torhüter wird, in der Bundesliga absolviert und weiß genau, worauf es ankommt.

Pavlenka bald sicherlich auch...

Kristina Jäger