Zusammenfassung

  • Pavlenka hat sich als neue Nummer eins bei Werder Bremen etabliert.

  • Im Hamburg wehrte der Tscheche sieben Torschüsse ab.

  • Feuertaufe im hitzigen Nordderby bravourös bestanden.

Hamburg - Keine Tore in Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. Wieder kein Sieg für die Nouri-Elf. Auch nach dem 7. Spieltag noch kein dreifacher Punktgewinn. Dennoch herrscht im Lager der Grün-Weißen Optimismus nach zuletzt drei ungeschlagenen Spielen am Stück. Die letzten beiden Partien blieben die Bremer sogar ohne Gegentor. Verantwortlich, dass hinten zumindest die Null steht, ist Werder-Keeper Jiri Pavlenka. Der Tscheche, der zu Saisonbeginn aus Prag zu Werder wechselte, ist endlich die erhoffte starke Nummer eins im Tor der Bremer.

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Zum ersten Mal stand der 25-Jährige für Werder im Nordderby zwischen den Pfosten. Er hatte großen Anteil daran, dass die Bremer einen Punkt aus Hamburg entführen konnten und bestand die Feuertaufe im aufgeheizten Volksparkstadion. Pavlenka hielt, was zu halten war und das in einer ruhigen und sachlichen Art - so wie es eine richtige Nummer eins auch machen muss.

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Egal, ob in der Luft oder am Boden – Pavlenka machte keine Fehler. Er reagierte bei Hahns Heber in der zweiten Halbzeit stark und lenkte den Ball noch über die Latte. Nur wenige Minuten später rettete er gegen Bobby Wood per Fußabwehr.

Media Days bei Werder Bremen

Wieder zu Null. Schon im Heimspiel am vergangenen Spieltag war Pavlenka unüberwindlich beim 0:0 zuhause gegen den SC Freiburg. Deshalb war der starke Auftritt am Samstagabend für seinen Trainer Alexander Nouri auch keine Überraschung. "Jiri hat wieder ein richtig gutes Spiel gemacht. Er hat uns auch die Sicherheit gegeben und war ein starker Rückhalt. Er hat schon in der Vorwoche gegen Freiburg stark gespielt und auch die Partien davor", unterstrich Nouri. Gegen Hamburg stellte der Tscheche sogar einen neuen Saisonrekord auf.

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"Jiri hat wieder ein richtig gutes Spiel gemacht." Alexander Nouri (Trainer Werder Bremen)
© imago / Claus Bergmann

Pavlenka wehrte alle sieben Torschüsse, die auf sein Tor kamen ab. Kein anderer Keeper hat in dieser Saison so viel auf den Kasten bekommen und dennoch die Null gehalten. Schon gegen Freiburg entschärfte der 1,96 Meter große Tscheche sechs Torschüsse, ebenso wie im Heimspiel gegen Bayern.

Werder: Faustpfand die gute Abwehr

Das Positive neben dem starken Keeper Pavlenka ist die gesamte Bremer Defensive. Von den letzten sieben Teams der Tabelle haben die Bremer die beste Abwehr und nur sieben Gegentore kassiert. Am Defensivverhalten haben die Grün-Weißen auch extrem gearbeitet. In der vergangenen Saison waren die Bremer noch die Schießbude der Liga und kassierten mit 64 Gegentreffer mehr Tore als die zwei Absteiger Darmstadt und Ingolstadt.

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"Wir wollen Jiris Entwicklungspotenzial herauskitzeln" Alexander Nouri (Trainer Werder Bremen)

Tscheche etabliert sich als Nummer eins

Endlich hat Werder wieder eine starke Nummer eins. In den letzten Jahren konnten sich weder Sebastian Mielitz, Raphael Wolf noch Felix Wiedwald im Kasten der Grün-Weißen etablieren. Pavlenka erfüllt so nach und nach die Vorschusslorbeeren, die er von den Bremer Verantwortlichen im Sommer bekam. "Wir freuen uns sehr, dass wir Jiri von Werder überzeugen konnten. Wir haben seine Entwicklung in den letzten Jahren intensiv verfolgt."

Vorschusslorbeeren von Baumann und Nouri

Er hat einen guten Weg genommen, hat den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft und mit konstant guten Leistungen zu dem Erfolg von Slavia Prag in der vergangenen Spielzeit beigetragen“, erklärte Geschäftsführer Sport Frank Baumann Ende Juni bei der Verpflichtung Pavlenkas. Auch Trainer Nouri ist und war von seiner neuen Nummer eins überzeugt: "Wir glauben fest daran, dass Jiri sportlich und auch menschlich unsere Mannschaft hervorragend ergänzen wird. Gerade in der vergangenen Saison hat er seine Qualitäten immer wieder unter Beweis gestellt, aber es steckt auch noch Entwicklungspotenzial in ihm. Das möchten wir mit ihm gemeinsam herauskitzeln."

So langsam, aber sicher deutet der 25-Jährige sein großes Potenzial an und ruft es auch ab, bestätigt das ihn gesetzte Vertrauen. Nach der Länderspielpause will Pavlenka dann im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit seinen Paraden dafür sorgen endlich den ersten Sieg einzufahren. Nur selbst die Tore schießen, kann der Tscheche dann doch nicht.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage