Zusammenfassung

  • Bremer reisen selbstbewusst nach München.

  • Keeper Jiri Pavlenka ist in Topform.

  • Aber Werder hat gegen den FCB 14 Mal in Folge verloren.

Bremen - Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag in der Allianz Arena gegen den FC Bayern München reist der SV Werder Bremen mit der nötigen Portion Selbstvertrauen an. Im Heimspiel am vergangenen Samstag gelang den Grün-Weißen zwar "nur" ein 1:1-Remis gegen die TSG 1899 Hoffenheim, dennoch ist der Optimismus unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt wieder zurück. Auch wenn die aktuelle Bilanz gegen den Rekordmeister verheerend ist. Ein Hoffnungsträger ist Werder Keeper Jiri Pavlenka, der sich zu einem der besten Torhüter der Bundesliga entwickelt hat.

Es ist die längste Negativbilanz aller aktuellen Bundesliga-Clubs: 14 Mal in Folge hat Werder gegen den FC Bayern München verloren. Egal ob im heimischen Weserstadion oder in der Allianz Arena – es gab immer eine Niederlage. Den letzten Punkt holte Werder am 11. September 2010 in München. Unter anderem liefen damals für Werder Tim Wiese, Torsten Frings oder Marko Arnautovic auf. Beim letzten Sieg gegen die Bayern (5:2) am 20. September 2008 hießen die Bremer Torschützen Markus Rosenberg (2), Mesut Özil, Naldo und Claudio Pizarro – klangvolle Name einer großen Werder-Vergangenheit.

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Werder hat die drittwenigsten Gegentore kassiert

Der neue Hoffnungsträger bei den Grün-Weißen in der aktuellen Saison ist Torwart Jiri Pavlenka. Der tschechische Neuzugang, der in der Sommerpause von Slavia Prag zu den Bremern gewechselt ist, hat sich schnell als großer Rückhalt etabliert. Der 1,96-Meter-Mann strahlt eine große Ruhe aus und rettete Werder mit spektakulären Aktionen schon den einen oder anderen Punkt. Bestes Beispiel war die Parade am vergangenen Samstag gegen die TSG Hoffenheim als Pavlenka einen Schuss des Hoffenheimers Andrej Kramaric aus kürzester Distanz noch entschärfen konnte und den Bremern das Remis rettete.

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Vor allem wegen Pavlenka hat Werder als Tabellen-16. die dritt wenigsten Gegentore in der Bundesliga kassiert (21). "Es ist meine Aufgabe, Werder zu helfen", sagt der introvertierte Tscheche nüchtern. Trainer Kohfeldt ist froh, dass er auf der Torwart-Position überhaupt kein Problem mehr hat. "Jiri nimmt eine starke Entwicklung. Es gibt mir ein gutes Gefühl, so einen Keeper im Tor zu haben."

Video: Jiri Pavlenka - Werders ruhiger Rückhalt

Kohfeldt: "Wir wollen in München etwas holen"

Für Pavlenka ist es das erste Spiel in der Allianz Arena gegen den Deutschen Meister. Die schlechteste Bayern-Bilanz im aktuellen Bremen-Kader hat sein Landsmann Theodor Gebre Selassie. Der Tscheche hat neun Mal in Folge gegen Bayern verloren. Der Torschütze des 1:1 vom vergangenen Samstag will, dass diese Serie endlich ein Ende hat, und gibt sich vorsichtig optimistisch: "Wenn wir einen guten Tag haben, sind auch bei den Bayern Punkte machbar. Das war auch gegen Dortmund vorher so. Jetzt haben wir es zum ersten Mal geschafft. Alles ist möglich."

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Unter dem neuen Chefcoach Florian Kohfeldt scheint tatsächlich einiges wieder möglich zu sein. In den letzten sechs Partien verloren die Bremer nur in Leverkusen und siegten unter anderem in Dortmund (2:1). Auch wenn Kohfeldt das Duell beim Rekordmeister realistisch einschätzen kann, ist es für ihn kein sogenanntes Bonusspiel: "Es ist ein normales Bundesliga-Spiel. Wir werden den Kopf nicht vorher in den Sand stecken. Bayern ist glasklarer Favorit, aber wir wollen dort auch etwas holen."

Junuzovic: "Auch in München gibt es drei Punkte"

Die Bremer wollen sich in München nicht verstecken und kein "Beton anrühren", sondern mutig auftreten. "Mut ist in München erforderlich, um dort zu bestehen", unterstreicht auch Bremens Sportchef Frank Baumann. Er war beim letzten Werder-Sieg 2008 noch als Spieler auf dem Platz. Auch Kapitän Zlatko Junuzovic will nicht schon vor dem Spiel die Segel streichen, trotz der Bremer Horrorbilanz gegen die Bayern. "Auch in München gibt es drei Punkte zu holen. Wir müssen selbstbewusst antreten und mit Mut und Risiko spielen. Wir werden auch in der Allianz Arena unsere Chancen bekommen."

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Das Selbstvertrauen ist bei den Bremern also zurück. Die Werderaner wären mit einer erträglich knappen Niederlage nicht zufrieden. Nein, sie wollen es dem Rekordmeister nicht zu leicht machen. "Wir müssen schlau spielen und wollen Nadelstiche setzen", gibt sich Bremens Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein angriffslustig. Jérôme Gondorf hat beim Münchener Sieg in Leverkusen Schwächen des Rekordmeisters ausgemacht: "Man hat gesehen, dass die Bayern nicht so kompakt standen wie gewohnt. Da werden auch wir unsere Chancen bekommen." So sieht es auch Trainer Kohfeldt: "Wenn wir zehn Spiele gegen Bayern machen, wird es schwierig, sechs davon zu gewinnen. Aber in einem Spiel gibt es eine Chance." 

Aus Bremen berichtet Alexander Barklage