Benjamin Pavard hat seit über einem Jahr keine Minute in der Bundesliga verpasst - © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Lukas Schulze
Benjamin Pavard hat seit über einem Jahr keine Minute in der Bundesliga verpasst - © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Lukas Schulze
Bundesliga

Benjamin Pavard im exklusiven Interview: "Wollte schon immer in der Bundesliga spielen!"

Stuttgart - Er ist ein echter Dauerbrenner: Seit dem Bundesliga-Aufstieg hat Benjamin Pavard beim VfB Stuttgart in der Bundesliga keine einzige Spielminute verpasst. Auch bei der WM in Russland kam er in sechs von sieben Spielen über die komplette Distanz zum Einsatz. Im exklusiven Interview mit bundesliga.de spricht der französische Weltmeister über die sportliche Lage der Schwaben, seine Ziele bis Weihnachten, die Arbeit unter Markus Weinzierl und den "französichen Trend" in der Bundesliga.

Video: Benjamin Pavard - Hoffnungsträger beim VfB Stuttgart

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bundesliga.de: Monsieur Pavard, wie erklären Sie, dass es beim VfB Stuttgart in dieser Saison sportlich noch nicht rund läuft.

Benjamin Pavard: Als Aufsteiger hat man es in der zweiten und in der dritten Spielzeit deutlich schwerer, als in der Ersten. Man erwartet von uns, dass wir mindestens so gut abschneiden, wie in der vergangenen Saison. Aber das ist extrem schwer. Auch in der letzten Spielzeit war unsere Hinrunde etwa holprig, bevor wir dann in der Rückrunde richtig auftrumpfen konnten. Trotz unserer schlechten Platzierung haben wir einen sehr guten Kader und die Stimmung in der Kabine ist ebenfalls gut. Hier ist definitiv alles vorhanden, um tolle Ergebnisse zu erzielen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bald deutlich besser abschneiden werden.

bundesliga.de: Welches Ziel haben Sie sich bis zur Winterpause gesteckt?

Pavard: Wir wollen so viele Punkte wie möglich einfahren, um uns von der Abstiegszone zu entfernen. Dann können wir einen angenehmen Urlaub verbringen. Sollten wir aber immer noch unten rumdümpeln, sieht das natürlich anders aus. Das Potenzial haben wir zweifelsohne. Unser großes Problem in dieser Saison: Trotz zahlreicher Tormöglichkeiten schaffen wir es nicht, in Führung zu gehen. Wenn uns das häufiger gelingen sollte, dann wird einiges möglich sein.

bundesliga.de: Seit gut einem Monat ist Markus Weinzierl der Trainer des VfB Stuttgart. Was sind Ihre ersten Eindrücke?

Pavard: Er ist stets positiv gestimmt. Er braucht noch ein bisschen Zeit, um seine Ideen durchzusetzen und er kam, als sich der Klub in einer sportlichen Negativspirale befand, was nie einfach ist. Man merkt aber, dass die Ergebnisse besser werden. Hoffentlich können wir bald eine Siegesserie starten. Er ist sehr akribisch und er legt viel Wert auf Einzelgespräche.

bundesliga.de: Nun geht es für den VfB in den Borussia-Park nach Mönchengladbach. Mit welchem Ziel?

Pavard: Uns ist bewusst, dass es dort sehr schwer sein wird, zu bestehen, weil Borussia Mönchengladbach eine großartige Saison bestreitet und über ein hohes Potenzial verfügt. Bereits letzte Saison haben wir dort verloren. Gladbach ist im Rennen um die Champions-League-Plätze und wir haben Schwierigkeiten konstant zu sein, deswegen sind wir der Außenseiter. Trotzdem wollen wir mindestens einen Punkt mitnehmen, vielleicht ist sogar mehr drin...

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"Trotz unserer schlechten Platzierung haben wir einen sehr guten Kader und die Stimmung in der Kabine ist ebenfalls gut." Benjamin Pavard (VfB Stuttgart)

Video: Französische Legenden in der Bundesliga

bundesliga.de: Aus welchen Gründen stehen mittlerweile so viele Franzosen in der Bundesliga unter Vertrag ?

Pavard: Persönlich wollte ich immer schon in der Bundesliga spielen, weil ich von der Atmosphäre in den Stadien begeistert war. All diese Fans und die moderne Stadien sind einfach eindrucksvoll. Fast jedes Spiel findet vor einem ausverkauften Haus statt, aber auch die Art und Weise wie man arbeitet gefällt mir unheimlich: Es wird in jeder Trainingseinheit sehr intensiv gearbeitet, mit viel Akribie und viel Leidenschaft. Man überlässt nichts den Zufall. Es gibt auch etliche Beispiele von französischen Spielern, die in Frankreich Probleme mit der Disziplin hatten, die aber in Deutschland viel besonnener geworden sind. Hier wird das Potenzial eines Spielers ausgeschöpft, im Training gibt jeder Spieler 100%, insofern macht man viel schneller Fortschritte.

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bundesliga.de: Nach knapp eineinhalb Jahre in der Bundesliga: Gegen welchen gegnerischen Stürmer hatten Sie bisher am meisten zu kämpfen gehabt?

Pavard: Neben Robert Lewandowski, der ein kompletter Stürmer und brandgefährlich ist, möchte ich vor allem den Schalker Franco Di Santo nennen. Er ist wahnsinnig schwer in den Griff zu bekommen, ist ständig unterwegs und wirklich unberechenbar.

Das Gespräch führte Alexis Menuge