Köln - Seit dem 26. Spieltag steht der FC Augsburg auf dem Relegationsplatz. Nun haben die Schwaben die Chance, einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu unternehmen. Mit einem Heimsieg gegen den Hamburger SV kann der FCA den Sprung über die Linie schaffen. Vor dem richtungsweisenden Spiel gegen die Hanseaten spricht der Augsburger Kapitän Paul Verhaegh im Interview mit bundesliga.de über den Druck im Abstiegskampf und die Trümpfe des FCA.

Video-Rückblick: FCA siegt zu neunt

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bundesliga.de: Paul Verhaegh, der FC Ausgsburg hatte gegen den 1. FC Köln ein gutes Spiel hingelegt und gewonnen, dann bei Eintracht Frankfurt bis zur 77. Minute 1:0 geführt und doch am Ende 1:3 verloren. Wie bitter war der Rückschlag? Woran hat es gelegen?

Paul Verhaegh: Es war sehr schade, dass wir die Führung nicht mehr über die Zeit retten oder wenigstens einen Punkt mitnehmen konnten. In diesem Spiel kam viel zusammen. Leider haben wir nach der Pause nicht mehr geschafft für Entlastung zu sorgen. Aber das Spiel ist abgehakt und unser Blick geht nach vorne.

bundesliga.de: Am vergangenen Wochenende hat von den Mannschaften auf den Plätzen 12 bis 17 nur Mainz 05 einen Punkt geholt. Hat der FCA sogar noch ein bisschen Glück im Unglück gehabt?

Verhaegh: Ganz ehrlich: Die Ergebnisse der anderen Mannschaften interessieren mich nicht wirklich. Das können wir nicht beeinflussen. Es ist entscheidend, dass wir unsere Punkte holen und nicht darauf hoffen, dass andere Federn lassen.

bundesliga.de: Sie haben gesagt, dass der Abstiegskampf eine reine Kopfsache sei und der FCA genug Erfahrung im Abstiegskampf habe. Wie schafft man es, das Negativerlebnis von Frankfurt auszublenden?

Verhaegh: Wir dürfen uns nicht von diesem verlorenen Spiel beeindrucken lassen. Wir haben unter anderem in der Vorwoche gegen Köln gezeigt, dass wir es können. Diese positiven Dinge müssen wir im Kopf haben und gegen den HSV eine ähnliche Leistung auf den Platz bringen. Dann bin ich sehr optimistisch, dass wir das Spiel gewinnen.

bundesliga.de: Inwiefern hilft es Ihnen konkret weiter, dass sie ähnliche Situationen schon erlebt und gemeistert haben?

Verhaegh: Die Erfahrung in dieser Situation hilft uns. Als FC Augsburg weißt du immer, dass es bis zum letzten Spieltag gehen kann, um deine Ziele zu erreichen. Hier im Verein und im Umfeld sind alle sehr realistisch. Das hilft uns, ruhig zu bleiben und konzentriert an uns zu arbeiten.

bundesliga.de: Sind Sie jetzt als Mannschaftskapitän besonders gefordert? Wie können Sie Ihren Mitspielern helfen?

Verhaegh: Jeder einzelne Spieler ist gefordert, wir als Mannschaft sind gefordert. Wir haben eine super Mannschaft, die auch die Unterstützung von den Fans spürt. Ich bin sicher, dass wir es gemeinsam schaffen werden.

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bundesliga.de: Der FCA kann den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, er hat aber noch ein auf dem Papier sehr schweres Restprogramm mit den Heimpartien gegen den Hamburger SV und Borussia Dortmund und Auswärtsspielen bei Borussia Mönchengladbach und der TSG Hoffenheim zu absolvieren. Beschäftigen Sie sich mit dem Restprogramm oder spielt es für Sie eine untergeordnete Rolle, gegen wen Sie noch antreten müssen?

Verhaegh: Nein, ich beschäftige mich nicht mit dem Restprogramm. Die Bundesliga ist so ausgeglichen und es passieren Woche für Woche kuriose Dinge. Es ist wichtig, dass wir uns mit dem kommenden Spiel beschäftigen und das ist das Duell mit dem HSV, einem direkten Konkurrenten, den wir mit einem Sieg überholen können.

bundesliga.de: Hat dieses Spiel bereits eine Art Endspielcharakter?

Verhaegh: Es spielt keine Rolle wie das Spiel bezeichnet wird. Es ist wichtig, wie alle restlichen Spiele in der Saison. Wir sollten es angehen wie ein Finale, das wir unbedingt gewinnen wollen.

bundesliga.de: Wie überzeugt sind Sie, dass Augsburg die Klasse hält und was spricht dafür?

Verhaegh: Wie eben schon gesagt. Wir haben eine gute Mannschaft, wissen um was es geht und haben ein realistisches Umfeld, das uns bedingungslos unterstützt. Daher bin ich absolut davon überzeugt, dass wir auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen werden.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski