Leverkusen – Ein äußerst schmeichelhafter Punkt, den der FC Augsburg mit dem 1:1 aus Leverkusen entführen konnte. Nach der vierten Minute hatte das Team von Trainer Markus Weinzierl keinen Torschuss mehr abgegeben, während Bayer insgesamt 22 Mal auf den gegnerischen Kasten feuerte, dabei zwei Mal Aluminium traf und einen Elfmeter vergab.

Das Tor der Augsburger resultierte zudem aus einem Blackout von Bayer-Schlussmann Bernd Leno, der den Ball nach einer harmlosen Rückgabe ins eigene Tor bugsierte. Die Länderspielpause werden die bayerischen Schwaben durch den Achtungserfolg nun nicht auf einem direkten Abstiegsplatz verbringen. Wie der Punkt zustande gekommen ist, sei ihm letztlich "völlig egal", erklärte Kapitän Paul Verhaegh im Interview.     

Frage: Paul Verhaegh, Ihr Fazit nach dem kuriosen Spielverlauf?

Paul Verhaegh: Auswärts in Leverkusen ist es natürlich nicht einfach. Man weiß, welche Qualität sie haben. Wir haben einfach Glück gehabt. Das muss man ganz ehrlich sagen. Aber am Ende ist es mir komplett egal. Wir haben eine ganz gute erste Halbzeit gespielt. In der zweiten haben wir nur noch verteidigt und können froh sein, dass Leverkusen das Tor nicht trifft und noch einen Elfmeter verschießt. In der Schlussphase hatten wir über Alexander Esswein sogar noch eine gute Konterchance.

"Waren in den letzten Wochen oft unglücklich"

Frage: Haben Sie sich das Glück auch erarbeitet?

Verhaegh: Wir waren in den letzen Wochen oft unglücklich, haben viel Pech gehabt. Da haben wir gut gespielt oder sind für die Art und Weise, wie wir gespielt haben, gelobt worden. Diesmal war es andersrum. Wir hatten viele Standards gegen uns, viele Freistöße und Ecken. Am Ende freuen wir uns einfach nur über den Punkt.  

Frage: Im letzten Spiel gegen Partizan Belgrad in der Europa League hatte Ihr Team noch 30 Torschüsse, diesmal gerade einmal drei. Wie kann man das erklären? 

Verhaegh: Es hat auch mit dem Gegner zu tun. Leverkusen ist sicher stärker als  Belgrad. Dort hatten wir viele Möglichkeiten, die wir nicht nutzen konnten. Heute hat Bayer seine vielen Chancen nicht gemacht.  So ist es manchmal im Fußball.

Frage: Wie wichtig ist der Punkt für die Laune innerhalb der Mannschaft?

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Verhaegh: Sehr wichtig. Wir wissen natürlich, in welcher Situation wir stecken und wissen, dass wir zusammenhalten müssen. Aber darüber mache ich mir ohnehin keine Sorgen, weil wir das in den letzten Jahren immer gut gemacht haben. Man hat gesehen, wie sich jeder bis zur letzten Minute reingeworfen hat, um den Punkt unbedingt mit nach Hause zu nehmen. Das gibt uns ein gutes Gefühl.

"Wir wussten, dass es eine schwierige Saison wird"

Frage: Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein?

Verhaegh: Wir wussten, dass es eine schwierige Saison werden würde. Aber damit können wir umgehen. Wir sind in einer Phase, in der wir jeden Punkt brauchen, auch für die Moral und das Selbstvertrauen der Jungs. Obwohl wir in der Tabelle immer noch nicht gut dastehen, gehen wir mit einem ordentlichen Gefühl in die Länderspielpause.

Frage: Die Ihnen mit Sicherheit gelegen kommt.

Verhaegh: Wir können jetzt mal wieder intensiv trainieren. Wir werden weiter hart arbeiten und uns auch wieder aus der Situation heraus kämpfen, weil wir einfach einen guten Teamspirit und gute Charaktere haben. Es ist im Moment nicht einfach, aber wir sind fit und werden weiter um jeden Punkt kämpfen. Jetzt werden wir uns gut erholen und in zwei Wochen bereit sein für das nächste Spiel.  

Aus Leverkusen berichtet Markus Hoffmann