Sympathien gewonnen, nicht verloren, aber trotzdem ausgeschieden: Außenseiter Neuseeland hat bei der WM in Südafrika ein Fußball-Wunder verpasst. Beim 0:0 gegen Paraguay, das zum vierten Mal das Achtelfinale erreichte, fehlte den "Kiwis" nur ein Tor zur großen Sensation. Trotz ihrer bemerkenswerten Auftritte und ohne Niederlage scheiterten die Neuseeländer auch bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1982 vorzeitig.

Der große Coup war allerdings zum Greifen nah. Die "All Whites" wären angesichts der Entwicklung im Parallelspiel zwischen der Slowakei und Italien (3:2) mit einem Sieg gegen Paraguay sogar noch als Gruppenerster weitergekommen. Nach den Unentschieden gegen die Slowakei und Italien (jeweils 1:1) reichte das dritte Remis aber nicht für das Achtelfinale. Einem Treffer kamen die "Kiwis" in Polokwane allerdings kaum einmal nahe.

Paraguay belegte - ebenfalls ungeschlagen - Platz eins in der Gruppe F, erreichte aber nach einem Sieg und zwei Unentschieden zum vierten Mal nach 1982, 1998 und 2002 die K.o.-Runde einer WM-Endrunde. Die "Albirroja" trifft dort am kommenden Dienstag in Pretoria auf Japan.

Paston bleibt im Kasten

Beide Mannschaften begannen sehr zögerlich und kamen nur zu wenigen erfolgversprechenden Chancen. Shane Smeltz, in Göppingen geborener Schütze des 1:0 gegen Italien, schoss weit übers Tor (5.). Ansonsten waren den Neuseeländern ihre limitierten technischen Möglichkeiten deutlich anzumerken. Die beste Chance ergab sich erst in der 48. Minute, als Simon Elliott aus 20 Metern knapp neben das Tor schoss. In der Schlussphase rutschte Chris Wood nur knapp an einem Schuss von Smeltz vorbei.

Neuseelands Trainer Ricki Herbert vertraute zunächst jener Mannschaft, die das sensationelle 1:1 gegen Italien erkämpft hatte. Torhüter Mark Paston, der die Azzurri mit seinem Glanzparaden fast zur Verzweiflung getrieben hätte, erhielt den Vorzug vor Glen Moss: Die etatmäßige Nummer eins, zuletzt gesperrt, musste auf der Bank Platz nehmen. Paston spielte erneut stark.

Barrios nur auf der Bank

Für eine Überraschung sorgte dagegen Paraguays Trainer Gerardo Martino. Er ließ Lucas Barrios von Bundesligist Borussia Dortnund zunächst auf der Bank. Dafür bildete Oscar Cardozo neben Nelson Valdez und Roque Santa Cruz die Offensivreihe. Der ehemalige Münchner Santa Cruz war fast ein Totalausfall. Barrios kam erst in der 67. Minute. Valdez wirkte bis zur seiner Auswechselung (67.) sehr bemüht, verzettelte sich jedoch oft in Einzelaktionen.

Bei Paraguay ging allen von Kapitän Denis Caniza eine gewisse Torgefahr aus. Zwei Volleyschüssen gingen weit daneben (14./17.), ein Schuss aus 18 Metern aber einmal auch nur knapp (19.). Einen weiteren Versuch von Valdez aus 25 Metern hielt Torhüter Paston sicher (25.), er parierte auch gegen Cristian Riveros (62.) und den eingewechselten Edgar Benitez (74.).

Schema: Paraguay - Neuseeland 0:0

Paraguay: Villar - Caniza, Julio Cesar Caceres, da Silva, Rodriguez - Riveros, Victor Caceres, Vera - Santa Cruz, Cardozo (66. Barrios), Valdez (67. Benitez). - Trainer: Martino

Neuseeland: Paston - Reid, Nelsen, Smith - Bertos, Elliott, Vicelich, Lochhead - Killen (79. Brockie), Fallon (69. Wood), Smeltz. - Trainer: Herbert

Schiedsrichter: Yuichi Nishimura (Japan)

Tore: keine

Zuschauer in Polokwane: 34.850