Der Einzug in den UEFA-Cup ist praktisch perfekt, doch von überschwänglicher Freude war bei Hertha BSC Berlin keine Spur.

"Die Pflicht haben wir erfüllt: Wir haben uns eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel geschaffen. Mehr ist es nicht, aber auch nicht weniger", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß nach dem glanzlosen 2:0 (1:0) im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde bei NK Ljubljana.

Hoeneß verlangt "mehr Konzentration"

Drei Tage vor dem Bundesliga-Start bei Eintracht Frankfurt am Sonntag (ab 16:30 Uhr im Live-Ticker) zeigten die Berliner beim slowenischen Pokalsieger einen Auftritt mit Licht und Schatten. Zwar dürfte das Rückspiel am 28. August vor eigenem Publikum nur noch die Kür zur insgesamt zehnten UEFA-Cup-Teilnahme sein, doch vor dem Punktspiel-Auftakt sah Hoeneß noch einigen Verbesserungsbedarf.

"Teilweise haben wir schön kombiniert, teilweise aber auch ein bisschen schlampig gespielt. Es sieht im Moment nur manchmal nach Fußball aus", erklärte der 55 Jahre alte Manager. In Frankfurt will Hoeneß ein Team mit "noch mehr Konzentration" sehen. Und auch Linksverteidiger Marc Stein gab zu: "Ein schönes Spiel ist es nicht gewesen, aber wir haben den Grundstein für das Weiterkommen gelegt."

Vor nur 2.100 Zuschauern in Celje, wo Ljubljana mangels eines europapokaltauglichen Stadions seine internationalen Heimspiele austrägt, hatte das Team von Trainer Lucien Favre den international zweitklassigen Gastgeber zwar dominiert, dabei aber nur wenig Chancen kreiert.

Pantelic schlägt zwei Mal zu

Daher lag es einmal mehr an Marko Pantelic, seinen Torriecher zu beweisen. Der Serbe nutzte einen eklatanten Torwartfehler sowie eine schöne Vorarbeit von Patrick Ebert zu einem "Doppelpack" (16./82.) und avancierte so zum Matchwinner.

"Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das ist ein wichtiger Schritt zum Erreichen der Hauptrunde. Jetzt müssen wir gegen Frankfurt nachlegen", sagte Pantelic, der wegen des Ausfalls von Arne Friedrich (Lendenwirbel-Verletzung) als Kapitän auflief.

Neben dem serbischen Torjäger gehörte noch Mittelfeldspieler Ebert zu den besseren Berlinern und verdiente sich sogar ein Sonderlob von Hoeneß ("Er hat mir sehr gut gefallen"). Dagegen blieb der neue Stürmer Amine Chermiti bei seinem Startelf-Debüt noch unauffällig.

Favre zufrieden

Hertha-Coach Favre war mit seiner Mannschaft zufrieden: "Mit diesem 2:0 kann ich gut leben. Wenn wir in zwei Wochen seriös spielen, dann denke ich, dass wir eine Runde weiterkommen."

Das Rückspiel wird, wie schon die Heimpartie der 1. Qualifikations-Runde gegen Nistru Otaci, wieder im Jahn-Sportpark stattfinden. Das Berliner Olympiastadion ist am 28. August wegen eines Konzerts von Popstar Madonna belegt.