Am 4. Spieltag der Gruppe B in der Champions League erwartet Werder Bremen im heimischen Weser-Stadion Panathinaikos Athen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Vor zwei Wochen rettete Hugo Almeida mit seinem spätem Treffer den Bremern einen Punkt. Jetzt soll endlich der erste Sieg in der "Königsklasse" eingefahren werden.

bundesliga.de sprach vor der Partie mit Ewald Lienen, der in der griechischen Super League als Trainer bei Panionios Athen tätig ist. Am vergangen Samstag unterlag Lienen mit seiner Mannschaft gegen Panathinaikos unglücklich mit 1:2. Giannis Goumas erzielte wenige Minuten vor Schluss per Kopf den Siegtreffer.

"Ein Scheitern wäre ein herber Rückschlag"

"Die Situation hat sich für Panathinaikos Athen nicht verändert. Wenn sie noch eine Chance auf das Weiterkommen haben wollen, müssen sie in Bremen gewinnen", sagt Lienen.

"Sich nur auf das Heimspiel gegen Famagusta am letzten Spieltag zu verlassen, wird für den 3. Platz in der Gruppe nicht reichen. Das Scheitern wäre ein herber Rückschlag für Panathinaikos, denn sie sind hier in Griechenland ein großer Verein. Daher werden sie in Bremen sicherlich auf Sieg spielen", erwartet der Trainer.

Ten Cate setzt auf Rotation

Trainer Henk ten Cate kann gegen Werder auf einige Spieler zurückgreifen, die im Hinspiel fehlten. Lienen: "Es ist generell schwer vorherzusagen wie ten Cate spielen lässt, da er sehr viele Spieler zur Verfügung hat und unglaublich viel rotiert. Das geht auf Kosten des Spielflusses."

Durch diesen stark besetzten Kader hat Panathinakos Athen taktisch viele Möglichkeiten. Die Griechen können kontern, aber auch ein sicheres Kombinationsspiel aufziehen. Ewald Lienen hat für bundesliga.de die einzelnen Mannschaftsteile des Tabellenvierten der griechischen Liga durchleuchtet.

Die Abwehr ist das Sorgenkind

"Panathinaikos weiß, dass man gegen Bremen in der Abwehr eng und sicher stehen muss, sonst wird man überrollt. Moon ist wieder zurück, der gegen uns die Rote Karte gesehen hat. Es ist ein sehr schneller rechter Außenverteidiger, der aber auch offensiver spielen kann...

...auf der anderen Seite wird Nikolaos Spiropoulos spielen. Giannis Goumas, der unglaublich kopfballstark ist, und Christos Melissis sind eher langsame Innenverteidiger, von denen einer gegen Werder wohl draußen bleiben wird. Dafür wird sicherlich Jose Sarriegi spielen, der bei Standardsituationen brandgefährlich ist. In der vergangenen Saison war die Abwehr das Prunkstück von Panathinaikos. In der Innenverteidigung spielten immer Morris, der vor der Saison verkauft worden war, und Goumas. In der aktuellen Saison probiert ten Cate ständig andere Spieler auf dieser Position aus. Daher haben sie keine Stabilität in der Abwehr und es fehlt die Sicherheit."

Große Klasse im Mittelfeld

"Im Mittelfeld sind sie super besetzt und können daher sehr variabel spielen. Im Kader stehen vier, fünf sehr torgefährliche offensive Mittelfeldspieler. Gabriel, der oft hinter den Spitzen spielt, Sotiris Ninis oder Giorgos Karagounis - das sind alles spielstarke Leute. Aber es können immer nur zwei oder drei spielen. Im defensiven Mittelfeld haben sie den in die Jahre gekommenen Gilberto Silva. Bei Laufduellen kann er nicht mehr mithalten und kommt so nicht in die Zweikämpfe. Seine Stärken hat er im Spielaufbau. Mit dem 20 Jahre alten Simao haben sie ein großes Talent. Giorgos Karagounis ist ein sehr guter Freistoßschütze. Auf den müssen die Bremer besonders aufpassen. Wenn er in Strafraumnähe ist, überkommt ihn eine Art Fallsucht, der fällt ständig zu Boden. Das hat ein Spieler seiner Klasse nicht nötig. Durch ihre eigene Spielstärke kann ich mir nicht vorstellen, dass sie einen speziellen Spieler opfern und auf Bremens Spielmacher Diego abstellen."

Variable Sturmreihe

"Die Bremer müssen hinten höllisch aufpassen, denn ten Cate hat schnelle Spieler, die Druck machen können. Daher ist Werder gut beraten, nicht zu hoch zu stehen. Mit Salpingidis haben sie einen sehr schnellen, wendigen und quirligen Stürmer, der im Angriff für ordentlich Wirbel sorgen kann. Da muss Naldo aufpassen und darf ihm keine Räume geben, Salpingidis fackelt nicht lange und zieht sofort ab.

Dann haben sie mit Clayton, auch der wurde gegen uns geschont, noch einen sehr dribbelstarken Brasilianer. Beide könnten gegen Bremen zum Einsatz kommen. Im Hinspiel und gegen uns am Wochenende hat Vangelis Mantzios als einzige Spitze gespielt. Der Doppeltorschütze aus dem Hinspiel ist kopfballstark, schirmt die Bälle sehr gut ab und gerade im Strafraum gefährlich. Er geht gerne auf den zweiten Pfosten und wartet auf Flanken von außen."