Leipzig – Weiter Tabellenführer, achter Sieg in Folge, zum fünften Mal ausverkauftes Stadion: Die Stimmung bei Aufsteiger RB Leipzig könnte nicht besser sein.

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"Spitzenreiter, Spitzenreiter", skandierten die Fans in der zum fünften Mal in dieser Saison ausverkauften Leipziger Arena nach Abpfiff und feierten ihre Mannschaft. Wer vermutet hatte, dass der sich in Topform befindliche FC Schalke 04 den Höhenflug von RB Leipzig stoppen würde, sah sich getäuscht.  Obwohl Trainer Ralph Hasenhüttl vor der Partie gewarnt hatte, dass mit Schalke der "kompletteste Gegner" zu bewältigen sei, meisterte sein Team auch diese Aufgabe.

Auch wenn beide Leipziger Tore glücklich zustande gekommen waren, mussten auch die Gäste nach dem Spiel einräumen: Die Hausherren haben "nicht unverdient gewonnen", so S04-Kapitän Benedikt Höwedes. Für Sportdirektor Christian Heidel war Leipzig "eine sehr, sehr gute Mannschaft", gegen die man "am Ende vielleicht auch verdient verloren" habe.

"Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte Willi Orban, der erneut eine gute Leistung zeigte. Der Vertretungskapitän zählt mit seinen 24 Jahren schon fast zu den alten Hasen bei RB und organisierte die Leipziger Abwehr vorbildlich. "Dass wir so eine Punkteausbeute haben, ist Wahnsinn", so der Innenverteidiger. In der Tat: Mit nun 33 Zählern führen die Sachsen weiter die Tabelle an - von den elf Bundesligateams, die zuvor am 13. Spieltag 33 oder mehr Punkte hatten, wurden neun am Ende auch Deutscher Meister. Leipzig gewann zum achten Mal in Folge und ist in der Bundesliga weiter ungeschlagen.

"Dass die Fans sich freuen und nach dem Spiel 'Spitzenreifer' rufen - das ist ein geiles Gefühl", sagte Orban. "Das ist das Schönste, wenn du nach dem Spiel in deinem Stadion mit deinen Fans feiern kannst. Dass die Fans bei der Tabellensituation euphorisch sind, ist super und wir freuen uns auch riesig."

Keine Ambitionen bei Leipzig

Weitergehende Ambitionen wehrte der Defensivspezialist aber ab: "Wir können uns noch nichts dafür kaufen, dass wir jetzt so weit oben stehen." Es sind noch drei Spiele bis zur Winterpause, darunter die Topduelle gegen die beiden Verfolger Hertha BSC und Bayern München. "Wir wissen, dass wir so fokussiert weiterarbeiten müssen wie bisher und am besten noch eine Schippe draufzulegen." Denn in den nächsten Partien werde es nicht einfacher, so Orban mit Blick auf die beiden Spitzenspiele.

Einziger Wermutstropfen am Samstag: Mit Rechtsverteidiger Benno Schmitz musste schon in der 23. Minute einer aus der Viererkette verletzt raus. Für ihn kam der etatmäßige Kapitän Dominik Kaiser - eigentlich eher ein offensiver Mittelfeldspieler. "Ich weiß nicht, vielleicht in der D-Jugend" antwortete der 28-Jährige auf die Frage, wann er zuletzt auf dieser Position gespielt habe.

Dilemma in der Defensive

Hasenhüttl brachte das Dilemma in der Defensive auf den Punkt: "Wir haben keinen mehr. Mit Bernardo (Meniskusschaden), Marvin Compper (Sprunggelenkverletzung), Gipson (Sprunggelenkfraktur), Lukas Klostermann (Kreuzbandriss) und Kyriakos Papadopoulos (Knieprobleme) fehlten schon vor dem Spiel sage und schreibe fünf Abwehrspieler. Bleibt aus Leipziger Sicht zu hoffen, dass Schmitz sich keine ernstere Verletzung zugezogen hat, auch wenn Kaiser es "sehr, sehr ordentlich" gemacht habe, wie Hasenhüttl nicht zu unrecht befand.

Aus Leipzig berichtet André Anchuelo

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