Die Mannschaft verspricht Spektakel, doch Hauptattraktion Arjen Robben ist zum Zuschauen verdammt. "Ich habe mit ihm gesprochen. Er fühlt sich fit. Aber wir werden Arjen jetzt behutsam aufbauen", sagt der niederländische Nationalcoach Bert van Marwijk vor dem WM-Auftaktspiel der Elftal am Montag im Soccer-City-Stadion von Johannesburg gegen Dänemark (ab 13:15 Uhr im Live-Ticker).

Im Abschlusstraining am Sonntag musste van Marwijk auf den Flügelflitzer von Bayern München verzichten: "Er hat in unserem Camp trainiert und ist auf einem guten Weg."

Van der Vaart als Robben-Ersatz

Ohne den gerade von einem Muskelfaserriss genesenen Robben könnte gegen Dänemark die Stunde eines ehemaligen Bundesliga-Stars schlagen. Der frühere Hamburger Rafael van der Vaart steht als Ersatz bereit und spuckt schon große Töne: "Wir haben eine große Qualität und definitiv eine Chance, den Titel zu gewinnen."

Die Vorbereitung verlief - abgesehen von Robbens Malheur - sehr vielverprechend. In den WM-Tests wurden nacheinander Mexiko (2:1), der deutsche WM-Gruppengegner Ghana (4:1) und Ungarn (6:1) zerlegt.

Van Bommel: "Die Krönung einer überragenden Saison"

"Schön gespielt, haben wir schon oft. Jetzt wollen wir erstmal gut in das Turnier starten", sagt Abwehrspieler Giovanni van Bronckhorst, der am Montag sein 100. Länderspiel bestreiten wird: "Aber ich habe in meiner Karriere schon alles gewonnen. Allein die WM fehlt. Ich hoffe, dass wir in ein paar Wochen feiern können." Auch Bayerns Mannschaftskapitän Mark van Bommel versprüht großen Optimismus: "Der Sieg bei der WM wäre für mich die Krönung einer überragenden Saison."

Die Vorzeichen, dass zumindest das Auftaktspiel für "Oranje" kein Problem darstellt, stehen nicht schlecht. Seit 43 Jahren gab es gegen Dänemark keine Niederlage nach regulärer Spielzeit mehr. Einzig bei der WM 1992 musste man sich dem späteren Titelgewinner im Halbfinale nach Elfmeterschießen geschlagen geben. "Dennoch haben wir großen Respekt vor den Dänen und werden sie ganz bestimmt nicht unterschätzen", äußert der frühere Dortmunder Trainer van Marwijk.

Bendtner weiterhin fraglich

Für Dänemark verliefen die ersten Tage nach der Ankunft in Südafrika allerdings nicht gerade nach Plan. Trainer Morten Olsen lag mit einem Virus erst einmal flach. Starstürmer Nicklas Bendtner vom englischen Top-Club FC Arsenal schlägt sich schon länger mit Leistenproblemen herum und droht gegen die Niederlande auszufallen. Zuletzt hatte sich sogar der Vater des Angreifers in die Diskussionen um dessen Gesundheit eingeschaltet und bezweifelt, dass sein Sohn bei der WM überhaupt auflaufen könne.

Van Marwijk vermutet allerdings einen Bluff: "Ich glaube, dass Bendtner spielen wird." Olsen, der möglicherweise auch auf die angeschlagenen Jon Dahl Tomasson und Daniel Jensen verzichten muss, entgegnete: "So wie es im Moment aussieht, kann Nicklas nicht spielen. Das Einzige, was ich erwarte, ist, dass Robben spielt. Ich weiß nicht, wer hier wen blufft." Zudem erklärte der Coach: "Die Niederlande sind Favorit. Aber wir sind bereit. Ich muss meine Spieler fast schon bremsen."

Bendtners Sturmpartner Tomasson richtet trotz aller Probleme eine Kampfansage an die Niederlande und hofft auf seine rechtzeitige Genesung. "Wir sind 23 Löwen, die in ihrem Käfig herumlaufen und darauf hoffen, dass der Wärter vergisst, die Türe zu schließen. Es wird Zeit, dass es endlich losgeht", sagt der frühere Angreifer des VfB Stuttgart, der inzwischen wieder bei Feyenoord Rotterdam sein Geld verdient: "Ich bin nach den vielen Jahren in den Niederlanden ja fast selbst ein Holländer. Aber am Montag kenne ich keine Freunde."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Niederlande: 1 Stekelenburg - 2 Van der Wiel, 3 Heitinga, 4 Mathijsen, 5 Van Bronckhorst - 6 Van Bommel, 8 De Jong - 7 Kuyt, 23 Van der Vaart, 10 Sneijder - 9 Van Persie. Trainer: Van Marwijk

Dänemark: 1 Sörensen - 6 Jacobsen, 4 Agger, 3 Kjaer, 23 Mtiliga - 2 Christian Poulsen - 14 Jakob Poulsen, 10 Martin Jörgensen - 19 Rommedahl, 9 Tomasson - 11 Bendtner (8 Grönkjaer). Trainer: Olsen

Schiedsrichter: Stephane Lannoy (Frankreich)