Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge bunte Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Die Nationalmannschaften der Niederlande und Portugals haben am Sonntag ihre WM-Quartiere bezogen. Fünf Tage vor Beginn der Endrunde landeten der Europameister von 1988 und das Team um Superstar Cristiano Ronaldo am Vormittag am Flughafen von Johannesburg.

Nicht mit dem Oranje-Tross angereist war Bayern-Profi Arjen Robben, der nach seiner im Länderspiel gegen Ungarn (6:1) erlittenen Oberschenkelverletzung für weitere Untersuchungen in der Heimat geblieben war.

Zuvor war bereits die Auswahl Griechenlands am Kap eingetroffen. Das Team von Otto Rehagel landete am Morgen in Durban am indischen Ozean. Auch Japan, Chile, Algerien und Neusseland reisten am Sonntag an. ++++

++++ Beim WM-Test zwischen Nigeria und Nordkorea ist am Sonntag in Johannesburg eine Massenpanik ausgebrochen. Mindestens 15 Personen wurden verletzt, als Fans versuchten, die vom Sicherheitspersonal bereits geschlossenen Tore des Makhulong-Stadions zu durchbrechen. Ein Polizist erlitt schwere Verletzungen. Nach einer fünfminütigen Unterbrechung in der zweiten Halbzeit wurde das Spiel beim Stande von 1:0 für Nigeria fortgesetzt, die "Super Eagles" gewannen am Ende mit 3:1.

Probleme gab es am Sonntagnachmittag bereits, als die Stadiontore geöffnet wurden. Offensichtlich hatte die Polizei nicht mit dem großen Interesse der Fans an diesem Spiel gerechnet, das Stadion fasst lediglich 10.000 Zuschauer.

Die Sicherheitskräfte reagierten auf den Ansturm und verriegelten die Tore, verschlimmerten aber dadurch die Lage. Augenzeugen berichteten, dass Dutzende nigerianische Anhänger niedergetrampelt wurden, während im Stadion die Nationalhymnen gespielt wurden. ++++

++++ Deutschlands Auftaktgegner Australien muss möglicherweise auf Ersatztorhüter Brad Jones verzichten. Der Keeper trat wegen eines schweren Krankheitsfalles in der Familie am Samstag die Heimreise an. Ob Jones am Turnier teilnehmen wird, ist derzeit noch unklar. Der australische Verband teilte mit, man habe bei der FIFA einen Antrag auf Nachnominierung gestellt, sollte Jones "wegen der besonderen Umstände" ausfallen. ++++

++++ Der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann kann sich vorstellen, dass im Ausfall von Kapitän Michael Ballack für die WM sogar eine Chance für die deutsche Auswahl liegen könnte. "Ich glaube nicht, dass es einen Leitwolf braucht, sondern dass man mehrere Leute haben muss", sagt der 40-Jährige in der ARD-Talksendung "Beckmann", die am Montag ausgestrahlt wird. Entscheidend bei der WM werde der Teamgeist sein: "Jeder in seiner Position muss gut sein, sonst wird man keinen Erfolg haben."

Lehmann traut Deutschland trotz der Verletzungsmisere eine erfolgreiche WM zu, das Team sei jetzt unberechenbar geworden: "Diese Mannschaft hat noch keine Struktur, darin liegt aber auch der große Vorteil: dass der Gegner auch noch nicht weiß, wie Deutschland jetzt spielt. Und da kann sich eine Menge daraus entwickeln." ++++

++++ In Deutschland nach seinem folgenschweren Foul an Michael Ballack geächtet, in Ghana nach seinem Debüt für die "Black Stars" gefeiert: Kevin Boateng absolvierte nach seinem Wechsel vom DFB zur ghanaischen Nationalmannschaft beim 1:0-Erfolg gegen Lettland am Samstag im englischen Milton Keynes sein Debüt für die Afrikaner und wurde anschließend von Trainer Milovan Rajevac gelobt.

"Er hat seine Sache toll gemacht. Er hat in einer für ihn ungewohnten Rolle gespielt, mit der er gut zurechtkam. Diese soll er auch künftig einnehmen", sagte der Serbe nach dem Auftritt Boatengs gegen Lettland. Der Halbbruder des deutschen Nationalspielers Jerome Boateng zeigte bis zu seiner Auswechslung in der 67. Minute im zentralen defensiven Mittelfeld eine überzeugende Leistung. Der ehemalige Bundesligaspieler von Hertha BSC und Borussia Dortmund soll bei Ghana den verletzten Teamleader Michael Essien vom FC Chelsea ersetzen.

Die "Black Stars" brachen am Sonntag von London aus nach Südafrika auf. Dort bestreiten sie am am 13. Juni in Pretoria gegen Serbien ihr Auftaktmatch. Im zweiten Spiel trifft Ghana am 19. Juni auf Australien, ehe zum Abschluss der Gruppenphase am 23. Juni in Johannesburg das Highlight gegen Deutschland auf dem Programm steht. ++++

++++ Franz Beckenbauer steht bei den spanischen Fußball-Fans hoch im Kurs. Bei einer Internet-Umfrage der Sporttageszeitung Marca landete der "Kaiser" bei den besten Abwehrspielern der WM-Geschichte auf dem 2. Platz - nur knapp hinter der italienischen Fußball-Ikone Paolo Maldini. Mit 26.274 Stimmen fehlten Beckenbauer, der an den Weltmeisterschaften 1966, 1970 und 1974 teilnahm, gegenüber Maldini nur zwei Stimmen.

Unter den besten 25 Abwehrspielern tauchen fünf weitere Deutsche auf: die Weltmeister Andreas Brehme, Schütze des Siegtores im WM-Finale 1990, als 16., der spätere Bundestrainer Berti Vogts als 17., dessen Kollege von 1974, Paul Breitner, als 19. und Jürgen Kohler als 21. sowie aus dem aktuellen DFB-Team Kapitän Philipp Lahm auf Platz 23. ++++

++++ Trotz des Ausfalls von Kapitän Rio Ferdinand will Teammanager Fabio Capello die englische Nationalmannschaft bis zum Auftakt gegen die USA am 12. Juni in Rustenburg nicht in Watte packen. "Soll ich die Spieler nur noch schwimmen lassen, damit sich keiner mehr verletzt? Natürlich besteht weiter das Risiko, dass weiteren Spielern im Training etwas passiert. Aber mehr als auf Holz klopfen, können wir nicht tun", sagte Capello zwei Tage nach dem WM-Aus von Ferdinand, der sich am vergangenen Freitag bei der letzten Aktion im Training der "Three Lions" im Royal Bafokeng Sports Campus bei einem Zweikampf mit Emile Heskey am linken Knie verletzt hatte. "Ich fühle mich wie verhext. Das ist ganz bitter", sagte Englands etatmäßiger Kapitän, dessen WM-Aus an die Reaktionen bei der deutschen Nationalmannschaft nach der Knöchelverletzung von Ballack erinnerte.

Capello nominierte Michael Dawson von den Tottenham Hotspurs nach. Das Amt des Kapitäns wird Steven Gerrard vom FC Liverpool übernehmen. ++++

++++ Der argentinische Weltfußballer Lionel Messi ist der wertvollste Kicker der Welt. Das ergab eine Studie der Münchner Marken-Beratung Biesalski und Company im Auftrag des Nachrichtenmagazins Focus. Die ersten vier Plätze belegen Spieler spanischer Vereine: Platz eins behauptet Messi und Platz vier der Spanier Xavi (beide FC Barcelona), Rang zwei der Portugiese Cristiano Ronaldo und Rang drei der Brasilianer Kaka (beide Real Madrid).

Befragt wurden 51 nationale und internationale Fußballexperten wie die ehemaligen Spieler Michael Rummenigge oder Olaf Thon. Die Gesamtwertung setzt sich aus den Bewertungen zusammen, die die Experten für das Sport- und Vermarktungspotential der Spieler, sowie ihr Image abgegeben haben. Hinzukommen der Marktwert der Fußballer und ihr Einkommen. Ingesamt flossen 25 Faktoren in die Wertung ein. ++++