Köln - Seit sieben Jahren fördern die Bundesliga und die Bundesliga-Stiftung in Kooperation mit der Deutschen Sporthilfe Nachwuchsathleten aus anderen Sportarten. Mit mehr als 1,53 Millionen Euro wurden bisher 319 junge Sportler auf ihrem Weg zu Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften unterstützt. Beim Supercup werden drei Talente das Förderprogramm vorstellen und die drei Trophäen des deutschen Profifußballs ins Stadion tragen.

Infografik: Meilensteine der Partnerschaft von Profi-Fußball und Deutscher Sporthilfe.

Für Sophie Scheder, Cheyenne Loch und Alexander Nobis wird der Supercup ein ganz besonderes Event. Zwar haben alle drei in ihren Sportarten schon große Erfolge gefeiert und auch internationale Medaillen gewonnen, doch "vor ausverkaufter Kulisse in ein solches Stadion bei dieser Stimmung einzulaufen, das gibt es in meiner Sportart nicht", sagt Cheyenne Loch, Deutsche Meisterin im Snowboard-Parallelslalom im Interview. Und Nobis, Staffelweltmeister im Modernen Fünfkampf, ergänzt: "Ich habe mich sowieso schon auf den Supercup gefreut. So ist es noch mal eine Nummer cooler und extra Motivation für mich. Es ist eine Ehre, da dabei zu sein."

Supercup unter dem Motto "Spitzensport verbindet"

Scheder, Loch und Nobis sind drei von 319 Athleten aus etwa 50 Olympischen Sportarten, die von der Bundesliga-Stiftung seit 2008 unterstützt wurden. Stellvertretend für sie wird das Trio beim Supercup, der in diesem Jahr unter dem Motto "Spitzensport verbindet" steht, die Meisterschale, den DFB-Pokal und die Supercup-Trophäe als Teil der Einlaufzeremonie präsentieren und so auf das Miteinander zwischen deutschem Profifußball und Sportlern anderer Sportarten aufmerksam machen.

"Die Kombination der Sporthilfe mit dem Profifußball auf diesem Niveau ist etwas Besonderes", sagt Nobis. Wie so viele Athleten in den Olympischen Sportarten investiert der 25-Jährige enorm viel Zeit in seinen Sport – ohne damit großartig Geld zu verdienen. "Wir haben fünf Disziplinen, die man einzeln trainiert", erklärt der Fünfkämpfer. "Drei bis vier Einheiten am Tag, eine Einheit dauert 60 bis 90 Minuten", umschreibt Nobis seinen Trainingsalltag.

Enormer Aufwand, wenig Verdienst

Bei Sophie Scheder sind es sogar noch mehr. Die Kunstturnerin, die bei den Europaspielen jüngst die Silbermedaille gewann, trainiert "von Montag bis Samstag etwa sechs bis sieben Stunden täglich." Um die bestmögliche Förderung zu erhalten, ist die heute 18-Jährige bereits mit elf Jahren ins Sportinternat nach Chemnitz gegangen, ihre Eltern blieben in Wolfsburg. "Das war eine schwere Entscheidung. Besonders das erste halbe Jahr ist mir ohne meine Eltern nicht leicht gefallen", gesteht sie.

Reich werden die Sportler in den meisten Disziplinen hingegen nicht. Im Gegenteil, das Gros der Athleten, selbst erfolgreiche Spitzensportler, zahlen noch kräftig drauf. "Wegen finanzieller Anreize kann man unsern Sport nicht machen", sagt Cheyenne Loch. "Wir machen das, weil wir Spaß dran haben und dem Sport verbunden sind." Die meisten müssen nebenbei noch arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. "Fast alle professionellen Modernen Fünfkämpfer sind in der Sportförderung der Bundeswehr oder der Bundespolizei", erklärt Nobis. Das gilt auch für Cheyenne Loch, die derzeit eine Ausbildung bei der Bundespolizei macht. Sophie Scheder ist bei der Bundeswehr.

Hohe Kosten für Reisen und Trainingsgeräte

Für viele reichen aber weder Siegprämien aus dem Sport noch das Gehalt aus dem Nebenberuf, um die enormen Kosten, die sie durch die vielen Reisen zu Wettkämpfen, für die Trainingsgeräte oder für Fahrtgelder aufbringen müssen, zu stemmen. Neben der physischen und psychischen Belastung durch den Sport spielt so auch der finanzielle Aspekt eine entscheidende Rolle in der Frage, ob ein junger Athlet den Sprung in die Weltspitze schafft. "Ohne die Unterstützung durch die Sporthilfe und die Bundesliga ginge das alles nicht", sagt Cheyenne Loch.

Seit den Olympischen Spielen 2008 in Peking unterstützen die Bundesliga und die Bundesliga-Stiftung die Deutsche Sporthilfe. Die Bundesliga-Stiftung hat dabei die komplette Nachwuchselite-Förderung der Sporthilfe übernommen. Jeder der aktuell mehr als 150 jungen Athleten wird mit jährlich bis zu 4.000 Euro unterstützt. Insgesamt flossen so seit Beginn der Partnerschaft bereits 1,53 Millionen Euro unmittelbar an 319 Sportler und Sportlerinnen. Mit Erfolg, immerhin konnten die geförderten Athleten bereits acht Olympische Medaillen (drei goldene) und zahlreiche Welt- und Europameistertitel sowie Medaillen bei großen Wettkämpfen wie den Europaspielen gewinnen.

"Sportler für Sportler"

"Der Fußball hat innerhalb der deutschen Sportfamilie eine besondere Stellung und steht gerade deshalb in der Verantwortung, andere Sportarten und Sportler zu unterstützen. Die Nachwuchselite-Förderung ist in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Baustein, um das Miteinander im Spitzensport aktiv zu leben", sagt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Denn neben der finanziellen Förderung macht der Profifußball auch über Werbemaßnahmen auf die Situation der Athleten aufmerksam. 2009 fand unter dem Leitmotiv "Sportler für Sportler" erstmals ein Aktionstag in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga statt, der durch die Schaltung aufmerksamkeitsstarker TV-Spots flankiert wurde. 2010 unterstützten alle Spieler der 36 Profi-Clubs die Sporthilfe-Initiative "Dein Name für Deutschland". Weitere Aktionstage und Werbe-Spots folgten.

"Die Bundesliga-Stiftung unterstützt Sportler anderer Sportarten mit ebenso großem Elan und Enthusiasmus, wie wir beides bei den Athleten in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro erleben dürfen. Es freut uns sehr, sie auf ihrem Weg begleiten zu können", sagt Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung. "Unsere Nachwuchselite-Förderung steht dank der finanziellen Unterstützung durch die Bundesliga-Stiftung auf einem starken Fundament", freut sich Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe, über die Zusammenarbeit.

Und auch die Athleten sind dankbar: "Die Unterstützung durch die Sporthilfe und die Bundesliga-Stiftung hilft sehr. Ohne sie wäre Leistungssport nicht möglich. Darüber bin ich sehr dankbar", sagt Sophie Scheder.