Eine beliebte Aussage der richtigen Bundesliga-Trainer ist: "Wir schauen nicht auf den Gegner, sondern nur auf uns." Das strahlt natürlich Selbstvertrauen aus - muss aber nicht unbedingt stimmen. Warum schicken schließlich die meisten Bundesligisten ihre Scouts los, um den nächsten Gegner zu beobachten?

Das geht übrigens auch im Offiziellen Bundesliga Manager (OBM). Da heißt der Mitarbeiter nur nicht Scout, sondern Spielbeobachter. Der kostet zwar ein paar KIX, die Währung im OBM, aber dafür kann man den guten Mann auch reichlich in Anspruch nehmen.

Es gibt kein Universalsystem

Alle Spiele der eigenen Liga oder der Pokal-Wettbewerbe, an denen man teilnimmt, sind dann als Spielbericht oder quasi als Video in der Stadionansicht anzusehen. Das ist vielleicht nicht ganz so komfortabel wie in der realen Bundesliga, denn da bekommt der Trainer ja eine detaillierte Auswertung der gegnerischen Schwächen, aber es hilft.

Denn ich musste feststellen, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, wie Thomas Schaaf bei Werder Bremen an einem 4-4-2 mit Raute oder wie Leverkusens Bruno Labbadia an einem 4-1-3-2 (obwohl es das im OBM gar nicht gibt) festzuhalten. Ich gebe zu, ich halte es sonst auch lieber klassisch im 4-4-2, aber gegen einen Gegner mit gleicher Taktik musste ich dann in der Liga doch immer wieder Punkte lassen.

Viele Variationsmöglichkeiten

Da ich aber natürlich in meiner Basisliga um den Aufstieg mitmischen will, muss ich wohl auch an den Feinheiten arbeiten - und die liegen halt auch in der Grundformation.

Als Profi-Manager stehen mir mittlerweile zwölf taktische Grundformationen zur Verfügung. Ein realer Bundesligist greift vielleicht auf zwei oder drei Varianten zurück, also hab ich schon mal ein sehr aufgeschlossenes Team.

Deshalb habe ich mal angefangen, ein bisschen rumzuprobieren. Schließlich spielen nicht nur viele Trainer in der Bundesliga sondern auch im OBM ein 4-4-2 und da will ich nicht immer Federn lassen. Mein erster Versuch war eins der neuen Systeme im OBM.

Offensiver als Daum

Von einem 4-2-3-1 habe ich mir die nötige Kompaktheit im Mittelfeld mit trotzdem genug Impulse für den Angriff versprochen. Das hat schließlich auch dem 1. FC Köln in der realen Bundesliga zu einem beachtlichen Start verholfen.

Doch die ersten Tests verliefen nicht so befriedigend, weil meine Jungs von InterTurbine 2.0 zwar defensiv gut gestanden, aber darüber irgendwie das Toreschießen vergessen haben - ganz wie Köln in der Bundesliga zuletzt in Leverkusen.

Also habe ich es eine Nuance offensiver als Christoph Daum probiert und auf ein 3-5-2 umgestellt. Und siehe da, nach ein paar Tests mit verschiedenen Einstellungen im Bereich der "Taktiktafel" konnte ich immerhin gegen die computergesteuerten Testgegner des OBM mit 4-4-2-Formation regelmäßig gewinnen.

Nicht jeder kann wie Fritz

Allerdings musste ich auch schmerzhaft erfahren, dass man nicht einfach so auf den Taktikknopf drücken kann, ohne sein Personal entsprechend zu ändern. Denn als ich, listig wie Hans Meyer, erst kurz vor dem Spiel mein Team von 4-4-2 auf 3-5-2 umgestellt habe, rutschte Clemens Fritz ins Mittelfeld.

Da spielt der richtige Fritz in der Nationalmannschaft zwar auch hin und wieder, im OBM führte das aber dazu, dass der als Abwehrspieler gelistete Fritz im Meisterschaftsspiel im Mittelfeld eingesetzt ordentlich an Leistung einbüßte.

Taktikspiele lohnen sich

Wie ich dann im OBM-Forum rausgefunden habe, dürfen nur so genannte "Allrounder" zwischen den Mannschaftsteilen hin und her springen. Und der OBM-Fritz ist keiner. (Korrektur: Ups, da habe ich wohl nicht tief genug im Forum gegraben. Aber es gibt ja größere Experten als mich und auch noch die OBM-Redaktion. Fritz ist doch ein Allrounder - und damit meine taktischen Variationsmöglichkeiten noch einen Tick größer. Danke an alle Tippgeber und eine Liste der OBM-Allrounder gibt es auch. Ich habe mit Buckley sogar einen zweiten "Alleskönner".)

Aber die Taktikspielereien an sich lohnen sich wirklich. So konnte ich im "Euro League"-Pokalwettbewerb mit einem - für mich ungewohnten - 4-3-3 gegen einen OBM-Zweitligisten mit 4-3-2-1 auswärts einen 1:1-Achtungserfolg holen. Im Rückspiel hat er allerdings auf 4-2-3-1 umgestellt und mich doch noch mit 4:2 rausgeworfen. Man sieht: Flexibilität lohnt sich, auch mal für den Gegner.

Trainer "madaboutme" ist seit dem 7. August 2008 beim Offiziellen Bundesliga Manager mit seiner Mannschaft InterTurbine 2.0 angemeldet. Auf bundesliga.de berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen als Manager in der virtuellen Welt. In seiner Basisliga belegt er nach zehn Spielen mit sechs Siegen und insgesamt 19 Punkten Platz drei. Einen Pokal konnte er noch nicht gewinnen.