München - Die erneute Elfmeter-Pleite drohte - da versuchte ein englischer Fan alles, um die italienischen Schützen im Elfmeterschießen gegen England aus der Fassung zu bringen: Er zog blank! Am Ende half es nichts, brachte ihm aber viel ungewollte Aufmerksamkeit ein. Der "Kaiser" lässt das Halbfinale sausen und Vogts wird doch kein Polen-Coach: bundesliga.de präsentiert die Splitter vom Dienstag.

+++"Kronjuwelen" können England nicht retten+++

Selbst das ultimative Ablenkungsmanöver hat Englands Elfmetertrauma bei der EM nicht beenden können. Ein englischer Fan hinter dem Tor entblößte seinen Penis exakt in dem Moment, in dem Alessandro Diamanti für Italien zum entscheidenden Schuss ansetzte - ein vergeblicher Akt der Verzweiflung, die Azzurri zogen in Kyiw ins Halbfinale ein.

Für den Boulevard ist die "Willy"-Affäre ein gefundenes Fressen. Auf der Titelseite der skandalverliebten Zeitung "The Sun" war der "Mann ohne Scham" im Torwarttrikot von Joe Hart am Dienstag zu sehen, dazu gab es eine recht pikante Schlagzeile: "Meine Rolle (!) beim englischen Absturz".

Bei Facebook und Twitter ist das Foto (mit einem rotem Kreis um die entscheidende Stelle) ein Renner. Auch die italienische Zeitung "Tuttosport" druckte es bereits ab, ebenfalls mit einer witzigen Bemerkung: "Als Diamanti anlief, zeigte dieser Fan seine Kronjuwelen."


+++Laut Medien: Nasri droht WM-Aus
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Böse Geburtstagsüberraschung für Samir Nasri: Dem Offensivspieler des englischen Meisters Manchester City, der am Dienstag 25 Jahre alt wurde, droht nach seinen Ausrastern bei der EM in Polen und der Ukraine ein Ausschluss aus der französischen Nationalmannschaft bis zur WM 2014 in Brasilien. Das berichtet die Sport-Tageszeitung "L'Equipe". "Du kannst tun, was Du willst, wenn Du für Manchester City spielst - aber nicht, wenn Du das französische Trikot trägst", soll Verbandspräsident Noel Le Graet ihm gesagt haben.

Nasri hatte nach der EM-Viertelfinal-Niederlage gegen Spanien (0: 2) einen Journalisten als "Hurensohn" beschimpft. Der Redakteur von Frankreichs Nachrichtenagentur AFP fragte Nasri nach dessen Beurteilung des Spiels. Nasri verweigerte eine Antwort, erklärte vielmehr, dass die Presse ohnehin "nur Scheiße schreibt".

Zuvor hatten Medien nach der 0:2-Niederlage zum Vorrundenabschluss gegen Schweden von Streitigkeiten in der Kabine der Equipe Tricolore berichtet. Auch dabei soll Nasri eine zentrale Rolle gespielt haben.


+++Beckenbauer kommt nicht zum Halbfinale+++

Deutschlands Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer verzichtet auf einen Besuch des EM-Halbfinals zwischen der deutschen Nationalmannschft und Italien am Donnerstag in Warschau (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). "Ich habe bei den letzten beiden Halbfinalspielen der deutschen Mannschaft auf der Tribüne gesessen - und es hat nicht geholfen. Das ist wohl ein schlechtes Omen, da schaue ich mir diesmal das Spiel lieber zu Hause an", teilte Beckenbauer am Dienstag DFB-Präsident Wolfgang Niersbach telefonisch mit.

Sollte Deutschland das EM-Finale am 1. Juli in Kyiw erreichen, ist ein Besuch von Beckenbauer aber geplant. Zudem würde der Deutsche Fußball-Bund aus diesem Anlass alle Präsidenten der Bundesligavereine in die ukrainische Hauptstadt einladen.


+++Prandelli bleibt bis zur WM 2014+++

Cesare Prandelli bleibt: Unabhängig vom Ergebnis des EM-Halbfinals zwischen Deutschland und Italien wird der Nationaltrainer der Azzurri bis zur WM 2014 im Amt sein. Dies versicherte Giancarlo Abete, Präsident des nationalen Fußball-Verbandes FIGC.

Abete bestritt Medienberichte, die besagt hatten, dass Prandelli (54) nach Ende der EM 2012 zu einem namhaften Club wechseln könnte. "Es ist normal, dass sich große Vereine für Prandelli interessieren, da er gut gearbeitet hat. Doch wir sind zuversichtlich, dass er seinen bis 2014 laufenden Vertrag erfüllt", betonte Abete.

Der Verbandschef erklärte, Teile der italienischen EM-Prämien würden an die Obdachlosen in der Emilia Romagna gespendet. Die norditalienische Region war am 20. und am 29. Mai von starken Erdbeben erschüttert worden. 26 Tote wurden gemeldet, 14.000 Menschen sind seitdem obdachlos.


+++Magath: Löw macht es sich selbst schwer+++

Trainer Felix Magath befürchtet Probleme aufgrund der letzten EM-Aufstellung von Joachim Löw im Viertelfinale gegen Griechenland. Mit der Hereinnahme "von Miroslav Klose, Andre Schürrle und Marco Reus in die Startformation gegen Griechenland hat er sich selbst ein paar zusätzliche Probleme aufgehalst", schrieb der Wolfsburger Coach in seiner "Welt-Kolumne".

Alle drei hätten überzeugt und sich für einen weiteren Einsatz von Anfang an empfohlen. "Sie haben mehr Tempo, Kombination und Frische ins deutsche Angriffsspiel gebracht. Tugenden, die auch gegen die kompakte italienische Abwehr gefragt sind." Zudem habe Mesut Özil von der Hereinnahme dieses Trios profitiert.

"Es gäbe also keinen Grund, nicht weiter auf Klose, Schürrle und Reus zu setzen", meinte Magath. Andererseits habe die deutsche Elf mit Lukas Podolski, Mario Gomez und Thomas Müller die drei schweren Gruppenspiel gegen Portugal, die Niederlande und Dänemark gewonnen. "Auf für ihren Einsatz gibt es deshalb gute Argumente", betonte Magath.

+++Brehme: Italien hat Respekt vor Klose+++

Der ehemalige Nationalspieler Andreas Brehme, Schütze des 1:0-Siegtores im WM-Finale 1990 in Rom gegen Argentinien, ist davon überzeugt, dass die italienischen Abwehrspieler im EM-Halbfinale großen Respekt vor Miroslav Klose haben.

"Die Italiener kennen Kloses gute Leistungen bei Lazio Rom. Die werden höllisch aufpassen. Ich bin davon überzeugt, dass Miro es der italienischen Mannschaft zeigen und erhobenen Hauptes nach Italien zurückkehren will", sagte Brehme dem Sport-Nachrichtensender "Sky Sport News HD".

+++Vogts nicht neuer Nationaltrainer in Polen+++

Berti Vogts wird nicht polnischer Fußball-Nationaltrainer. "Die ausländische Option scheidet aus. Der neue Trainer wird nur wenig Zeit für die Arbeit haben, weil schon im August das erste Freundschaftsspiel gegen Estland ansteht", sagte der Verbandspräsident Grzegorz Lato laut "Sport Bild" am Dienstag.

Lato hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass der ehemalige Bundestrainer Vogts einer von zwei Kandidaten bei der Suche nach einem Nachfolger für Franciszek Smuda sei. Damit gilt der Pole Waldemar Fornalik als Favorit auf den Posten. Er hatte Ruch Chorzow in der vergangenen Saison überraschend zur Vize-Meisterschaft in Polen geführt.

Der polnische Verband wird sich am Mittwoch zur Beratung treffen. "Mit Sicherheit werde nicht ich selbst die Entscheidung treffen", kündigte Lato an. Der WM-Torschützenkönig von 1974 war nach Polens Vorrunden-Aus bei der EURO im eigenen Land in die Kritik geraten, lehnt einen Rücktritt aber ab.

Vogts, der bis Ende 2013 noch einen Vertrag als Nationaltrainer in Aserbaidschan besitzt, hatte zuletzt Kontakte zum polnischen Verband dementiert. Er sei von der Information überrascht worden. Er habe mit keinem Menschen gesprochen. Das sei Fakt, hatte Vogts gesagt.