So nah stand Werder Bremen noch nie vor dem Triumph im Premiere-Ligapokal. bundesliga.de weiß, wie groß die Chancen sind.

Die Elf von Trainer Thomas Schaaf ist nur noch einen Schritt vom großen Wurf entfernt. Die Bremer müssen "lediglich" Bayern München im Finale am Samstag (ab 17.30 Uhr bei bundesliga.de im Live-Ticker) aus dem Weg räumen.

Noch nie haben die SVW-Profis den Premiere-Ligapokal an die Weser geholt. Dementsprechend heiß sind sie. "In Bremen ist noch genug Platz in der Vitrine. Da passt der Premiere-Ligapokal gut rein", erklärt Miroslav Klose. Der Torjäger brennt auf das Finale, denn: "Ich hatte bei Kaiserslautern nicht oft die Gelegenheit im Ligapokal zu spielen, also habe ich einiges nachzuholen. Mir ist dieser Titel wichtig."

Wende nach drei Testspiel-Niederlagen in Folge

Diese Worte freuen natürlich Trainer Thomas Schaaf, der selbst ganz selbstbewusst sagt: "Wir wollen dieses Jahr gewinnen". Der 45-Jährige darf dem Endspiel im Leipziger Zentralstadion optimistisch entgegenblicken, schließlich boten seine Schützlinge im Halbfinale eine starke Leistung. Mit 2:1 hatten sie vor heimischer Kulisse den Erzrivalen Hamburger SV aus dem Wettbewerb gekegelt.

Nach drei Testspiel-Pleiten in Folge bekam der Tabellen-Zweite der vergangenen Saison gerade rechtzeitig im traditionsreichen Nordderby die Kurve. Das lag größtenteils an den deutschen WM-Teilnehmern, die erstmals wieder auf dem Platz standen. Tim Borowski und Torsten Frings zogen im Mittelfeld gekonnt die Fäden und Miroslav Klose sorgte im Sturm stets für Gefahr.

Frings noch in WM-Form

Vor allem Frings, der mit einem platzierten Fernschuss das Siegtor erzielte (82.), schien an die tollen Leistungen bei der WM problemlos anknüpfen zu können. Nichts war zu spüren von den Strapazen der Endrunde oder der dreiwöchigen Urlaubspause.

Sportdirektor Klaus Allofs zeigte sich tief beeindruckt: "Torsten hat Erstaunliches geleistet. Man kann schon sagen, dass die beiden anderen WM-Fahrer Mitte der zweiten Halbzeit ordentlich durchgepustet haben, aber er liefert hier gleich wieder 90 Minuten ab."

Zidan und Klose harmonisieren

Neben dem starken Frings fielen Neuzugang Pierre Womé und Mohamed Zidan positiv auf. Der Stürmer, der vom FSV Mainz 05 in den hohen Norden zurückgekehrt ist, bewegte sich viel und riss immer wieder Lücken in den HSV-Abwehrverbund. Nach einer Steilvorlage von Klose, mit dem er gut harmonierte, behielt der Ägypter in der 50. Minute einen kühlen Kopf und versenkte den Ball zur 1:0-Führung.

Der Ex-Mailänder Pierre Womé glänzte auf der linken Abwehrseite durch ein engagiertes Zweikampfverhalten und kurbelte die Angriffe immer wieder an. Der Kameruner gab 65 Pässe - so viele wie kein anderer Werderaner auf dem Grün.

Schaaf von Womé begeistert

Cheftrainer Thomas Schaaf lobte seine Neuerwerbung explizit: "Pierre hat uns schon in den ersten Tagen, als er zu uns kam, sehr erfreut. Es war beeindruckend, wie er seinen Part auf der Seite gespielt hat."

Nur wenig zu sehen gab es hingegen von Spielmacher Diego. Der Brasilianer tauchte in seinem ersten Auftritt im deutschen Profifußball unter und blieb zur Halbzeit in der Kabine. Offenbar waren seine muskulären Probleme im Oberschenkel noch nicht ganz abgeklungen. Eine neue Chance, seine Fähigkeiten zu zeigen, erhält Diego am Samstag im Finale des Premiere-Ligapokals gegen die Bayern.

Bilanz spricht gegen Werder

Das Aufeinandertreffen der Bundesliga-Größen aus dem Norden und aus dem Süden verspricht ein heißer Tanz zu werden. Statistisch gesehen hat Werder schlechte Karten. Die Bremer behielten in ihren bisherigen 80 Duellen mit dem Rekordmeister nur 24 Mal die Oberhand, während München 36 Partien gewann.

Und noch eine Hiobsbotschaft müssen Kapitän Frank Baumann und Co. wegstecken: Tim Borowski fällt wegen Rückenschmerzen aus. Der Nationalspieler trat die Reise nach Leipzig nicht an.

Thorsten Schaff

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