München - Ein klarer Sieg im Pokal gegen Alemannia Aachen, dazu der 3:1-Erfolg gegen den SV Werder Bremen im Bundesliga-Klassiker und in der Auslosung fürs Halbfinale des DFB-Pokals geht es zwar gegen den FC Schalke 04, dies allerdings im eigenen Stadion.

Die vergangene Woche hätte beim FC Bayern München fast nicht besser laufen können, wären da nicht die Presseberichte über den vermeintlichen Zoff und Hierarchieprobleme im Kader gewesen.

"Das Thema ist vom Tisch"

Aber was war passiert? Nach dem Spiel gegen Bremen am Samstag war Arjen Robben mit Thomas Müller aneinander geraten, eine Szene, die die beiden Spieler schon kurz darauf aus der Welt geräumt hatten.

"Ich habe nach dem Spiel und am Sonntag mit Thomas gesprochen, das Thema ist vom Tisch", sagte Robben in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport". "Wir haben das fast ohne Worte erledigt. Wir sind wieder richtig gute Freunde." Christian Nerlinger sprach in der Münchner "tz" von einem "Vier-Augen-Gespräch unter Männern". Der FCB-Sportdirektor weiter: "Das Thema ist vom Tisch. Arjen ist ein absolut positiver Faktor für unsere Mannschaft. Das Team hat das intern geregelt."

FCB-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer ist sogar der Meinung, dass die Szene zwischen Robben und Müller durchaus einen positiven Aspekt hat. "Diese Szene ist ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft lebt", erklärte Beckenbauer gegenüber SPORT1. "Als ich noch gespielt habe, war es gang und gäbe, dass man gestritten hat. Das ist ganz normal und gehört zum Fußball dazu."

Formkurve zeigt nach oben

Von Problemen in der Bayern-Mannschaft kann derzeit ohnehin überhaupt keine Rede sein, denn die Formkurve des Rekordmeisters zeigt in den letzten Wochen steil nach oben. Nur eine Niederlage aus den vergangenen 13 Bundesliga-Spielen steht für die Münchner zu Buche.

Mit der Rückkehr von Robben haben die Bayern nicht nur einen Spielgestalter mehr zur Verfügung, sondern auch einen Knipser, denn der Niederländer traf in vier Pflichtspielen bereits drei Mal.

Zudem trifft Mario Gomez weiter nach Belieben, schraubte sein Torkonto mit seinem dritten "Dreierpack" am 19. Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern sogar auf 15 Tore. Und auch bei Miroslav Klose platzte einen Spieltag später gegen Bremen der Knoten und der Stürmer erzielte seinen ersten Bundesliga-Treffer in dieser Saison.

Rang 2 in greifbarer Nähe

Die Münchner stehen mittlerweile auf dem 3. Tabellenrang und sind mittendrin im Kampf um einen Platz für die direkte Champions-League-Qualifikation, auf Bayer Leverkusen fehlen nur noch drei Zähler.

Daher gab es von Trainer Louis van Gaal vor der kommenden Partie gegen den 1. FC Köln auch ein bisschen Abwechslung für sein Team - allerdings für die Mannschaft hinter der Mannschaft. Denn der Coach machte sich mit seinem technischen und medizinischen Stab sowie weiteren Mitarbeitern nach Kitzbühel auf. Dort standen Rodeln, Skifahren und ein gemütlicher Hüttenabend auf dem Programm.

Die Spieler hatten bereits nach dem Bremen-Spiel einen Mannschaftsabend veranstaltet. So gehen die Bayern mit einer positiven Stimmung in die Vorbereitung gegen Köln, denn auch wenn der FC derzeit im Tabellenkeller steckt, eine leichte Aufgabe erwarten die Münchner nicht. "In den letzten Jahren haben wir uns gegen Köln immer schwer getan", sagte auch Andreas Ottl. "Am Samstag wird es wieder ein schwieriges Spiel. Aber wir müssen unbedingt nachlegen, wir wollen unsere Serie ausbauen." Es wäre das sechste Liga-Spiel in Serie ohne Niederlage.

Jessica Pulter