Der Anfang ist für die deutsche Nationalmannschaft gemacht. Die ersten drei Punkte auf dem Weg zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine sind auf der Habenseite verbucht.

Aber das 1:0 in Belgien kann maximal als Arbeitssieg in den Geschichtsbüchern eingetragen werden. Den WM-Fahrern merkte man an, dass sie noch nicht wieder den richtigen Rhythmus gefunden haben. bundesliga.de nimmt die 14 in Brüssel eingesetzten Spieler unter die Lupe - die Einzelkritik.

Manuel Neuer: Bester deutscher Spieler. Knüpfte an seine Leistungen bei der WM an. Fehlerlos. Der Kapitän von Schalke 04 entschärfte drei 100-prozentige Chancen, fischte alle hohen Bälle sicher aus der Luft und strahlte so unheimlich Ruhe aus.

Philipp Lahm: Lahm, der in Abwesenheit von Michael Ballack das DFB-Team erneut als Kapitän aufs Feld führte, zeigte eine gewohnt souveräne Leistung. Ließ sich nur einmal von Dembele düpieren. Vor allem in der zweiten Hälfte mit einigen energischen Sololäufen

Per Mertesacker: Mertesacker, der neue Spielmacher des DFB-Teams. Naja, nicht ganz, aber der Bremer musste immer wieder das Spiel aufbauen, weil die Belgier ihn dazu zwangen – 93 Ballkontakte sind für ihn eine hohe Zahl. Verlor aber in der ersten Halbzeit den ein oder anderen Zweikampf.

Holger Badstuber: Nur zu Beginn mit Schwierigkeiten gegen den jungen Lukaku. Dass man den baumlangen 17-Jährigen nicht ganz ausschalten könnte, war klar. Badstuber spielte aber seine im vergangenen Jahr in der Champions League gewonnene Erfahrung aus. Stark am Ball.

Marcell Jansen: Der Hamburger fand nicht richtig ins Spiel. Auf der linken Seite der Viererkette spielt er beim HSV aber sonst nur, wenn Dennis Aogo verletzt ist. Und das merkte man. Jansen ist mehr Mittelfeldspieler. Durchschnittliche Leistung ohne Patzer, blieb in der Pause für Westermann in der Kabine.

Sami Khedira: Der Neu-Madrilene schaltete sich immer wieder mit in die Offensive ein. Vergaß dabei aber häufiger, rechtzeitig wieder umzuschalten. Ermöglichte dadurch oft eine Überzahl der Belgier im Mittelfeld. Nach dem 1:0 dann aber ein richtiger 6er in der Defensive.

Bastian Schweinsteiger: Ließ sich ungewohnt häufig den Ball abjagen. Durch seinen Patzer in der 10. Minute wäre Lukaku fast die Führung gelungen. Dirigierte das Team aber dann wieder so, wie man es von ihm kennt. Mit zwei Torschüsse und zwei Vorlagen auch im Angriff präsent.

Thomas Müller: Müller ist und bleibt ein Phänomen. Egal wann, egal wo: Er rennt und rennt und rennt. Auch wenn die Partie gegen Belgien sicherlich nicht zu seinen besten gehörte. Reagierte beim Siegtreffer von Klose blitzschnell und legte mustergültig auf. Hatte danach sogar das 2:0 auf dem Fuß.

Mesut Özil: Özil hätte in der ersten Halbzeit freistehend aus 14 Metern schon für Ruhe sorgen können, schoss das Leder aber mit dem schwächeren rechten Fuß weit über den Kasten. Fand in der Folge nicht richtig ins Spiel und hatte nur 63 Ballkontakte. Wurde in der 88. Minute gegen Cacau ausgewechselt.

Lukas Podolski: Es schien so, als hätte der Kölner ein Verbot, die linke Außenbahn zu verlassen. Klebte stur an der Seitelinie. Wenig Ballkontakte, wenig Pässe, dafür aber zwei schöne Torschüsse. Nach 70 Minuten nahm Löw Podolski zu Recht vom Platz und brachte Kroos.

Miroslav Klose: Klose und das Nationaltrikot – das passt einfach. Wie schon bei der WM beschäftigte der Routinier die belgische Abwehr wieder alleine. Gewann zwar nur fünf seiner 14 Zweikämpfe, aber setzte dennoch immer wieder nach. Schob in der 51. Minute aus 13 Metern eiskalt zum Sieg ein.

Heiko Westermann: Ersetzte zur zweiten Halbzeit seinen neuen HSV-Kollegen Marcell Jansen. Für Westermann ist die Rolle des Linksverteidigers nicht gänzlich unbekannt, er fühlte sich aber dennoch nicht richtig wohl. Beschränkte sich auf Defensivaufgaben.

Toni Kroos: Kam in der 70. Minute für Podolski ins Spiel. Forderte danach immer wieder den Ball, konnte sich aber nicht mehr entscheidend in Szene setzen.

Cacau: Kaum drin, schon verwarnt. Sah für ein taktisches Foul zwei Minuten nach seiner Einwechslung für Özil die Gelbe Karte für ein taktisches Foul. Weitere vier Minuten später war Schluss.