Mainz - Der 1. FC Nürnberg verliert zum dritten Mal hintereinander und nähert sich nach dem 0:3 in Mainz der Abstiegszone. Besonders ärgert Trainer Dieter Hecking die Schläfrigkeit seiner Spieler bei Standardsituationen für den Gegner, die sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht.

Auch in Mainz resultierten die ersten beiden Gegentreffer der Nürnberger aus so genannten "ruhenden Bällen" für den Kontrahenten. Zwei Mal flankte der Mainzer Spezialist Christian Fuchs - ein Mal nach einem Eckball und ein Mal nach einem Freistoß - und zwei Mal landete der Ball anschließend im Nürnberger Tor (Schürrle, 27.; Noveski, 54.).

Hecking sieht "gute Antwort auf das Lautern-Spiel"

"Darüber ärgere ich mich maßlos, weil wir diese Situationen immer wieder ansprechen", haderte FCN-Trainer Dieter Hecking. Bereits zum achten Mal kassierten seine Profis in den 14 Ligaspielen Gegentreffer nach Standardsituationen. Die Nürnberger standen durch diese Schwäche Pate für den Mainzer Sieg.

Aus dem Spiel heraus gestatteten sie den Mainzern kaum Torgelegenheit und wussten deshalb nach den zwei ersten Gegentoren eigentlich nicht so Recht, warum sie in Rückstand geraten waren, wie Hecking anmerkte.

Doch der Trainer wollte nicht nur das Negative in den Vordergrund der Analyse stellen. Seine Mannschaft habe nach der bitteren 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserlautern in der Woche zuvor, in Mainz eine deutliche Leistungssteigerung erkennen lassen. "Das war eine gute Antwort auf das Lautern-Spiel", sagte Hecking: "Darauf können wir aufbauen."

Schwere Gegner vor der Winterpause

Insgesamt will Hecking die dritte Niederlage in Serie nicht überbewerten. "Wir wussten, dass wir uns von den Ergebnissen zuvor nicht blenden lassen durften. Bei einer solch jungen Mannschaft ist eine Formdelle normal", analysierte der Trainer. Dennoch zeigt der Trend nach unten und dem Auftritt der Mannschaft war auch in Mainz das Fehlen routinierter Spieler wie Pinola (gesperrt) sowie Nilsson und Bunjaku (verletzt) anzumerken. Vom Saisonziel rückt Hecking ohnehin nicht ab, er sagt: "Für uns gilt weiter nur das Ziel, nicht in die Relegation zu müssen."

Mit 18 Punkten liegen die Nürnberger zwar noch immer im Soll, aber die nächsten drei Gegner vor der Winterpause stehen derzeit alle im oberen Tabellendrittel: Am kommenden Wochenende kommt Tabellenführer Borussia Dortmund nach Nürnberg, dann geht es nach Hoffenheim, bevor zum Vorrundenausklang Hannover 96 in Franken vorspielt.

"Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken", sagt Defensivspieler Juri Judt und meint: "Wir haben keinen Druck, wir können jeden Gegner schlagen und wollen aus jedem Spiel etwas mitnehmen." Besonders auf das Spiel gegen die derzeit beste Mannschaft der Liga freut sich Judt, er sagt stellvertretend für seine Kollegen: "Wir freuen uns auf Dortmund, das wird doch ein geiles Spiel."

Tobias Schächter