Im Spiel eins nach Rafael van der Vaart hat der Hamburger SV eine Blamage gerade noch abwenden können.

Doch sechs Tage vor dem Bundesliga-Auftakt bei Bayern München am kommenden Freitag wartet auf den neuen Trainer Martin Jol noch jede Menge Arbeit. Ohne den zu Real Madrid abgewanderten Spielmacher hatte der HSV beim Neuling der 2. Bundesliga, FC 04 Ingolstadt, einige Mühe, um sich in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde mit 3:1 (0:1) durchzusetzen.

HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer geht das Thema van der Vaart aber inzwischen gehörig auf die Nerven. "Er spielt bei Real Madrid. Ich habe keine Lust mehr, darüber zu reden", sagte er nach dem Pokal-Erfolg und fügte an: "Es dreht sich zu viel um ihn. Das Thema ist durch. Wir müssen gucken, dass wir unseren Weg weitergehen."

Jol hofft auf Verstärkungen

Dass dieser Weg ohne den Mittelfeldstar schwer wird, zeigte die Begegnung in Ingolstadt. Dies musste auch Jol eingestehen. "Es ist nicht leicht, einen Spieler wie ihn zu ersetzen", betonte er. Immerhin hätten die Angreifer Ivica Olic (51. /54.) und Paolo Guerrero (90.+1) wichtige Tore erzielt: "Wenn wir da weitermachen, könnte es vielleicht gelingen."

Jol, der in der vergangenen Woche schon gemutmaßt hatte, dass ohne van der Vaart die Saisonziele in Gefahr sein könnten, hofft deshalb auf Verstärkungen. Doch Beiersdorfer "glaubt nicht", dass sich bis zum Spiel am Freitag beim FC Bayern in dieser Beziehung noch etwas tut. Man müsse abwarten.

Rost auf der Höhe

Ohne van der Vaart bzw. einen van-der-Vaart-Ersatz zeigte der Bundesliga-Vierte der vergangenen Saison vor 11.400 Zuschauern im ausverkauften Ingolstädter Stadion in der ersten Hälfte eine schwache Leistung. Der 0:1-Rückstand durch Ersin Demir (33.) war sogar schmeichelhaft und nur der Tatsache zu verdanken, dass wenigstens Torwart Frank Rost auf der Höhe des Geschehens war.

"Ingolstadt hat viel gut, und wir haben einiges falsch gemacht", sagte Jol zum ersten Durchgang. Beiersdorfer bemängelte insbesondere die fehlende Aggressivität und die mangelnde Abstimmung. Zur Pause wurde es in der HSV-Kabine deshalb laut. Man habe geredet und versucht, "einiges zu reparieren", meinte Jol, der offensichtlich die richtigen Worte gefunden hatte.

Fink zufrieden

Ein Doppelschlag durch den von Juventus Turin umworbenen Olic (Beiersdorfer: "Wir haben schon immer gesagt, dass wir ihn behalten wollen") kurz nach der Pause war letztendlich entscheidend.

"Vielleicht haben wir Angst vor der eigenen Courage bekommen", meinte FCI-Trainer Thorsten Fink, der aber dennoch zufrieden war: "Darauf können wir aufbauen. Wir konzentrieren uns jetzt auf das Punktspiel gegen Greuther Fürth. Das ist das, was zählt."