Am Samstag hebt sich der Vorhang für den Premiere-Ligapokal. bundesliga.de fasst täglich die Neuigkeiten der sechs Teilnehmer zusammen.

FC Bayern München: Altbewährtes für Magaths Propheten

Der deutsche Rekordmeister hat sein Trainingslager in Rottach-Egern beendet. Und somit hatte Felix Magath seinen geschätzten Konditionsparcours Wallberg zur hoch aufragenden Drohkulisse degradiert. Die 1.722 Meter am "Berg der Leiden" blieben den Spielern nämlich bis zum Ende erspart. Was aber eigentlich nichts bedeutet.

Denn, wenn die Propheten nicht zum Berg kommen, muss der Berg eben hinab zu den Propheten. Und so ließ Magath kurzerhand einen hübschen Konditionsparcours mit altbewährtem Spielzeug im Tiefland errichten. An zehn Stationen warteten Medizinbälle und Kurzhanteln darauf bewegt zu werden.

Felix Magath war am Ende jedenfalls zufrieden. "Wir waren immer recht erfolgreich, wenn wir hier waren", erklärte er. Vier Titel hat er mit den Bayern in zwei Jahren gewonnen. Die Grundlagen für den Erfolg wurden immer am Fuße, gerne auch am Gipfel des Wallbergs gelegt. Im Premiere-Ligapokal könnte es dafür wieder die Bestätigung geben.

Werder Bremen: Hitzegewitter und ein Griff an die Knolle

Falls die Profis des SV Werder Bremen nach dem 1:3 gegen Kaiserslautern die zweite Testspielniederlage in Folge den hohen Temperaturen anlasten wollten, sorgte Thomas Schaaf mit einem verbalen Hitzegewitter für kurzfristige Erfrischung. "Kaiserslautern hat hier auch gespielt. Da muss sich jeder an die eigene Knolle fassen!", forderte Bremens Coach.

Aber selbst der Griff zum Riechorgan war, so Schaaf, seinen Spielern gegen den FCK wohl mit zu viel Aufwand verbunden. "Man muss sich erst einmal bewegen, um sich die Freiräume zu schaffen, um miteinander spielen zu können. In der zweiten Halbzeit war das Nichts. Keine Gegenwehr! Kein Tordrang!"

Da Schaaf über einen breiten Kader verfügt, droht er bereits mit Rotation: "Wenn einer nicht will, dann kommt eben der Nächste zum Zug." Um 18 Uhr hat sein Team heute die Möglichkeit dem Trainer zu beweisen, dass alle wollen. An Motivation sollte es nicht mangeln. Der Gegner heißt Girondins Bordeaux. Die Motivation: Johan Micoud.

Hertha BSC Berlin: Spielverderber aus Hamburg

Hertha BSC Berlin hat seine Fans bereits zur großen Saison-Auftaktsause eingeladen. Für Sonntag haben sich die Vereinsverantwortlichen ein großes Rahmenprogramm von morgens bis abends einfallen lassen.

Ab 9 Uhr treten die offiziellen Hertha-Fan-Clubs beim Hertha-Cup gegeneinander an. Dort können sie ihren Idolen dann entweder nacheifern oder aber eventuell zeigen, wie man es besser macht.

Denn bereits morgen spielen die Profis im Premiere-Ligapokal gegen den Hamburger SV. Eine erste Kraftprobe also für Falko Götz und seine Mannen. Und ein Sieg über den HSV würde garantieren, dass ein anlässlich der Sonntagsfeierlichkeiten für die Fans organisiertes Show-Training nicht den Charakter eines Straftrainings annimmt.

Hamburger SV: Spielverderber aus Überzeugung

Der Hamburger SV wird am Samstag natürlich alles daran setzen, dass genau das eintrifft. Allerdings sind die Hanseaten in den vergangenen zehn Jahren nicht gerade als Favorit in den Premiere-Ligapokal gestartet. Einmal, nämlich 2003, konnte man den Wettbewerb gewinnen. Die Hertha schaffte das immerhin doppelt so oft.

Was den HSV natürlich nicht per se zum Außenseiter stempelt. Schließlich erkennt Hertha-Coach Falko Götz in den Hamburgern einen der größten Bayern-Jäger im Kampf um die Meisterschaft.

Und sein Hamburger Pendant Thomas Doll bestätigt diese Vermutung mit der Kampfansage: "Wir wollen der Liga zeigen, dass wieder mit uns zu rechnen ist!" Ergo, Sieg im Premiere-Ligapokal und Straftraining für die Hertha-Kicker.

Bayer Leverkusen: Hier kommen wir Pillendreher!

Als Mainz 05 in die Bundesliga aufstieg, entzogen die Fans möglichen gegnerischen Schmähgesängen die Wirkkraft, indem sie selber sangen: "Wir sind nur ein Karnevalsverein!"

Dass man durch den erfrischenden Einsatz von Ironie den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen kann, hat man nun auch bei den Pillendrehern vom Rhein erkannt. Ja, so darf man Bayer 04 neuerdings nennen, ohne mit Apostrophierung arbeiten oder gar ein schlechtes Gewissen bekommen zu müssen.

"Es erfüllt uns mit besonderem Stolz, von allen Seiten als Werkself bezeichnet zu werden", erklärt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. "Dieses Selbstverständnis wollen wir zum Ausdruck bringen."

Mit dem neuen rezeptfreien Selbstverständnis im Rücken, muss Schalke 04 befürchten, dass ihr rheinischer Vorrundengegner im Premiere-Ligapokal "abgeht wie's Zäpfchen".

Schalke 04: Kommando "Attacke" zur Titelverteidigung

So wie einst ein Victor Agali bei den "Knappen". Der Nigerianer hält immer noch den Wettbewerbsrekord für das schnellste Tor. 2001 benötigte Agali zwei Minuten für den Schalker Führungstreffer gegen Halbfinalgegner Dortmund. Nur eine von vielen Anekdoten und Statistiken, mit denen S04 vor dem Premiere-Ligapokal zur "Attacke" trompetet.

Nicht ohne Grund blickt man auf Schalke mit gehörigem Selbstbewusstsein der offiziellen Saisoneröffnung entgegen. Seit 1997 nahm Schalke vier Mal an dem Turnier teil und kam dabei drei Mal ins Finale. Letztes Jahr besiegte man dort den VfB Stuttgart.

Und Coach Mirko Slomka verstünde die Titelverteidigung als motivatorischen Fingerzeig für die bevorstehende Saison: "Wir wollen unserem Ruf als Titelverteidiger gerecht werden. Außerdem gibt es einem Team ein gutes Gefühl, in diesem Wettbewerb gut abzuschneiden. Nach unserem Sieg im Vorjahr sind wir in den ersten zehn Partien der Bundesliga unbesiegt geblieben."

MIchael Wollny

Alles zum Premiere-Ligapokal