Freiburg - Nils Petersen gelingt beim Freiburger 4:1-Sieg gegen Frankfurt gleich ein Hattrick. Der Goalgetter gibt sich bescheiden und lobt die Kollegen – sehr zur Freude von Trainer Christian Streich, der den ehemaligen Bremer als "Teamplayer" schätzt.

"Wenn ich so was vorher geahnt hätte, wäre ich kein Realist", sagte der neue Freiburger Goalgetter nach der Partie. "Es wird jetzt natürlich schwer, das noch mal zu bestätigen." Zuvor hatte Petersen zuvor drei Treffer zum Freiburger 4:1-Sieg über Eintracht Frankfurt beigesteuert – und damit im ersten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber gleich einen Hattrick erzielt. Und zwar einen, den man früher als "lupenrein" bezeichnet hätte.

Belebung fürs Angriffsspiel

Ein Glück, dass in Freiburg niemand von ihm verlangt, dass er solche Wunderdinge an jedem Wochenende wiederholt, schließlich war der ehemalige Bremer im Dezember geholt worden, weil der SC in der Hinrunde das Kunststück fertiggebracht hatte, in 17 Partien nur 17 Tore zu schießen (Die Baustellen des SC Freiburg in der Winterpause) – davon nur eines von einem etatmäßigen Stürmer. Da sind drei Tore in einem einzigen Spiel auch dann ein dickes Ausrufezeichen, wenn er beim nächsten Auswärtsspiel in Mönchengladbach leer ausgehen sollte.

Topdaten zum Spiel

  • Nils Petersen gelingt als erstem Freiburger in der Bundesliga ein lupenreiner Hattrick.
  • Es war der erste lupenreine Hattrick eines Einwechselspielers seit mehr als zehn Jahren.

Denn das Freiburger Angriffsspiel – so viel scheint schon jetzt sicher – kann Petersen auch dann beleben, wenn er selbst torlos bleibt. Gegen Frankfurt behauptete er vorne die Bälle, legte clever auf seine Mitspieler ab und schien überhaupt die ganze Elf mitzureißen. Vladimir Darida, der Elfmeter-Schütze zum 1:1 (62.), Felix Klaus, Mike Frantz und Jonathan Schmid blühten in der zweiten Halbzeit jedenfalls sichtlich auf und fütterten Petersen mit zentimetergenauen Flanken. Vor seinem ersten Treffer legte Jonathan Schmid zentimetergenau auf, seinem zweiten und dritten Treffer gingen exakt getimte Flanken von Mike Frantz (3:1) und Schmid (4:1) voraus. Petersen selbst zeigte dann die Abgebrühtheit vor dem Tor, die man sich im Breisgau so lange ersehnt hatte. "Ich hatte auch zwei, drei unnötige Ballverluste, nachdem ich reinkam", relativierte Petersen. "Nach dem Tor lief es dann..."

Serie "Die Verbesserer"

Warum Nils Petersen den SC Freiburg in der Rückrunde auf ein neues Niveau heben kann.

Und das, obwohl Petersen in der gesamten Wintervorbereitung ohne Torerfolg geblieben war und noch vergangene Woche selbst sehr nachdenklich gewirkt hatte (Interview mit Nils Petersen). Nach einer offenbar eher durchwachsenen (und torlosen) Wintervorbereitung mit seinem neuen Team hatte der strenge Trainer zunächst auf Mike Frantz als zweite Spitze neben Admir Mehmedi gesetzt. Und dabei kurz darauf nach eigenem Bekunden einen Spieler erlebt, der sich trotz der Enttäuschung über die Nichtberücksichtigung als Mann mit sozialer Intelligenz gezeigt habe: "Er hat das akzeptiert und seine Kollegen gepusht", berichtete Streich. "Dass er so klasse reagiert, ist mir mindestens so wichtig wie die Tore. Wir brauchen diese Bereitschaft, sich hundertprozentig auf das Wohl der Mannschaft zu konzentrieren." Petersen, so Streich, sei "ein Teamplayer". Tatsächlich scheint da ein Mann nach Freiburg gekommen zu sein, der vor Größenwahn gefeit ist: "Von so etwas getraut man sich ja nicht einmal zu träumen", ließ er wissen. "Aber wenn man drei solche Vorlagen bekommt, ist es auch einfach für einen Stürmer."

Christoph Ruf