Zusammenfassung

  • Neuer: Kovac denkt "noch wie ein Spieler" und will "fast selber mitspielen"
  • Kovac wird auch in Zukunft rotieren
  • Der Coach will "Großes erreichen"

München - An der Seitenlinie zeigte Niko Kovac vollen Einsatz. Immer wieder verschaffte sich der neue Trainer des FC Bayern München mit lauten Pfiffen Gehör bei seinen Spielern auf dem Rasen und gab taktische Anweisungen. Mit Erfolg, denn die Bayern setzten sich mit 3:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim durch und bescherten ihrem neuen Chef einen Bundesliga-Einstand nach Maß.

Nach fünf vergeblichen Anläufen gegen die TSG (drei Remis, zwei Niederlagen) wollte Kovac nun endlich seinen ersten Sieg als Trainer gegen die Kraichgauer feiern. "Man merkt, dass er hungrig und ehrgeizig ist", beschreibt Bayerns Kapitän Manuel Neuer die Herangehensweise seines neuen Chefcoaches. "Er ist ein etwas jüngerer Trainer. Junge Trainer denken eher noch wie ein Spieler und wollen fast selber mitspielen."

Vergangenheit als Spieler von Vorteil

Es ist gerade einmal neun Jahre her, dass Kovac seine Fußballschuhe an den Nagel hängte. Schon als Profi meldete der defensive Mittelfeldspieler Führungsansprüche auf dem Rasen an, die er nun in seiner Rolle als Trainer ausleben kann. Dabei profitiert er von seiner Vergangenheit. "Es ist ein Vorteil, wenn man selbst Fußballer war. Ich konnte mir vieles abschauen in meiner Karriere. Ich habe mich selbst und meine eigene Denkweise entwickelt", sagt der 46-Jährige.

Niko Kovac will
Niko Kovac will "fast selber mitspielen", wie Manuel Neuer sagt © gettyimages / Sebastian Widmann

Auch im Umgang mit seinen Schützlingen zehrt Kovac von seinen Erlebnissen als Profi. "Es ist ein Vorteil, um gewisse Ansprachen an die Spieler zu richten. Wenn ich wusste, was der Trainer wollte, war ich gut." Zu moderieren und zu vermitteln ist im Starensemble der Bayern eine seiner großen Herausforderungen. Immer wieder werde es daher Härtefälle geben, kündigte Kovac schon während der Vorbereitung an. Gegen Hoffenheim traf es beispielsweise Arjen Robben, der zunächst auf der Bank saß.

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Robben zeigt richtige Reaktion

Nach seiner Einwechslung kurz vor der Pause für den verletzten Kingsley Coman zeigte der Niederländer die richtige Reaktion auf dem Platz und belohnte sich mit seinem Tor zum 3:1-Endstand kurz vor Schluss für seinen starken Auftritt. "Man hat gesehen, dass gerade die Spieler, die reingekommen sind, eine positive Ausstrahlung haben und uns geholfen haben", sagte Kapitän Neuer und nannte neben Robben auch Neuzugang Leon Goretzka. "Leon und Arjen haben das Spiel teilweise zu unseren Gunsten entschieden. Das ist ein klares Signal, dass man solche Rollen auch gut annehmen kann."

Passsicher wie zu alten Profi-Zeiten: Niko Kovac, der neue Coach der Bayern
Passsicher wie zu alten Profi-Zeiten: Niko Kovac, der neue Coach der Bayern © imago / Philippe Ruiz

Unmittelbar nach dem Abpfiff führte Kovac‘ Weg zunächst zu Robben, er klatschte zufrieden mit dem strahlenden "Edeljoker" ab. "Diese Rotation wird auch in Zukunft passieren. Ich glaube, dass wir alles richtig gemacht haben", sagte Kovac hinterher auf der Pressekonferenz. Die Kommunikation ist ihm sehr wichtig. Die Spieler, die nicht den Sprung in den Kader schafften, informierte er in einem persönlichen Gespräch über seine Entscheidung, wie er im Vorfeld der Partie erklärte.

Kovac will "Großes erreichen"

Diese Entscheidungen können von Spiel zu Spiel immer anders ausfallen. "Wir sind alle Spieler des FC Bayern und wir wissen, dass wir eine sehr lange Saison vor der Brust haben und dass sich da natürlich viel tun wird", sagt Neuer.

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Für Kovac ist daher der Zusammenhalt sehr wichtig. "Wir müssen versuchen die Freude, die Leidenschaft, den Teamspirit, aber auch die Egoismen, die jede Mannschaft hat und die auch wir haben, in Eins zu tun", erklärte er vor dem Saisonstart. "Dann kann etwas entstehen und man kann auch Großes erreichen."

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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