Hoffenheim - Niklas Süle ist bei der TSG 1899 Hoffenheim schon nicht mehr wegzudenken. Als einziger Feldspieler der Sinsheimer hat der Youngster bisher noch keine Sekunde auf dem Platz verpasst. Und das als jüngster Spieler im Kader.

20 wird dieser Baum von einem Kerl erst im nächsten Jahr. Niklas Süle ist gerade erst am 3. September 19 Jahre jung geworden. Wer diesen hünenhaften Innenverteidiger aber in dieser Saison bei der TSG 1899 Hoffenheim spielen sieht, könnte denken, da kickt einer schon jahrelang in der Bundesliga.

Wie ein Routinier in der Viererkette

Schon in der vergangenen Saison deutete der in Frankfurt geborene Süle an, was für ein großes Potenzial in ihm steckt. In dieser Runde aber wirkt er fast schon wie ein Routinier in Hoffenheims Viererkette. In der ist er im bisherigen Saisonverlauf mit Kapitän Andreas Beck zusammen die Konstante, Ermin Bicakcic fiel wegen einer Verletzung aus, Linksverteidiger Jin-Su Kim wegen seiner Teilnahme an der Asienmeisterschaft.

Süle ist im Innenverteidiger-Ranking derzeit die Nummer eins vor Bicakcic, Strobl, Abraham und Vestergaard. Die Entwicklung des hünenhaften Athleten (1,94 Meter) ist rasant. Viel beweglicher um die Hüften ist er geworden in den vergangenen zwölf Monaten, er grätscht nicht oft, läuft den Ball immer öfter dem Gegner durch geschicktes Stellungsspiel ab, und torgefährlich ist Süle auch: vier Treffer stehen in seiner Bundesligakarriere in 34 Spielen in der Statistik. Wo seine Grenzen liegen, ist ebenso offen, wie die Frage, wo die der noch ungeschlagenen Mannschaft anfangen.

Einladung zur U20-Nationalmannschaft

Zu viel Lob will Trainer Markus Gisdol aber nicht hören - weder für seine Mannschaft, die derzeit Tabellenzweiter ist, noch für sein großes Innenverteidigertalent namens Süle. Gisdol sagt: "Ich will jetzt nicht zu viel loben, sonst geht das noch ins falsche Gehirn. Niklas Süle soll sich weiter so auf den Fußball konzentrieren wie in den letzten Monaten, dann passt das schon."

Früher hat Süle schon einmal gerne Süßigkeiten gegessen und sich nach guten Leistungen ausgeruht. Aber auch das hat er abgelegt. Gisdol kennt natürlich seine Spieler. Der Trainer weiß auch: Geht Süles Entwicklung so weiter, ist die Einladung in die U20 Nationalmannschaft für ein Turnier in den Niederlanden in der kommenden Woche bestimmt nicht seine letzte.

Tobias Schächter

Die TSG 1899 Hoffenheim im Startcheck