Zusammenfassung

  • Nicolai Müller sorgte mit seinem Tor für den HSV-Heimsieg

  • Beim Jubel zog er sich einen Kreuzbandriss zu

  • Sieben Monate Verletzungspause

Köln - Selten sah man Glück und Leid innerhalb von nur wenigen Sekunden bei einem einzigen Spieler so eng beieinander liegen. Am Samstagnachmittag avancierte Hamburgs Nicolai Müller erst zum Matchwinner und schoss den 1:0-Sigetreffer gegen den FC Augsburg und wurde dann doch noch Pechvogel des Spieltags. Nach einem verunglückten Torjubel fällt der Offensivspieler mehrere Monate aus.

Die verheerende Diagnose gab es am Sonntagmorgen für Nicolai Müller und dem Hamburger SV. Der 29-Jährige fällt mit einem Kreuzbandriss am rechten Knie monatelang aus und wird dem Bundesliga-Dino voraussichtlich in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Vom Matchwinner zum Pechvogel. "Meine Familie gibt mir großen Halt. Aber zurzeit kann mich nicht viel aufmuntern", sagte er der "Bild"-Zeitung.

"Ich bin nach meinem üblichen Hubschrauber-Jubel unglücklich mit dem rechten Bein weggerutscht. Dabei habe ich mich am Knie verletzt. Es ist so dumm gelaufen", sagte Müller.

Es fing alles so gut an für den HSV am Samstag gegen Augsburg. Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol war gewillt die Pokalschmach von Osnabrück zu tilgen und den Fans einen Start nach Maß zu schenken. Schon nach acht Minuten schoss Müller dann das Tor des Tages und setzte danach zu seinem Unheil bringenden Jubel an. Mit viel Kampfgeist brachten die Rothosen dann den aber Sieg ins Ziel.

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Auf die Toren und Vorlagen des 29-Jährigen muss Trainer Gisdol jetzt erst einmal verzichten. "Es ist vor allem auch traurig für ihn. Er kam gut rein, hat frisch gewirkt", fand der HSV-Trainer. Jetzt muss er auf einen seiner Leistungsträger verzichten. Der ehemalige Nationalspieler war so etwas wie die Lebensversicherung des HSV in den vergangenen Jahren. In den letzten beiden Spielzeiten traf er insgesamt 14 Mal und gab zwölf Vorlagen. Kein anderer HSV-Spieler kommt auf derartige Zahlen.

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Ob die Hamburger jetzt noch einen Ersatz für den verletzten Müller holen werden, ist fraglich. "Wir sind schon so aufgestellt, dass wir jetzt nicht zusammenbrechen. Wir müssen sehen, ob es Sinn macht, noch mal tätig zu werden."

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Gisdol verwies auch auf seinen Kader, der den Ausfall Müllers kompensieren könne. Vielleicht schlägt jetzt die Stunde von Bakery Jatta oder Sven Schipplock. Auch Luca Waldschmidt, der am letzten Spieltag der vergangenen Saison das Tor zum Klassenerhalt schoss, ist eine Option. Ganz weit in der Hinterhand hat Gisdol noch den junge 17-Jährige Fiete Arp aus der eigenen Jugend kommt und noch eine große Zukunft vor sich hat.

Alexander Barklage/sid