Berlin - Wird aktuell nach den positiven Überraschungen der Spielzeit 2014/15 bei Hertha BSC gefragt, so fällt häufig der Name Nico Schulz. Seit dem Beginn der Saison stand Schulz in jedem Pflichtspiel in der Startelf der Blau-Weißen und durfte fast immer über die volle Distanz ran.

"Ich habe versucht, eine gute Vorbereitung zu absolvieren, um zum Start der Saison gleich voll da zu sein", beschreibt der gebürtige Berliner die momentane Situation, um den Finger sogleich im nächsten Satz in die Wunde zu legen: "Ich freue mich zwar über meine aktuelle Situation, dennoch ist der Erfolg der Mannschaft wichtig. Da müssen wir nachlegen."

Durchgestartet trotz großer Konkurrenz

Trotz seiner momentan erfreulichen Lage gefällt es dem Linksfuß sichtlich nicht, wie sein Club in die Bundesliga gestartet ist. Schnell fallen die Begriffe "konsequentes Verteidigen" und "höhere Konzentration", vor allem in Bezug auf den Defensivverbund.

Dass Schulz zu Beginn der Saison eine solch wichtige Rolle einnehmen würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Für seine linke Seite wurden mit Marvin Plattenhardt, Valentin Stocker und Genki Haraguchi gleich drei neue Konkurrenten verpflichtet. "Natürlich habe ich im ersten Moment geschluckt, als ich gesehen habe, wer alles neu dazukommt. Für die Mannschaft ist es aber sinnvoll, da sie in der Breite und vor allem in der Qualität verbessert wurde."

Nico Schulz hat den Konkurrenzkampf voll angenommen und sich fürs Erste durchgesetzt. "Für mich persönlich läuft es doch gut, ich kann das ganze Drumherum gut ausblenden und mich auf meinen Job konzentrieren", so Schulz. "Letztlich liegt es immer an einem Selbst, ob er spielt oder nicht."

Schulz' einfaches Erfolgsrezept

Schulz ist ein echtes Berliner Eigengewächs und bereits seit dem Jahr 2000 bei Hertha BSC. Obwohl Schulz erst 21 Jahre alt ist, geht er mit den Hertha-Profis bereits in seine fünfte Saison. Dessen ist sich auch Trainer Jos Luhukay, der stets Wert auf die Einbindung der eigenen Jugend legt, bewusst.

Für Schulz stellt der Niederlände Forderer und Förderer dar. Nachdem der Coach in der Vergangenheit gefordert hatte, dass Schulz erwachsener werden solle, stellt er ihm nun ein gutes Zwischenzeugnis aus: "Nico ist in seiner Entwicklung noch längst nicht fertig. Er hat aber noch mal einen Schritt gemacht und befindet sich auf einem guten Weg." Doch von einer enormen Weiterentwicklung möchte Schulz noch nichts wissen und fügt bescheiden hinzu, dass es noch nicht Zeit für ein Fazit sei und es die weitere Entwicklung abzuwarten gelte.

In Freiburg soll der erste Dreier her

"Ich versuche noch besser und härter zu trainieren, so einfach ist das", beschreibt der Profi mit der Nummer 26 sein aktuelles Erfolgsrezept, "vielleicht bin ich in meiner Leistung auch konstanter geworden." Auf welcher Position der vielseitige Profi dabei zum Einsatz kommt, ist ihm gar nicht so wichtig: "Von Bedeutung ist doch, dass ich spiele und dem Team weiterhelfen kann."

Dies hat Schulz in den vergangenen Spielen auf jeden Fall getan, auch wenn die Ergebnisse noch nicht passten. Gegen den SC Freiburg (Freitag, ab 20:00 Uhr im Liveticker) erwartet der 21-Jährige eine kampfbetonte Partie, in der die Stärken der Mannschaft wieder mehr in den Fokus rücken sollen: "Wir haben ein gutes Team und auch spielerisch einiges drauf. Dies wollen wir in Freiburg umsetzen und erstmals die drei Punkte mitnehmen."