München - Mit seinen Paraden hat Roman Bürki dem SC Freiburg in dieser Saison schon so manchen Punkt gerettet. Dennoch hat der Sport-Club vor dem letzten Spiel der Hinrunde gegen Hannover 96 nur magere 14 Zähler auf der Habenseite.

"Wir könnten darüber nachdenken, wie viele Punkte wir in den letzten Minuten verschenkt haben, aber das bringt nichts", sagt der Schweizer, der mit einer Fangquote von 73,86 Prozent zu einem der stärksten Keeper der Bundesliga gehört. Im Interview spricht der 24-Jährige über seine Erfahrungen während seines ersten halben Jahres in Deutschland, seine Ziele mit dem SC Freiburg und positive Aspekte einer Niederlage.

Frage: Roman Bürki, können Sie der 0:2-Niederlage beim FC Bayern auch etwas Positives abgewinnen?

Bürki: Es war wichtig, dass wir bei zwei Toren geblieben sind. Allgemein haben wir sehr gut verteidigt, andere Mannschaften sind hier mit einer Klatsche wieder nach Hause gefahren.

"Das Zuschauerinteresse ist überragend"

Frage: Sie hatten mit elf abgewehrten Torschüssen großen Anteil daran, dass es bei nur zwei Gegentoren blieb. Was ist generell der Schlüssel für eine solche Leistung?

Bürki: Für mich ist es wichtig, direkt mit einer guten Aktion zu starten. Das gibt mir Selbstvertrauen und dann fühle ich mich über 90 Minuten gut. Ich bin froh, wenn ich ab und zu mit meinen Interventionen der Mannschaft helfen kann.

Frage: Sie wechselten im Sommer vom Grasshopper-Club Zürich nach Freiburg. Wie haben Sie die Bundesliga bislang erlebt?

Bürki: In Deutschland ist Fußball die Nummer eins. Das merkt man extrem, vor allem an der Medienpräsenz. Aber auch das Zuschauerinteresse ist überragend. Ich freue mich jeden Tag, bei einem Bundesligisten zu trainieren und am Wochenende auf dem Platz zu stehen.

Frage: Wie fällt Ihr persönliches Fazit nach dem ersten halben Jahr beim Sport-Club Freiburg aus?

Bürki: Ich bin mit dem Ziel hierhergekommen, konstant meine Leistung zu bringen. Die Konstanz ist bis auf ein, zwei Spiele eigentlich okay gewesen. Die Mannschaft und der Trainerstab haben mir dabei geholfen. Das tägliche Training eines Bundesligisten bringt einen schon sehr voran.

"Dürfen nicht zu sehr auf die Tabelle schauen"

Frage: Welche konkreten Ziele haben Sie sich gesteckt?

Bürki: Ich will auch in der Rückrunde weiter konstant spielen. Ich will mir mit Freiburg schnell ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschaffen.

Frage: Wie sehr beeinflusst die prekäre Tabellensituation die tägliche Arbeit?

Bürki: Wir dürfen nicht zu sehr auf die Tabelle schauen. Man sieht sie natürlich immer, aber darf sie nicht ernst nehmen. Wir könnten auch darüber nachdenken, wie viele Punkte wir in den letzten Minuten verschenkt haben. Aber das bringt nichts. Wir müssen daran arbeiten, dass wir in der Rückrunde möglichst viele Punkte zuhause holen und auswärts immer mindestens einen Punkt anvisieren. Wir werden alles dransetzen, dass wir so schnell wie möglich da unten rauskommen.

Frage: Was haben Sie sich für das letzte Heimspiel am Sonntag gegen Hannover 96 vorgenommen?

Bürki: Für uns als Mannschaft ist es wichtig, dass wir die Hinrunde gut abschließen, möglichst mit einem Sieg. Wir werden alles dransetzen, gegen Hannover drei Punkte zu holen. Danach können wir mal wieder einen Blick auf die Tabelle werfen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz