Dortmund - Ein spätes Gegentor, wieder kein Heimsieg - nach dem1:1 gegen Paris St. Germain muss der BVB um den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League bangen.

Grund, am eigenen Können zu zweifeln, gibt es trotzdem keinen, betont Neven Subotic im Interview.

Frage: Zum ersten Mal in dieser Saison hat eine 1:0-Führung nicht zum Sieg gereicht. Was war los in der letzten Viertelstunde, als Paris immer stärker wurde?

Neven Subotic: Paris hat in der Schlussphase volles Risiko gespielt. Teilweise standen sie mit vier Stürmern vorne und waren sehr gefährlich. Trotzdem konnten sie uns nicht auskontern. Und dann passiert so ein Tor, bei dem du eigentlich gar nicht viel machen kannst.

Frage: War der Gegentreffer in der 87. Minute einer gewissen Unkonzentriert kurz vor dem Abpfiff geschuldet oder einfach nur Pech?

Subotic: Wir waren nicht unkonzentriert. Wir sind Fußballer, wir spielen auch bis zur 95. Minute. Ich würde es eher als Pech einordnen. Paris wollte hier in Dortmund mit Kontern zum Erfolg kommen. Das haben wir nicht zugelassen. Wir haben die meisten Angriffe gut gestoppt, den Rest hat Roman Weidenfeller im Tor souverän erledigt. In dieser Hinsicht haben wir unseren Job gut gemacht. Das Tor war unglücklich, aber wir sollten deswegen nicht krampfhaft nach Fehlern suchen. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht.

Frage: Ist das Unentschieden auch ein Ergebnis mangelhafter Chancenverwertung?

Subotic: Wenn man nur die Chancen auf beiden Seiten rechnet, wären wir der klare Sieger. Wir haben über weite Strecken Dominanz gezeigt und uns sehr viele gute Chancen herausgearbeitet. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir sie nicht genutzt haben. Aber es spricht auch für uns und für unsere Qualität, dass wir diese Möglichkeiten gegen Paris überhaupt hatten. Wir haben wieder einen großen Aufwand betrieben und mutig nach vorne gespielt. Unser Kombinationsspiel hat funktioniert, auch wenn Paris defensiv sehr kompakt stand und uns das Leben schwer gemacht hat.

Frage: Sie selbst hatten in der 54. Minute auch eine große Chance zur vorentscheidenden 2:0-Führung.

Subotic: Das stimmt, ich hatte das 2:0 auf dem Kopf. Hätte ich da besser gezielt und den Ball nicht aus vier Metern neben das Tor gesetzt, wäre es ein ganz anderes Spiel gewesen. Das muss ich auf meine Kappe nehmen.

Frage: Jetzt war der BVB sowohl gegen Sevilla als auch gegen Paris die bessere Mannschaft - und steht mit einem Punkt aus diesen Partien da. Wie ärgerlich ist das?

Subotic: Es ist frustrierend, wie wir die Punkte abgegeben haben. Gegen Sevilla waren wir deutlich die bessere Mannschaft, standen dann komplett ohne Punkte da. Das war schon krass. Gegen Paris wollten wir uns selbst zeigen, dass wir es besser können. So wie gegen Sevilla, aber am Ende erfolgreicher. Über weite Strecken ist uns das gelungen, aber dann hatten wir doch Pech.

Frage: Wie schätzen Sie jetzt die Chancen ein in der Europa League? Zurzeit liegt Dortmund mit vier Zählern nur auf dem 3. Platz.

Subotic: Bis jetzt ist in unserer Gruppe noch nichts entscheiden. Noch ist keine Mannschaft qualifiziert fürs Achtelfinale. Auf uns warten jetzt noch sehr interessante Auswärtsspiele. Das gibt in zwei Wochen schon ein schönes Endspiel in Paris. Da wollen wir wieder so spielen wie zuhause - und in neun von zehn Fällen gehst du dann auch als Sieger vom Platz.

Frage: Also gilt jetzt auch mit Blick auf das nächste Bundesligaspiel am Sonntag gegen Hoffenheim die Devise "Mund abputzen, weitermachen"?

Subotic: Wir wissen, dass unser Spiel auf lange Sicht Erfolg verspricht, wenn wir es so gestalten wie in den letzten Wochen. Wir dürfen jetzt nicht den Kopf hängen lassen, sondern müssen weiter unser Spiel durchziehen. Und wenn wir unsere Chancen beim nächsten Mal wieder besser nutzen, dann gewinnen wir die Partien auch!

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte