München - Die Saison 2010/11 war für Chinedu Obasi eigentlich eine Spielzeit zum Vergessen. Diverse Verletzungen warfen den wieselflinken Stürmer von 1899 Hoffenheim immer wieder zurück.

Dabei begann die Leidenszeit des Nigerianers bereits direkt nach seiner Rückkehr von der WM in Südafrika, als ein Ermüdungsbruch im Schienbein eine Operation erforderte und ihn bis Ende Oktober außer Gefecht setzte.

Monatelange Pause

Über Kurzeinsätze arbeitete sich der 25-Jährige abermals an die Startelf heran. Schon nach zwei Spielen von Beginn an ereilte Obasi allerdings der nächste Dämpfer, die alte Blessur brach wieder auf und zwang zu einem erneuten Eingriff.

Was hierauf folgte, waren 27 quälende Wochen voller Reha-Maßnahmen und Individualtraining, in denen der Pechvogel die Teamärzte häufiger sah als seine Mannschaftskameraden. Erst am 34. Spieltag feierte Obasi ein sechsminütiges Comeback, was seinem persönlichen "Seuchenjahr" wenigstens einen versöhnlichen Abschluss verlieh - das Ende der Odysee.

Ein Schuss, kein Tor

Helfen konnte der hochveranlagte Mann aus Enegu seinen Hoffenheimern dennoch kaum. Insgesamt kam Obasi in der abgelaufenen Saison nur auf 132 Spielminuten, verteilt über fünf Partien. Treffer oder Vorlagen vermochte der Angreifer nicht beizusteuern - wie auch, bei nur einem einzigen eigenen Torschuss.

Das sah im Vorjahr ganz anders aus: Obwohl Obasi auch 2009/10 mehrfach durch Verletzungen aus dem Tritt gebracht wurde, konnte sich sein Leistungszeugnis von neun direkten Torbeteiligungen (sieben Treffer, zwei Assists) in 23 Partien absolut sehen lassen.

Mit harter Arbeit zu alter Stärke

Daran will der Rechtsfuß auch in der kommenden Saison anknüpfen. Dafür schuftet Obasi, der 2007 vom FK Lyn Oslo den Weg in den Kraichgau fand, sogar während der Sommerpause.

Denn während seine Kollegen die fußballfreie Zeit genießen und in den wohlverdienten Urlaub fahren, hält sich der Rekonvaleszent in der Heimat im Kreise der Nationalmannschaft fit - und spekuliert auf Wettkampfpraxis in der Qualifikation für den Afrika-Cup.

Obasi als "Neuzugang"

"Ich gehe nur dorthin, um meine Leistung zu verbessern", sagte Obasi der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Wenn ich gut bin, dann kann ich auch bei der Mannschaft bleiben. Und wenn nicht, dann trainiere ich eben für mich."

Bei 1899 freut man sich jedenfalls schon auf den "Neuzugang" von der Krankenstation. "Er hat versprochen, in Zukunft auf seinen Körper und die richtige Ernährung zu achten", hoffte Dietmar Hopp vor wenigen Wochen in der "Bild", dass die "Nummer 20" dieses Mal gesund bleibt. Sein großes Potential hat Obasi schließlich schon mehr als ein Mal gezeigt, nun geht es um die Konstanz.

Stefan Missy


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