Die Entscheidung ist vertagt, auch nach dem 32. Spieltag steht noch kein Absteiger aus der Bundesliga fest. Selbst der Karlsruher SC kann es trotz der 2:3-Heimniederlage gegen Hannover 96 noch packen. Es wird also weiter gehofft, gezittert und gebangt im Tabellenkeller.

Eine simple Erklärung für das Dilemma der Abstiegskandidaten liegt in der schwachen Chancenverwertung und Torausbeute. So kommen die drei Letzten Karlsruhe (23 Tore), Cottbus und Bielefeld (je 27) auf einen Schnitt von nicht mal einem Treffer pro Spiel.

Auch die Trainer im Offiziellen Bundesliga Manager können ein Lied von der Abschlussschwäche der Stürmer der "Bad Five" singen. Selbst die besten Angreifer aus Karlsruhe, Cottbus, Bielefeld, Bochum oder Mönchengladbach liegen mit ihrer OBM-Trefferquote zuverlässig im unterdurchschnittlichen Bereich.

Dürftige Torquoten

Immerhin darf sich Christian Timm – in der Bundesliga ein Null-Tore-Stürmer des KSC – im OBM über die zuletzt beste Quote aller Karlsruher Angreifer freuen. Der 30-Jährige traf in 1541 virtuellen Spielen 459 Mal, was eine Torquote von 0,29 bedeutet. Zum Vergleich: Top-Stürmer wie Mario Gomez oder Mladen Petric erreichen meist eine Quote von über 0,43 Prozent.

Bei Energie Cottbus trägt Emil Jula zwar die Nummer 9 auf seinem Trikot. Aber ein echter knipsender Mittelstürmer ist der Rumäne mit zwei Saisontoren nicht unbedingt. Im OBM fiel in etwa jedem fünften Spiel mit Julas Beteiligung ein Tor. Mit dieser sehr dürftigen Torquote (0,21) war Jula aber der beste Cottbuser Stürmer.

Klimowicz kein Knipser

Kaum besser lief es für die Bochumer Angreifer. In Abwesenheit des verletzten Stanislav Sestak schwang sich Diego Klimowicz jüngst zum "Top-OBM-Torjäger" auf. Der wuchtige Ex-Dortmunder erzielte 69 Tore in 314 virtuellen Partien und erreichte wie Jula eine bescheidene 0,21-Torquote.

Auch weil Artur Wichniarek seit dem 19. Bundesliga-Spieltag ohne Torerfolg geblieben ist, steckt Arminia Bielefeld tief im Abstiegsschlamassel. Sturm-Kollege Daniel Halfar, dem in der aktuellen Saison erst ein Treffer gelang, machte im OBM die beste Figur im Arminen-Angriff. Seine Torquote von 0,29 ist recht passabel, allerdings setzten Halfar zuletzt ganze 123 OBMler ein.

Retter Neuville?

36 Jahre ist Oliver Neuville inzwischen alt, bei seinen 23 Saisonspielen für Borussia Mönchengladbach wurde der Ex-Nationalspieler 20 Mal eingewechselt. Mit seiner Vorlage zum 1:0-Last-Minute-Sieg gegen Schalke 04 könnte Neuville einen ganz entscheidenden Beitrag zur Rettung der Borussen geleistet haben. Im OBM trifft der quirlige Stürmer sogar (fast) wie in besten Zeiten. Seine Torquote von 0,30 ist die beste aller Angreifer der letzten Fünf der Tabelle.

Auf die Erfahrung, Übersicht und Schlitzohrigkeit von Neuville wird Gladbachs Trainer Hans Meyer sicher auch nicht in den letzten beiden Saisonspielen verzichten. Meyers OBM-Kollegen machen ebenfalls keinen Fehler, wenn sie auf den Mann mit der Rückennummer 27 setzen.

Stefan Kusche