Stuttgart - Mainz geschlagen, drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg eingefahren und neue Zuversicht gewonnen: Beim VfB Stuttgart keimt wieder Hoffnung. Das ist in erster Linie der Verdienst von Trainer Bruno Labbadia, der derzeit Vieles richtig macht.

Wer noch einen Beweis dafür brauchte, dass es beim VfB Stuttgart wieder aufwärts geht, der war hier richtig. Zahlreiche Beobachter hatten sich in den Katakomben der Mercedes-Benz Arena um ihn versammelt: Patrick Funk, erst 20 Jahre alt, zeigte gegen die schnellen Mainzer Angreifer auf der rechten Außenverteidiger-Position eine starke Partie und war einer der Garanten für den wichtigen Sieg des VfB im Abstiegskampf.

Funk hat "viel gelernt"

Funk zeigt sich im Gespräch mit bundesliga.de zufrieden: "Bruno Labbadia hat im Trainingslager viel mit mir gesprochen und mir sein Vertrauen gegeben", erzählte er: "Ich habe unter dem Trainer in den letzten Wochen viel gelernt." Wie abgeklärt der Jungspund aufspielte, ist gut in der Spielmatrix von bundesliga.de zu sehen. Der Youngster verzeichnete auf seiner rechten Defensivseite.

Funks enorme Fortschritte sind aber nicht die einzige Leistung, die Labbadia seit seinem Amtsantritt vollbracht hat. Der knappe 1:0-Erfolg gegen die Mainzer war eindeutig ein Ergebnis neuen Zusammenhalts. "Wir sind geschlossen aufgetreten und haben uns gegenseitig mitgerissen", beschrieb Mittelfeldmann Zdravko Kuzmanovic nach der Partie die neue schwäbische Erfolgsformel. Mit dem Sieg wurden sie dafür belohnt.

Die Abwehr steigert sich

Natürlich ist bei Labbadias Mannschaft noch nicht alles Gold, was glänzt. Vor allem im spielerischen Bereich schlummert bei den Stuttgartern sicherlich noch jede Menge Potenzial. Dieses abzurufen, ist momentan allerdings nicht primäres Ziel Labbadias. Der Trainer weiß genau, wie groß der Druck des "Gewinnenmüssens" auf seinen Spielern lastet und wie schwer es in diesem schwierigen Moment ist, diesen abzuschütteln.

Was viel wichtiger ist: Labbadia ist es gelungen, die in der Hinrunde so instabile Defensive zu stärken. Serdar Tasci und Matthieu Delpierre zeigten gegen Mainz in der Innenverteidigung eine starke Vorstellung. Insbesondere im Spielaufbau agierte das Duo wieder konzentrierter als vielfach in der Hinrunde. Gegen Mainz brachten die beiden Verteidiger , nur drei Bälle fanden nicht ihr Ziel. Und auch Cristian Molinaro, in den letzten Wochen oft gescholten, befindet sich auf dem aufsteigenden Ast.

Einen großen Gewinner gab es auch im Tor: "Sven Ulreich hat es natürlich gut getan, zu Null zu spielen", gab Labbadia Einblicke in das Seelenleben seines Torwarts.

Labbadia wechselt den Sieg ein

Hinzu kommt, dass Labbadia ganz offenbar auch ein glückliches Händchen besitzt. Mit den Einwechslungen von Timo Gebhart und Martin Harnik, die die glücklosen Cacau und Christian Gentner ersetzten, machte der Trainer alles richtig. Gebhart brachte und Harnik wurde seinem Ruf als Edeljoker wieder einmal gerecht und markierte den Siegtreffer.

Auch wenn die Mainzer, deren schnelles Kombinationsspiel unter dem schwer zu bespielbaren Rasen litt, die eine oder andere Gelegenheit ausließen, ist der Stuttgarter Neustart nach der verkorksten Hinrunde dank Labbadia als gelungen zu bezeichnen. Es scheint nun auch in den Köpfen der Stuttgarter Spieler angekommen zu sein, dass der drohende Abstieg ausschließlich über den Kampf und über den Zusammenhalt zu vermeiden ist. Hilfreich ist dabei, dass sich jetzt auch die Zuschauer auf eine nervenaufreibende Rückrunde eingestellt zu haben scheinen. Immer wieder wurden die Spieler auch in schwächeren Phasen der Partie nach vorne gepeitscht.

Nun geht der Blick nach vorne. "Jetzt müssen wir von Spiel zu Spiel denken und weiter wichtige Punkte einfahren", sagte der emsige Christian Träsch, erneut eine Bank war. Die nächste große Hürde wartet schon am kommenden Wochenende. Dann geht es zum Liga-Primus nach Dortmund.

Jens Fischer

So funktioniert die Spielmatrix auf bundesliga.de