Köln - Eines hat Freiburgs neuer Stürmer Garra Dembélé seinem prominenten Sturmkollegen Papiss Demba Cissé schon voraus: Er ist in der abgelaufenen Saison Torschützenkönig geworden. Und das konkurrenzlos. 26 Treffer in 24 Einsätzen erzielte der in Frankreich geborene Malier für Levski Sofia in der A Grupa, der höchsten bulgarischen Spielklasse.

Insgesamt brachte er es sogar auf 34 Pflichtspieltreffer in 36 Begegnungen - inklusive Europa League und Europa League-Qualifikation.

Siebter Club im fünften Land

Es hängt sicherlich mit seiner persönlichen Entwicklung und der einen oder anderen Eskapade abseits des Platzes zusammen, dass er dennoch nicht von den großen europäischen Clubs gejagt wurde. Obwohl erst 25 Jahre alt, ist der SC Freiburg bereits Dembélés siebter Club im fünften Land. Die letzte Saison war zudem die erste, in welcher der Nationalspieler Malis konstant auf sehr hohem Niveau agierte.

SC-Sportdirektor Dirk Dufner kann dies nicht schrecken: "Freiburg ist ein gutes Pflaster für solche Spieler. Das hat die Vergangenheit schon mehrfach bewiesen", gibt er sich zuversichtlich, Dembélé gut zu integrieren. Wenn dies gelingt, dürfte der Stürmer eine große Verstärkung für die Offensive der Breisgauer werden.

Dembélé büffelt deutsch

Der Torjäger räumt ein, Fehler gemacht zu haben, zeigt sich aber reumütig und ist fest entschlossen, sich zu ändern. Jeden Tag büffelt er Deutsch, um sich möglichst schnell mit seinen Teamkameraden verständigen zu können. Auf dem Platz hat dies bei seinem ersten Einsatz schon ganz gut geklappt: Beim 4:1-Testspielsieg der Freiburger gegen den Oberligisten TSG Balingen wurde er zur Pause eingewechselt und erzielte prompt das 2:0.

Sein Spiel lebt von starker Athletik gepaart mit einem ausgeprägten Torinstinkt. Auf die Verteidiger der Bundesliga kommt mit dem 1,86 Meter großen Kraftpaket in der nächsten Saison einiges an Arbeit zu.

Neuer Länderpunkt kann warten

Für vier Jahre haben sich die Freiburger die Dienste von Dembélé gesichert. Ein langfristiger Vertrag, der sich für beide Parteien als glücklich erweisen könnte. Der sechste Länderpunkt kann warten.

Florian Reinecke