Besinnlich geht es beim VfB Stuttgart im Moment wahrlich nicht zu. Markus Babbel versucht alles, um den Turn-Around zu schaffen. Jüngste Maßnahme: Er machte Matthieu Delpierre zum neuen Kapitän der Schwaben.

Für den 28-jährigen Franzosen ist das "eine große Ehre". Delpierre hofft, dass die "entsprechenden Lehren gezogen wurden und sich die Fehler künftig nicht wiederholen".

Ob nun gegen Bochum auch endlich wieder positive Ergebnisse folgen (alle Partien ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio? Schließlich braucht auch der VfL jeden Zähler, um nicht als höchst abstiegsgefährdet in die Winterpause zu gehen. Die Brisanz des Duells lässt sich leicht verkürzen: Es spielt der Tabellen-17. gegen den 16.

Herrlich hat noch nie gegen Babbel verloren

Geht es nach der Statistik, hat Bochum psychologische Vorteile. Denn der aktuelle Trainer des VfL, Heiko Herrlich, musste als Spieler in acht Partien gegen Markus Babbel keine einzige Niederlage einstecken. Bei den Aufeinandertreffen der beiden auf dem Platz gab es zwei Siege für Herrlichs Mannschaften, sechs Mal wurden die Punkte geteilt.

Der VfB, der keines seiner vergangenen sieben Bundesligaspiele gewonnen und in diesem Zeitraum lediglich zwei Treffer erzielt hat, will sich mit aller Macht aus der schwierigen Situation befreien. Kapitän Delpierre appellierte an die Mannschaft: "Am Samstag geht es einzig und allein um den Sieg. Ich erwarte ein Spiel, bei dem beide Mannschaften um jeden Zentimeter fighten werden. Und ich hoffe natürlich, dass wir den Platz am Ende erfolgreich verlassen."

Babbel "lässt keine Alibis mehr gelten"

Auch Babbel schlägt klare Töne an: "Ich hoffe, dass jetzt jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die Zeit der Einzelgespräche ist vorbei. Die Jungs sollen sich wieder darauf konzentrieren, wofür sie bezahlt werden und guten Fußball zeigen. Ich lasse keine Alibis mehr gelten!" Kurz und bündig: "Der 17. trifft auf den 16., das sagt alles. Wir müssen unbedingt gewinnen, mehr muss ich nicht sagen."

Der VfB-Trainer muss weiter auf Sami Khedira (Überlastungsreaktion im Fuß) und Martin Lanig (Reha nach Kreuzbandriss) verzichten, außerdem wird Jan Simak mit einem grippalen Infekt fehlen. Ob Arthur Boka (Zerrung der Schultergelenkskapsel) zum Einsatz kommt, entscheidet sich kurzfristig.

Drei Ausfälle bei Bochum

Auch bei den Bochumern fallen drei Spieler aus. So wird etwa Mimoun Azaouagh die Reise nicht antreten. Er mache zwar Fortschritte, ein Einsatz käme für den Mittelfeldspieler jedoch zu früh, erklärte Herrlich. Auch Anthar Yahia ist noch kein Thema. "Das Risiko ist einfach zu groß. Es hat niemand etwas davon, wenn die Spieler nicht hundertprozentig fit sind. Ich bin aber guten Mutes, dass wir die Probleme bis zum nächsten Heimspiel gegen Bayern München in den Griff bekommen", ließ Herrlich durchblicken.

Bei Philipp Bönig, der nach seiner Schambeinentzündung nun auch erkältungsbedingt kürzer treten musste, dürfte sich ein Einsatz für die Bundesligamannschaft noch etwas hinziehen. Der Linksverteidiger soll erst einmal einen vernünftigen Trainingsrhythmus bekommen und dann in der 2. Mannschaft Spielpraxis sammeln. Immerhin: Daniel Imhof und Diego Klimowicz sind wieder fit.

Es geht um viel am Samstagnachmittag. Herrlich: "Jeder weiß, dass es ein besonders wichtiges Spiel ist, weil wir bei einer Mannschaft antreten, die hinter uns steht. Und wir werden alles dafür tun, dass es auch so bleibt." Beim Vorletzten warte auf seine Elf allerdings keine einfache Aufgabe: "Ich gehe davon aus, dass jeder Spieler des Gegners zeigen will, dass er nicht Schuld an der Misere ist."





Hannover 96 - Bayer 04 Leverkusen

Hannover 96 hofft im Spiel gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter aus Leverkusen auf seine Rückkehrer. Nachdem in der vergangenen Woche auf Schalke Mike Hanke sein Comeback feiern durfte, folgt nun eventuell das nächste, lang ersehnte Comeback: Stürmer Jan Schlaudraff wird aller Voraussicht nach erstmals in dieser Saison dabei sein.

Für 96-Trainer Andreas Bergmann ist die personelle Entspannung - gerade in der Abteilung Attacke - eine Wohltat: "Jede Option, die ich bekomme, tut gut."

Einsatz von Torhüter Fromlowitz fraglich

Dem Dauerbrenner-Sturmduo Didier Ya Konan und Jiri Stajner könnte nach den strapaziösen vergangenen Wochen somit eine Pause gegönnt werden. Fraglich ist allerdings, ob dies schon gegen Leverkusen möglich sein wird. "Mike ist noch nicht bei 100 Prozent", äußerte sich Bergmann diesbezüglich eher skeptisch. "Er braucht jede Trainingseinheit, um einen Schritt näher an seine alte Form zu kommen." Auch Schlaudraff werde gezielt und vernünftig aufgebaut - mit Kurzeinsätzen. Ein weiteres Fragezeichen - allerdings eines der negativen Sorte - steht noch hinter dem Einsatz von Torhüter Florian Fromlowitz. Er hat sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen.

Bergmann weiß, dass "am Samstag die Mannschaft der Stunde zu Gast bei uns sein wird". Und so sieht die Marschrichtung des 96-Coaches aus: "Wir wollen eine gute Zweikampfpräsenz an den Tag legen und die Leverkusener früh stören, denn wenn sie einmal ins Rollen kommen und ihren Rhythmus gefunden haben, wird es ungemein schwer, sie zu schlagen."

"Werkself" will den Startrekord

Während Hannover 96 am Samstag mit der Bürde zweier Niederlagen in Folge in die Partie geht, schöpft Bayer 04 Selbstvertrauen aus der beeindruckenden Serie von 14 nicht verlorenen Bundesliga-Spielen in Serie. Sollte dieser Lauf auch nach dem 17. Spieltag noch Bestand haben, wäre die "Werkself" nach Hamburg und Bayern München die dritte Mannschaft, die eine Hinrunde unbeschadet überstanden hat.

"Die Mannschaft lehnt sich nicht zurück und hat noch weiter Hunger auf Erfolg", berichtet Leverkusens Chef-Coach Jupp Heynckes. Auch nach dem 4:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart habe sich am Konzentrationsgrad der Mannschaft nichts geändert.

"Das wird nicht einfach"

"Wir haben in dieser Woche wie bisher gearbeitet. Die Mannschaft zieht hervorragend mit, ist ehrgeizig, hat Talent und deswegen gehen wir mit dem Anspruch nach Hannover, drei Punkte mitzunehmen. Das wird nicht einfach. Da müssen wir selbstbewusst auftreten, mit der Sicherheit, die wir derzeit haben und mit unserem guten Defensiv-Verhalten", gibt Heynckes zu Protokoll.

Ob er dabei in Hannover beim aktuellen Tabellenzwölften auf die Startelf der vergangenen Partien zurückgreifen kann, ist noch offen. Innenverteidiger und Ersatz-Kapitän Manuel Friedrich konnte aufgrund einer Wadenprellung nicht mit der Mannschaft trainieren, sondern nur ein lockeres Lauftraining absolvieren.





Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg

Nürnberg kämpft in Dortmund gegen ein Trauma an, denn nirgendwo mussten sich die Franken häufiger geschlagen geben als bei den Schwarz-Gelben. Aktuell stehen für den FCN bereits 18 Niederlagen beim BVB zu Buche.

Das seit sieben Spielen unbesiegte Team von Dortmund-Trainer Jürgen Klopp würde mit einem weiteren "Dreier" ganz nah ran kommen ans obere Tabellendrittel. Nuri Sahin forderte einen Sieg gegen den Tabellenfünfzehnten Nürnberg: "Selbst ein Unentschieden würde sich wie eine Niederlage anfühlen. Wir müssen die Punkte unbedingt in Dortmund behalten."

Klopp: An Hoffenheim-Spiel anknüpfen

"Wir müssen unser Spiel durchsetzen. Von der ersten Sekunde an", beschreibt Sahin den "Fahrplan". Dabei soll angeknüpft werden an das, was vor einer Woche gegen Hoffenheim fast schon perfekt funktionierte. "Wir haben dort den Fußball mit Sicherheit nicht neu erfunden", erläutert Klopp, "aber fast alle Maßnahmen haben zum Erfolg geführt."

Tinga und Nelson Valdez sollten bis Samstag wieder fit sein. Verzichten muss der BVB bis zur Rückrunde weiterhin auf Sebastian Kehl (Leisten-OP), Tamas Hajnal (Bänderabriss), Dede (Innenmeniskus- und Innenbandabriss im Sprunggelenk) sowie Dimitar Rangelov (Mittelfußbruch), Damien Le Tallec (Schulter-OP) und Yasin Öztekin (Haarriss im Schienbein).

Gute personelle Lage für Oenning

"Dortmund ist zuhause verpflichtet, nach vorne zu spielen", sagt Trainer Michael Oenning, "eigentlich liegt uns das!" Der Club-Coach kündigt an: "Wir werden uns nicht hinten reinstellen und warten, was da kommt. Wir werden es Dortmund so schwer wie möglich machen."

Personell kann Nürnbergs Trainer so gut wie aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Marcel Risse fehlt verletzungsbedingt, hat aber nach seiner Knochenhautentzündung am Mittwoch eine erste Einheit mit dem Ball absolviert. Fehlen wird in Dortmund aber auch Raphael Schäfer; er ist gesperrt, muss aber ohnehin auch wegen Achillessehnenproblemen mit dem Training aussetzen.

Die Augen der Zuschauer im Dortmunder Signal Iduna Park werden also auch auf FCN-Torhüter Alexander Stephan ruhen, der bei seinem Profi-Debüt am vergangenen Samstag gegen den SC Freiburg mit einer ruhigen, soliden Vorstellung überzeugte. "Ein schönes Stadion und eine tolle Stimmung", erwartet der 23-jährige Schlussmann - doch bange machen gilt nicht: "Wir sehen die Atmosphäre dort als Motivation für uns!" Zumal Stephan hofft, dass die schwarz-gelben Anhänger, ob der "Club"-Vorstellung, irgendwann "leise sind".





VfL Wolfsburg - SC Freiburg

Wiedersehensfreude in Wolfsburg: "Das ist mit Sicherheit ein ganz besonderes Spiel", sagte "Wölfe"-Mittelfeldmann Sascha Riether vor dem Duell gegen den SC Freiburg. Riether kommt nicht nur gebürtig aus dem Breisgau, sondern hat auch fast die komplette Jugend in der Freiburger Fußballschule verbracht.

Auch Wolfsburgs Co-Trainer Achim Sarstedt hat den Gegner vom Samstag ein Stück weit geprägt, denn er war stolze 16 Jahre lang Co-Trainer an der Seite Volker Finkes. Das Wiedersehen perfekt macht Freiburgs Angreifer Cedric Makiadi, der mehrere Jahre in Wolfsburg spielte.

"Wölfe" gegen Aufsteiger bisher nur mit einem Punkt

Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio fordert trotzdem klare Verhältnisse: "Unser Ziel ist es, dieses Spiel für uns zu entscheiden. Freiburg hat vor allen Dingen auswärts gut gespielt. Aber wir werden den SC nicht unterschätzen. Wir wollen zu unserer Heimstärke aus der Vorsaison zurückfinden."

Auch "Wölfe"-Trainer Armin Veh verlangt ein besseres Auftreten vor heimischem Publikum, zuletzt fuhr der Deutsche Meister zuhause gegen die Aufsteiger Mainz (3:3) und Nürnberg (2:3) nur einen einzigen Zähler ein: "Wir müssen daheim einfach mehr Punkte holen. Wir haben eine bessere Auswärtsbilanz, das ist nicht normal."

Das Duell gegen die Breisgauer ist zudem die Generalprobe für das entscheidende Gruppenspiel in der Champions League gegen Manchester United. "Wenn ich merke, dass einer schon in Gedanken bei Manchester ist, ist er am Dienstag raus. Das wäre fatal", erklärte Veh. Fehlen werden auf Seite der "Wölfe" definitiv Mittelfeldspieler Jonathan Santana (Muskelfaserriss), Sebastian Schindzielorz (Innenbandriss) und Obafemi Martins (Schienbein-Operation).

Auswärtsstarke Freiburger

Die Breisgauer treten zum zweiten Mal in Folge in der Fremde an. Allerdings scheint dies für die Freiburger kein Nachteil zu sein, den bislang vier Auswärtssiegen steht nur ein einziger Heimsieg gegenüber. Für Freiburgs Trainer Robin Dutt ist aber viel entscheidender, dass der SC zuletzt "mit Bochum und Nürnberg wieder zwei Mannschaften geschlagen hat, die zu den unmittelbaren Konkurrenten gehören".

Auch dieses Mal muss die Auswärtsreise ohne Innenverteidiger Pavel Krmas angegangen werden, der Tscheche wird wegen einer Reizung des Hüftbeugers wie schon in Nürnberg fehlen. Wenig Hoffnung besteht auch darauf, dass Heiko Butscher wieder dabei sein kann. Der Kapitän zog sich im Spiel gegen Bremen eine Kapselverletzung in der Schulter zu und wird wohl fehlen.

Reisinger hofft auf seine Sieges-Torserie

Die Viererabwehrkette wird deswegen in Wolfsburg wohl erneut mit Jackson Mendy auf der linke Abwehrseite und Oliver Barth auf der Innenverteidiger-Position besetzt werden. Ungewiss ist noch der Einsatz von Mittelfeldakteur Yacine Abdessadki, der einen Eingriff am Ohr vornehmen lassen musste.

Veh und seine "Wölfe" werden sich wohl auf die beiden Angriffsspitzen Mohamadou Idrissou und Stefan Reisinger einstellen müssen. Letzterer hat, wenn man so will, bereits eine kleine Serie zu verteidigen. Sowohl in Bochum als auch in Nürnberg gelang Reisinger der entscheidende Treffer für den SC. Mit dem VfL Wolfsburg, sagt Dutt, warte aber jetzt ein Gegner, "der im Vergleich zu uns fast auf jeder Position herausragend besetzt ist".