Zusammenfassung

  • Neuer feierte nach 133 Tagen sein Comeback

  • Der Bayern-Kapitän wurde in Bremen nicht groß geprüft

  • Noch sieht er Bayern nicht bei 100 Prozent

Bremen – Nach 133 Tagen feierte Manuel Neuer im Bremer Weser-Stadion sein Comeback nach einem langwierigen Mittelfußbruch. Beim 2:0-Auswärtssieg war der Kapitän des FC Bayern München nahezu beschäftigungslos. Einen Ball musste er gegen Werder Bremen nicht parieren. Durch die Länderspielpause kann er sich noch zwei Woche auf die nächste Bundesliga-Partie bei der TSG Hoffenheim konzentrieren.

Frage: Herr Neuer, wie hat es sich angefühlt nach ihrer langen Verletzung endlich wieder auf dem Platz zu stehen?

Manuel Neuer: Natürlich habe ich mich gefreut nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen und der Mannschaft helfen zu können. Ich denke, dass eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel gegen Leverkusen, vor allem in der Defensive, zu erkennen war. Letzte Woche hätte die Partie gegen Bayer auch 6:3 ausgehen können. Heute hatte Werder fast keine einzige Torchance. Das ist ein Verdienst der Defensive. Man hat schon gesehen, dass wir kompakter gestanden haben.

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Frage: Lange Zeit sah es so aus, als wenn Werders Abwehrriegel halten konnte, doch dann hat sich am Ende doch die individuelle Klasse des Rekordmeisters durchgesetzt. Trotzdem haben Sie sich vor allem in der ersten Halbzeit sehr schwer getan.

Neuer: Das stimmt, vor allem in der ersten Halbzeit haben wir viel zu langsam gespielt. Wir haben das Spiel zu selten verlagert und auch das Hinterlaufen hat nicht so gut geklappt. Auch die Anspiele in die Schnittstellen der Bremer Abwehr haben gefehlt. Dazu hat es Werder mit der Fünferkette auch ganz gut gespielt und über den ganzen Platz Mann gegen Mann gespielt. In der zweiten Halbzeit musste Werder seinem laufintensiven Spiel aber Tribut zollen und wir haben es dann ausgenutzt, auch mit der individuellen Klasse eines Robert Lewandowski.

"Was mir hilft, sind jetzt Spiele"

Frage: Wir haben sie sich selbst gefühlt, ist mit dem Fuß wieder alles zu 100 Prozent in Ordnung?

Neuer: Ich habe heute nicht so viele Aktionen im Spiel gehabt, muss man sagen. Ein, zwei lange Bälle habe ich geschlagen, aber bei denen war alles in Ordnung. Was mir hilft sind jetzt Spiele, wenn man vier Monaten raus war. Normalerweise hat man eine Sommervorbereitung und viele Testspiele und dann gewöhnt man sich an alles. Spiele sind das Beste, weil es immer andere Spielsituationen sind und es eine ganze andere Belastung ist

Frage: Bei der Nationalmannschaft hätten Sie Spielpraxis sammeln können. Warum hat Sie der Bundestrainer dann nicht nominiert?

Neuer: Es war nicht meine Entscheidung, dass ich die beide Länderspiele nicht dabei bin. Natürlich habe ich mit Joachim Löw telefoniert, aber ich entscheide es ja nicht, ob ich spielen darf, sondern der Bundestrainer. Ich wäre schon gerne dabei gewesen, denn ich hätte gerne lieber Spielpraxis gesammelt, das wäre auch für meine Entwicklung besser, dann wäre ich schon weiter.

© imago / Lackovic

Frage: Vielleicht hat es aber auch sein Gutes, dass Sie jetzt noch zwei Wochen lang intensiv trainieren können in München mit der Mannschaft. Bald geht es ja auch schon wieder mit den Englischen Wochen los.

Neuer: Von Mannschaftstraining kann man nicht sprechen, wir sind wahrscheinlich nur 5,6 Spieler davon drei Torhüter. Natürlich muss ich aber weiter an meiner Routine und Fitness arbeiten.

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Frage: Sie sind jemand, der immer gerne spielen will. Wie hat Sie Joachim Löw überzeugt, zu pausieren?

Neuer: Er wollte kein Risiko eingehen und wir wollten auch nach vier Monaten abwarten, wie das heute läuft. Ich kann die Entscheidung verstehen und sie ist auch logisch und zusammen mit Andreas Köpke (Bundestorwarttrainer, An. d. Red.) abgesprochen. Die Verantwortlichen wollen natürlich auch nichts riskieren, weil sie wissen, dass im nächsten Sommer eine WM ansteht.

"Sind noch nicht da, wo wir sein wollen"

Frage: Haben Sie sich etwas gewundert, dass Thomas Müller nicht von Beginn an gespielt hat? Er hatte zuletzt ansteigende Form.

Neuer: Er hat zuletzt sehr gut gespielt, auch als Einwechselspieler hat er immer Leben und Tempo ins Spiel gebracht. Wir haben einen super Kader und viele gute Spieler. Es entscheidet halt immer der Trainer wer spielt. Ich glaube persönlich, dass Thomas Müller in den nächsten Spielen auch wieder von Beginn an auflaufen wird.

Frage: Wie bewerten Sie nach dem 2. Spieltag die Form des FC Bayern München. Ist der Rekordmeister schon bei 100 Prozent?

Neuer: Ich denke, dass noch keine Mannschaft in der Bundesliga bei 100 Prozent ist und auch nicht sein kann. Eine erste Tendenz, wie eine Bundesliga-Saison so verläuft, sieht man erst nach zehn Spieltagen. Dann weiß man, wie fit jede Mannschaft ist und in welche Richtung es gehen wird. Grundsätzlich sind wir noch nicht da, wo wir sein wollen.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage

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