Zusammenfassung

  • Endlich mal kaum Substanzverlust durch die Abgänge.

  • Das Lazarett leert sich - auch Niederlechner ist bald wieder fit.

  • Nils Petersen ist als Nationalspieler noch motivierter.

Köln - Die Bundesliga-Saison 2018/19 wirft ihre Schatten voraus. Die ersten Transfers sind getätigt und die Vorfreude steigt. Beim Sport-Club Freiburg erhoffen sich die Macher eine ruhigere Spielzeit als zuletzt. Vier Gründe, die jedem SC-Fan richtig Lust auf die nächste Saison machen.

1) Streich macht weiter

Es war eine äußerst schwierige Saison für die Breisgauer. Nach dem Sensationslauf 2016/17, als der Aufsteiger auf Platz sieben marschierte und damit in die Qualifikation zur Europa League einzog, wollte es in der vergangenen Spielzeit von Anfang nicht so laufen. Aus in der Europa-Quali noch vor Saisonstart, dann nur ein einziger Sieg in den ersten zwölf Meisterschaftsspielen. Erst Ende November startete der SC durch, schien nach einer starken Serie fast schon gesichert. Am Ende musste nach einer erneuten Durststrecke aber bis kurz vor Saisonende gezittert werden.

Und viele befürchteten, dass Coach Christian Streich, der Konstrukteur und Kopf der Südbaden, im Sommer das Handtuch schmeißen und aufhören werde. Er sei müde, erschöpft, desillusioniert, hieß es. Falsch. Streich macht weiter, bleibt dem SC auch in der achten Saison in Folge als Cheftrainer treu. Und nach der langen Sommerpause wird er mit neuem Elan durchstarten. Das Ziel wie immer: Den Klassenerhalt möglichst früh klarmachen. Alles weitere ist Bonus...

Video: Freiburg macht den Klassenerhalt klar

2) Starke Zugänge

In der Vergangenheit musste Freiburg in der Sommerpause immer zahlreiche bittere Abgänge verkraften. 2017 etwa gingen Maximilian Philipp und Vincenzo Grifo, zwei der wichtigsten Offensivspieler. Jetzt scheint der SC vor solchen Verlusten einigermaßen gefeit. Mit Defensivmann Marc-Oliver Kempf (zum VfB Stuttgart) geht bisher erst ein Topmann, zudem beendet Kapitän Julian Schuster seine Karriere. Doch der Ersatzt lässt sich mehr als sehen.

Mit Dominique Heintz kommt ein gestandener Bundesliga-Spieler für die Innenverteidigung, der in den vergangenen drei Jahren beim 1. FC Köln 96 von 102 Bundesliga-Spielen bestritt, zudem auch in der Europa League aktiv war. Dabei ist Heintz erst 24. Fürs Mittelfeld wurde mit Luca Waldschmidt (Hamburger SV) ein hoffnungsvolles 22-jähriges Talent mit auch schon reichlich Erfahrung in der Bundesliga sowie mit Jerome Gondorf (SV Werder Bremen) ein erfahrener Stratege geholt. Namen, mit denen die Fans an der Dreisam durchaus etwas anfangen können.

3) Rückkehr der Verletzten

Und Freiburg wird zum Start der Vorbereitung auch noch zahlreiche Quasi-Neuzugänge wieder im Training begrüßen dürfen. Schließlich hatte die Streich-Elf ein schon sagenhaftes Verletzungspech, ständig fielen Leistungsträger über Wochen und Monate aus. Etwa Maik Frantz, der mit Innenbandriss im Knie 19 Spiele verpasste. Oder ganz besonders Stürmer Florian Niederlechner, der nach Kniescheibenbruch wieder einsteigt. Immerhin war Niederlechner zuvor bei Streich gesetzt und hatte seit dem Wiederaufstieg in 44 Bundesliga-Spielen 13 Tore erzielt.

Und auch die vielen anderen Akteure, die im Laufe der Saison phasenweise ausfielen, dürften Anfang Juli wieder dabei sein. Einzig Amir Abrashi wird nach Kreuzbandriss noch eine Weile brauchen, um wieder sein Topniveau zu erreichen.

Video: Petersens Traumtor in Dortmund

4) Petersen will es wissen

Und dann ist da ja auch noch Nils Petersen. Der Superstürmer des SC hat sich nach Niederlechners Ausscheiden vom besten Joker der Bundesliga-Historie zum absoluten Top-Goalgetter entwickelt. 15 Tore erzielte der 29-Jährige, war damit der treffsicherste deutsche Stürmer in der Bundesliga. Zur Belohnung wurde Petersen sogar von Bundestrainer Jogi Löw in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft für die WM in Russland nominiert.

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Dass er letztlich doch noch ausgemustert wurde, dürfte den Torjäger nicht aus der Bahn werfen, schließlich hatte er nicht wirklich mit dem Trip zur WM gerechnet. Die Anerkennung von Löw, der Petersen in höchsten Tönen lobte, dürfte dem Stürmer aber noch zusätzlichen Antrieb geben. Wie wohl er sich in Freiburg fühlt, zeigte Petersen mit seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung. Und vielleicht heißt es ja in dieser Saison bei Streich nicht entweder Niederlechner oder Petersen, sondern sowohl als auch. Die Fans an der Dreisam dürfte das freuen.

Tobias Schild