Mit viel Optimismus startet der VfL Bochum in die neue Saison und setzt dabei auf Altbewährtes.

Mit der Verpflichtung von Paul Freier und Vahid Hashemian gelang es dem Revierclub, zwei ehemalige Spieler zurückzuholen, die mit Bochum schon sämtliche Höhen und Tiefen des Profifußballs durchlebt haben. Mit ihren Leistungen haben sie sich in die Herzen der Fans gedribbelt.

Schon einmal, von 2001 bis 2004, spielten Freier und Hashemian gemeinsam mit dem VfL-Logo auf der Brust. Und mehr als einmal konnte sich der Iraner Hashemian nach einer Vorlage des gebürtigen Polen in die Torschützenliste eintragen. Auf dieses kongeniale Zusammenspiel dürfen sich die Vereinsverantwortlichen und die Fans wieder freuen.

"Zurück in der Heimat"

"Hier hatte ich meine beste Zeit, hier ist meine deutsche Heimat", freut sich der Hashemian über seine Rückkehr nach Bochum, wo er "den Spaß am Fußball" wiederfinden will. Paul Freier bläst in das selbe Horn: "Bochum ist meine Heimat, da fühlt sich meine Familie wohl. Und sportlich habe ich beim VfL meine beste Zeit erlebt. "

Verletzungsbedingt kam Freier in der vergangenen Saison bei Bayer Leverkusen nicht über die Rolle als Joker hinaus. Doch bei Bochum spürt er wieder, dass er dazugehört. "Ich hatte in den Gesprächen mit dem Trainer gleich das Gefühl, dass ich wieder wichtig bin".

bundesliga.de nimmt das Duo, von dem man sich im Revier einiges erhofft, genauer unter die Lupe.

Vahid Hashemian

Seine ersten Auftritte im Profifußball feierte Vahid Hashemian im Trikot des iranischen Clubs Pas Teheran, für den er von 1997-99 auflief. Danach erfolgte sein Wechsel ins Ausland und in die Bundesliga. Seine erste Station in der höchsten deutschen Spielklasse war der Hamburger SV. Bei den Hanseaten kam der Iraner nur sporadisch zum Einsatz und lief in zwei Spielzeiten zwölf Mal auf, ohne dabei ein Tor zu erzielen. Im Jahr 2001 wurde der Stürmer zum VfL Bochum transferiert - ein Glücksgriff, wie sich bald herausstellen sollte. Unter Trainer Peter Neururer gelang dem heute 31-Jährigen der Durchbruch in der Bundesliga. Bis zur Saison 2003/04 spielte der iranische Nationalstürmer 87 Mal in der Bundesliga und erzielte dabei 34 Tore. In seiner letzten Spielzeit für den VfL 2003/04 traf Hashemian 16 Mal und hatte damit sehr großen Anteil daran, dass Bochum am Saisonende auf dem 5. Tabellenplatz und im UEFA-Pokal landete. Im Anschluss daran wechselte er zum Ligaprimus Bayern München. Beim deutschen Rekordmeister konnte er jedoch nicht richtig Fuß fassen und kam nur zu neun Einsätzen, die alle ohne Torerfolg blieben. Nach nur einem Jahr in München ging Hashemian für Hannover 96 auf Torejagd. In drei Spielzeiten für die "Roten" streifte er sich 80 Mal das Trikot über und steuerte neun Bundesligatreffer bei. Am 23. April 2008 gab Hashemian, der wegen seiner Kopfballstärke den Spitznamen "Hubschrauber" trägt, bekannt, dass er zur neuen Saison nach Bochum zurückkehrt. Und VfL-Trainer Marcel Koller hofft, dass sein neuer Spieler an die alten Erfolgen in Bochum anknüpfen kann: "Er will zeigen, dass er in den Jahren, in denen er weg war, zu Unrecht nicht so oft spielen konnte. Er strahlt immer wieder Torgefahr aus. Scheinbar verlorene Bälle holt er sich zurück, dreht sich immer wieder neu auf die Seite und ist so für einen Verteidiger extrem schwierig auszurechnen, abzudecken und zu kontrollieren."

Paul Freier

Paul Freier ist ein echtes Bochumer Kind. 1979 im schlesischen Bytom geboren, spielte Slawomir "Slawo" Paul Freier, so sein vollständiger Name, schon in den Jugendmannschaften des VfL. Am 5. November 1999 gab er sein Debüt im Profiteam. Am 11. Spieltag wurde Freier im Zweitliga-Spiel gegen Waldhof Mannheim in der 89. Minuten eingewechselt. Es sollten noch fünf weitere Einsätze und am Ende der Saison der Aufstieg in die Bundesliga folgen. Gleich in seiner ersten Bundesliga-Spielzeit lief er 22 Mal auf. Sein ersten Treffer als Profi gelang ihm ausgerechnet im Revierderby gegen Schalke 04. Am 31. Spieltag traf Freier zum 1:0. Am Ende der Saison stieg Bochum erneut in die 2. Bundesliga ab. 30 Einsätze und sieben Tore später gelang Freier mit dem VfL der direkte Wiederaufstieg. Nur vier Tage danach folgte der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Am 9. Mai 2002 gab der Mittelfeldspieler beim 7:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Kuwait sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Es folgten noch 18 weitere Auftritte im Nationaldress. Im Juni 2003 erzielte Freier gegen Kanada seinen bisher einzigen Treffer für Deutschland. Die Bundesliga-Saison 2002/03 sollte die bis dato beste Saison für den offensiven Mittelfeldmann werden. In 32 Bundesliga-Begegnungen traf "Slawo" sieben Mal selbst und legte auch noch zehn Mal für Torerfolge seiner Mitspieler auf. In seiner vorerst letzten Bochumer Saison 2003/04 streifte er sich 27 Mal das VfL-Trikot über und war an sechs Treffer (ein Tor, fünf Vorlagen) direkt beteiligt. Am Ende der Spielzeit stand Bochum auf einem UEFA-Pokal-Platz und Freier vor dem Absprung zum Bundesliga-Rivalen Bayer 04 Leverkusen. In den vier Jahren, in denen Freier für die Werkself spielte, streifte er sich 112 Mal das Trikot in der Bundesliga über und trug sich 17 Mal in die Torschützenliste ein. Am 1. Juli kehrte Paul Freier zurück nach Bochum, in die Stadt, in der er auch während seiner Zeit als Leverkusener gewohnt hat. Sehr zur Freude von Bochums neuem Vereinsvorstand Thomas Ernst: "Schon beim Weggang war er ein richtig Guter, seitdem ist er reifer geworden. Ich denke, dass er uns im kommenden Jahr richtig weiterhelfen wird. Er wird für mehr Kreativität und Überraschung sorgen, sein Spiel - obwohl er älter geworden ist - ist nach wie vor von Unbekümmertheit geprägt, seine Stärke das Dribbling."



André Wagner