Dortmund - In der Liga auf Kurs, im DFB-Pokal weiter: Beim BVB läuft es zurzeit nicht wirklich schlecht. Und auch bei der Besetzung einer Schlüsselposition scheint Jürgen Klopp einen wichtigen Schritt gemacht zu haben. Gäbe es nicht die bislang unrühmlichen Auftritte in der Champions League, müsste den Verantwortlichen bei Borussia Dortmund eigentlich derzeit ein Dauergrinsen im Gesicht stehen.

Entspannt spazierte der BVB am Dienstag gegen Dresden in die dritte DFB-Pokalrunde - Aussichten auf sportlichen Erfolg und lukrative Zusatzeinnahmen inklusive. "Wir haben das Spiel dominiert und kontrolliert. Die Mannschaft hat es bis auf ein, zwei Szenen souverän runter gespielt", lobte ein zufriedener Jürgen Klopp den solide und geduldig herausgespielten Arbeitssieg.

Schwarz-gelbe Siegesserie

Und auch in der Bundesliga ließ der Meister zuletzt aufhorchen. Am Samstag peilt die Mannschaft beim VfB Stuttgart bereits den fünften Sieg in Serie an, auch wenn Sven Bender vor den Schwaben warnt: "Stuttgart steht in der Tabelle sehr gut da und spielt in dieser Saison wieder eine ganz andere Rolle als im letzten Jahr. Die Mannschaft wirkt sehr gefestigt." Zugleich betont Dortmunds Mittelfeldspieler aber auch das Selbstbewusstsein, mit dem der BVB anreisen wird: "Wenn wir unser Spiel weiter so durchziehen wie zuletzt, dann wird es ein interessanter Kick - und dann wird es für uns auch gut ausgehen."

Tatsächlich hat Dortmund in den letzten Partien mit starkem Gegenpressing wieder den Fußball "Marke BVB" gezeigt, der auch im Meisterjahr Grundlage des Erfolges war. Die Dominanz ist zurück, die Sicherheit im Defensivspiel wohl auch - auch wenn die letzten Gegner eher kein Maßstab waren. "Aber wir haben jetzt zweimal unseren Fußball durchgedrückt. Und davor haben wir auch in Bremen schon gezeigt, dass wir defensiv wieder sehr stabil stehen", meint Bender.

Schlüsselspieler Kehl

Nicht unerheblichen Anteil an der neu gefundenen Balance und Sicherheit im Spiel der Borussia hat der Kapitän: Sebastian Kehl hat sich mit Kampfgeist, Präsenz und Leidenschaft seinen Platz auf der Doppelsechs neben Bender zurückerobert. Leidtragender ist zunächst Ilkay Gündogan, der als hoffnungsvoller Sahin-Nachfolger zunächst zum Ergänzungsspieler mutiert ist. Kehl aber hat mit seinen Leistungen auch den Trainer beeindruckt. "Im Moment ist dies für uns die optimale Aufstellung", betont Klopp.

In der Balance ist zurzeit aber nicht nur die Mannschaft, sondern auch wieder die Stimmung im Umfeld. Die Niederlagen in Hoffenheim und Hannover, die Heimpleite gegen Hertha BSC, dazu das Desaster in Europas "Königslasse" - all das hatte eine gewisse Aufgeregtheit produziert. "Aber jetzt haben sich alle beruhigt und wir können wieder in Ruhe arbeiten", zieht auch Jürgen Klopp einen Strich. Ob die Diskussionen noch einmal neu entflammen, hat der BVB selbst in der Hand. Zunächst am Samstag in Stuttgart. Dann aber vor allem auch am Dienstag, wenn in der Champions League gegen Olympiakos Piräus endlich der erste Sieg her soll.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte