Kaiserslautern - Die Rückkehr an seinen Geburtsort Stuttgart wird für Trainer Marco Kurz vom Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern nervenaufreibend: Der 42-Jährige braucht mit seinen Lauterern nach 14 Spielen ohne Sieg einen Erfolg gegen den VfB Stuttgart, um im Abstiegskampf wieder Hoffnung zu schöpfen (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Es geht aber dennoch nicht um mich. Ich erwarte auch nicht, dass die Spieler für mich spielen, sondern für den Verein und für die Fans. Für mich ist das Spiel in Stuttgart eine sehr große Aufgabe, der ich mich gerne stelle", sagte Kurz, der im Oktober seinen Vertrag bis 2013 verlängert hatte.

Allerdings sprechen aktuell alle Vorzeichen gegen die Pfälzer. Als einziger Bundesligist sind die "Roten Teufel" im Jahr 2012 noch ohne "Dreier". Zudem hat der 1. FC Kaiserslautern mit nur 16 Toren den harmlosesten Angriff der Liga und kann wohl auch in Stuttgart nicht auf den zuletzt angeschlagenen Stürmer Itay Schechter in der Startelf zählen. Zu allem Überfluss hat der VfB Stuttgart derzeit einen Lauf und mit 18 Toren in der Rückrunde sogar mehr Treffer erzielt, als der FCK in der gesamten Spielzeit.

Kurz fordert seine Mannschaft



Das weiß auch Kurz., trotzdem wirkte in den Tagen vor dem Spiel ziemlich gelassen. Seine Mannschaft sieht er nach dem am vergangenen Wochenende gegen den VfL Wolfsburg auf einem guten Weg.

"Die Bereitschaft und das Engagement sind in Ordnung. Es fehlt derzeit nur die Ruhe, der Mut und die Entschlossenheit im Abstiegskampf. Dennoch wollen wir uns den Startplatz in der Bundesliga verdienen und mit einer Bombenleistung in Stuttgart drei Punkte holen", sagte Kurz.

Verzichten wird Kurz weiterhin auf Stammkeeper Kevin Trapp, der in dieser Woche bereits wieder Torwarttraining absolvierte. Allerdings wird Trapp nach seiner Muskelblessur maximal auf der Bank sitzen, im Tor steht auch in Stuttgart Ersatzmann Tobias Sippel. Ob Trapp wieder ins Tor zurückkehrt, sobald er wieder hundertprozentig fit ist, ließ Kurz offen: "Diese Entscheidung ist jetzt kein Thema. Tobias Sippel steht gegen Stuttgart im Tor. Denn er ist fit und hat eine sehr stabile Trainingsform", sagte Kurz.

Stuttgart schielt auf die Euroa League



Mit großem Selbstvertrauen geht derweil der VfB Stuttgart in die Partie. Und VfB-Coach Bruno Labbadia will trotz der Tatsache, dass er 1991 mit dem FCK Meister wurde, keine Geschenke an seine "alte Liebe" verteilen.

"Die strotzen nicht vor Selbstvertrauen, werden aber bedingungslos kämpfen - und das können die als Mannschaft auch. Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel", sagte Labbadia, der nach dem 4:0 beim Hamburger SV erstmals in dieser Saison die Europa League ins Visier genommen hat: "Wenn wir die Chance hätten, würden wir uns dem nicht verschließen."