Nach dem 2:1-Erfolg über Bremen schnuppert der BVB an Platz 3 - und Torschütze Kevin Großkreutz lässt bei bundesliga.de keinen Zweifel an seinen Zielen.

Mit seinem fünften Saisontor hatte Großkreutz die Borussia in Führung gebracht. Im Gespräch mit bundesliga.de erklärt der 21-Jährige, warum der Erfolg ein hartes Stück Arbeit war, welche Perspektiven der BVB im Endspurt der Saison hat und warum an diesem "perfekten Spieltag" auch zwei andere Tore in Dortmund lautstark bejubelt wurden.

bundesliga.de: Der 2:1-Erfolg über Werder war ein hartes Stück Arbeit.

Kevin Großkreutz: Das kann man wohl sagen! In der ersten Halbzeit waren wir ganz klar die bessere Mannschaft und haben zur Pause auch verdient mit 2:0 geführt. In der zweiten Hälfte konnten wir das nicht ganz halten und haben nachgelassen. Dass Bremen dann Druck macht und am Ende alles nach vorne wirft, ist klar. Aber wir haben gut dagegen gehalten und deshalb auch verdient gewonnen.

bundesliga.de: Wie war die Stimmung zur Pause? Haben Sie damit gerechnet, dass es noch einmal so eng werden könnte?

Großkreutz: Kein Spiel ist vorbei, nur weil man mit zwei Toren führt. Und Werder hat eine starke Mannschaft mit sehr guten Offensivspielern. Man musste damit rechnen, dass sie noch einmal alles nach vorne werfen, viele lange Bälle spielen und dass auch Mertesacker als langer, kopfballstarker Spieler am Ende noch mit nach vorne geht. Das war uns klar, aber wir haben uns auch entsprechend gewehrt.

bundesliga.de: Wurden die Beine dabei in der zweiten Halbzeit sehr schwer?

Großkreutz: Vielleicht sah das so aus. Aber wir sind auf jeden Fall alle zu 100 Prozent fit. Und wir wollen jetzt auch am nächsten Wochenende gegen Mainz 05 nachlegen.

bundesliga.de: Gegen Bremen war es einmal mehr Roman Weidenfeller, der den BVB mit starken Paraden schon in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten hat.

Großkreutz: Roman hat wieder bewiesen, dass er ein Klasse-Torwart ist. Er hat auch in den letzten Spielen schon ganz stark gehalten und spielt eine überragende Rückrunde. Wir müssen ihm auf jeden Fall dankbar sein. Er hat uns schon so manches Mal gerettet.

bundesliga.de: Sie selbst haben das 1:0 erzielt und Tim Wiese dabei mit einer Bogenlampe per Kopf überwunden. War der Treffer so geplant?

Großkreutz (lacht): Der Ball sollte schon aufs Tor gehen. Aber dass er dann so rein fliegt...! Wunderbar! Ein Kopfballtor habe ich schon ewig lange nicht mehr gemacht.

bundesliga.de: Der Jubel bei den Dortmunder Toren wurde fast noch übertroffen von der Begeisterung auf der Tribüne, als die Bayern-Treffer gegen Schalke vermeldet wurden. Wie haben Sie das auf dem Platz wahrgenommen?

Großkreutz: Mitbekommen haben wir das auf jeden Fall, das war ja laut genug. Schön für die Fans, für sie freut es mich riesig - und uns freut es auch, weil es für uns insgesamt ein guter Spieltag war. Bremen haben wir selbst auf vier Punkte distanziert, Leverkusen hat auch verloren. Das war nahezu ein perfekter Spieltag.

bundesliga.de: Der BVB ist bis auf einen Zähler an den dritten Platz herangerückt. Darf man jetzt offen über die Champions League sprechen?

Großkreutz: Die Fans dürfen von der Champions League träumen. Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken. Damit sind wir in der Vergangenheit immer gut gefahren. Jetzt ist Ostern, wir haben zwei freie Tage - aber ab Dienstag gilt unsere volle Konzentration der Partie in Mainz. Wir wollen dort auch gewinnen!

bundesliga.de: Aber das Ziel ist jetzt schon der dritte Platz und damit die Champions League?

Großkreutz: Natürlich wollen wir in die Champions League! So ein Ziel würde sich jeder setzen, der die Chance dazu hat. Aber andere Mannschaften wollen das eben auch. Darum ist es mit Sicherheit der einzig richtige Weg, von Spiel zu Spiel weiter zu sehen. Und dann schauen wir am 34. Spieltag, was dabei herausgekommen ist.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie denn das Restprogramm für den BVB ein?

Großkreutz: Ich denke, wir haben noch recht schwere Spiele vor uns. Das gilt direkt für die nächste Partie, weil Mainz sehr heimstark und auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Dann spielen wir noch in Nürnberg und in Freiburg - also gegen zwei Mannschaften, die beide gegen den Abstieg kämpfen und alles geben werden. Da gilt es für uns, von der ersten Minute an dagegen zu halten.

bundesliga.de: Könnte es für den BVB im Schlussspurt zum Vorteil werden, dass gerade jetzt die Ersatzbank wieder gut besetzt ist mit Spielern wie Valdez, Dede und Hajnal?

Großkreutz: Wenn man sieht, wer dort alles sitzt und wer zu jeder Zeit hineinkommen kann, dann ist das schon überragend. Das kann uns wirklich helfen. Außerdem kurbelt das den Konkurrenzkampf an. Das merkt man auch im Training - und das kann für die Mannschaft nur gut sein.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte.