Maximilian Eggestein, Lukas Klostermann und Niklas Stark (v.l.) sind erstmals in den Kader von Joachim Löw berufen worden - Getty/Imago
Maximilian Eggestein, Lukas Klostermann und Niklas Stark (v.l.) sind erstmals in den Kader von Joachim Löw berufen worden - Getty/Imago
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Drei Neulinge im DFB-Kader für die Spiele gegen Serbien und die Niederlande

Frankfurt - Bundestrainer Joachim Löw hat am Freitagnachmittag den Kader für die beiden Länderspiele gegen Serbien und die Niederlande Ende März bekanntgegeben. Der Kader im Überblick:

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Franfkurt)

Abwehr: Matthias Ginter (Borussia M'gladbach), Marcel Halstenberg, Lukas Klostermann (beide RB Leipzig), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Niklas Stark (Hertha BSC), Niklas Süle (FC Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt, Kai Havertz (beide Bayer Leverkusen), Maximilian Eggestein (SV Werder Bremen), Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Serge Gnabry (alle FC Bayern München), Ilkay Gündogan, Leroy Sane (beide Manchester City), Marco Reus (Borussia Dortmund), Timo Werner (RB Leipzig)

Erstmals nominiert sind Maximilian Eggestein vom SV Werder Bremen, Niklas Stark von Hertha BSC und Lukas Klostermann von RB Leipzig. bundesliga.de stellt die drei Neulinge im Kurzporträt vor.

Maximilian Eggestein (22 / SV Werder Bremen / zentrales Mittelfeld)

Der 29. Mai 2013 ist kein Tag, den man sich hätte merken müssen. Vier Tage nach dem Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund führte Deutschland in Florida schnell 4:0 gegen Ecuador. Dann wurde Aaron Hunt eingewechselt: Der bis heute letzte deutsche Nationalspieler von Werder Bremen.

Am Mittwoch könnte sich dies ändern, denn Maximilian Eggestein wurde berufen. Der neue Mann wollte früher Pilot werden, war ein fauler Schüler, verliert im Tennis und Tischtennis gegen seinen Bruder, ist diesem fußballerisch allerdings auch des Alters wegen voraus. Johannes spielt auch beim SV Werder.

Ohnehin gibt es die Brüder häufig im Paket. Sie werden zu Interviews oder Videos für die Homepage gebeten, sie spielen auch häufig gemeinsam, wobei der zentralere Maximilian der unumstrittene Stammspieler der beiden ist. Von Faulheit keine Spur: In dieser Saison ist er 299,4 km gelaufen. Nur Joshua Kimmich, sein künftiger DFB-Mitspieler, hat noch 1000 m mehr auf der Uhr.

Technik, Wucht und Finesse sind den größeren Klubs längst aufgefallen. Eggestein sagt: "Ich traue mir das auch zu." Allerdings ist er das Gegenteil eines Selbstdarstellers, er führt nicht mal Social-Media-Accounts. Über die Nationalmannschaft sagte er, auch ganz lässig: "Wenn es kommt, kommt es." Es kam.

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Lukas Klostermann (r.) und Maximilian Eggestein standen für die U21 bereits gemeisnam auf dem Feld - imago/Pressefoto Baumann

Niklas Stark (23 / Hertha BSC / Innenverteidigung)

Wer beim Training zuschaut, könnte meinen, dieser Niklas Stark sei für die Offensive zuständig. Er ist schnell, technisch stark und sehr passsicher. Da er aber auch über hohe Aggressivität und Durchsetzungsfähigkeit im Zweikampf verfügt, ist er in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld noch wertvoller.

Für Hertha-Trainer Pal Dardai ist sein Leistungsträger "ein intelligenter Fußballer", der in dieser Saison "noch mal einen großen Schritt nach vorne" gemacht habe. Für U21-Nationalcoach Stefan Kuntz ist der zurückhaltende, aber dennoch wuchtige Spieler ein "natürlicher Anführer".

Nach dem Aus von Jerome Boateng und Mats Hummels war seine Berufung keine große Überraschung. Stark durchlief fast alle deutschen U-Auswahlteams und verfügt bereits über große Erfahrung im Profibereich. Hätte Stark keine Karriere im Fußball hingelegt, würde er wahrscheinlich in einer Werkstatt Autos reparieren. "Ich wollte immer schon was mit Autos machen", sagte er: "Das ist so eine Familiensache. Mein Onkel hat ein Autohaus, mein Vater arbeitet in einem Autohaus, mein Opa hat in einem Autohaus gearbeitet."

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Gleiches gilt für Klostermann und Niklas Stark - imago/Jan Huebner

Lukas Klostermann (22 / RB Leipzig / defensive Außenbahn)

Das Deutschland-Trikot zu tragen, ist für Lukas Klostermann kein ungewohntes Gefühl. Sechs Mal streifte er das DFB-Dress bei Olympia 2016 über - und trug am Ende eine Silbermedaille um den Hals. Mit zweieinhalb Jahren Verspätung ist auch Joachim Löw auf den variablen Defensivmann aufmerksam geworden.

Schon früh war klar, dass der es zum Profisportler bringen kann. Nur an Fußball wurde spät gedacht. Der für einen Außenspieler ungewöhnliche große Klostermann (1,89 Meter) bestach als Jugendlicher als Leichtathlet. Auf 50 Meter machte der Junge aus dem nordrhein-westfälischen Herdecke seine Altersgenossen nass. "Es war schwer, die Eltern vom Fußball zu überzeugen", hat sein Entdecker Werner Sierakowski einmal gesagt.

Seit Frühjahr 2015 - da war Klostermann 18 - ist er Stammspieler in Leipzig. Ralf Rangnick schätzt den früheren Bochumer neben seiner Schnelligkeit vor allem wegen der Flexibilität. Fällt Kompagnon Marcel Halstenberg auf der linken Seite aus, rückt der angestammte Rechtsverteidiger Klostermann einfach rüber.

Richtig gebremst wurde Klostermann erst einmal. 2016 erlitt er einen Kreuzbandriss. Die Saison war vorbei, bevor sie richtig angefangen hatte, der Traum von der Nationalmannschaft geplatzt. Doch Klostermann gab nicht auf. "Das war mein letzter Kreuzbandriss", sagte er. Und fügte an, er hoffe, er "kann es nachholen, einer möglichen künftigen Einladung zu folgen." Das kann er nun.

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