Freiburg - Schalkes Manager Horst Heldt war "wahnsinnig froh". Der 2:0-Auswärtssieg beim SC Freiburg sicherte dem FC Schalke 04 schon vor dem letzten Spieltag Rang 4, der zur Qualifikationsrunde für die Champions-League berechtigt.

Noch ein Punkt gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg im letzten Saisonspiel am kommenden Wochenende würde Rang 3 und damit die Direktqualifikation für die Champions-League sichern. Heldt sagt: "Jetzt haben wir es in der eigenen Hand, auch noch das letzte Etappenziel zu erreichen." (Bleibt Schalke vor Leverkusen?)

Keller setzt auf Usain Bolt

Wie schon im letzten Jahr erwies sich Freiburg als gutes Pflaster für die Schalker, im letzten Spiel der vergangenen Runde sicherten sie sich durch einen Sieg im Breisgau die Champions-League-Teilnahme. Und wie im letzten Jahr zeigte Schalkes Trainer Jens Keller vor dem Spiel ein Video von Sprinter Usain Bolt, um seine Mannschaft zu motivieren.

"Der Film passt zu unserer Situation, weil uns in den letzten beiden Spielen die Leichtigkeit gefehlt hat. Der Film hat ja wieder funktioniert", freute sich Keller. Nach den zwei Niederlagen in Serie zuvor gelang es der Schalker Mannschaft, sich zum richtigen Zeitpunkt wieder zu konzentrieren. Nach Toren von Kaan Ayhan (13.) und Klaas-Jan Huntelaar (65.) verließen die Westdeutschen nach einer ansprechenden Leistung den Platz verdient als Sieger.

Huntelaar: "Da wird man etwas verrückt im Kopf"

Und dennoch: Trotz der großen Erleichterung gab es auch Grund zum Ärger für Schalkes Trainer Keller. Huntelaar holte sich die fünfte Gelbe Karte ab, als er nach seinem Tor beim Torjubel auf den Zaun vor der Schalker Fankurve sprang. Huntelaar wird den Schalker also im letzten Spiel ebenso fehlen wie Innenverteidiger Felipe Santana, der sich durch mehrere unnötige Fouls die Gelb-Rote Karte abgeholt hatte. "Ich ärgere mich über beide", tadelte Keller: "Wenn ein 30-jähriger Weltklassestürmer auf den Zaun springt, kann man sich als Trainer schon ärgern."

Huntelaar meinte, ein bisschen feiern könne man doch: "Beim Torjubel wird man halt etwas verrückt im Kopf", meinte er zu seiner Entschuldigung. Manager Horst Heldt wollte nicht zu kritisch sein, er sagte: "Dass es so gekommen ist, ist nicht gut, aber es ist auch menschlich." Trotz seines Fehlens im entscheidenden Spiel gegen Nürnberg glaubt Huntelaar: "Zuhause in unserem Stadion müssen wir es einfach schaffen."

Kirchhoff feiert Debüt

Dennoch schmerzt das Fehlen des routinierten Stürmers aus den Niederlanden. Die verletzungsgebeutelten Schalker hatten in Freiburg am Ende zwei Spieler in der Verteidigung auf dem Platz, die zuletzt monatelang gefehlt hatten: Jan Kirchhoff und Marco Höger, die ihre Sache aber gut machten.

Kirchhoff machte gar erst sein erstes Spiel für die Gelsenkirchener nach seinem Wechsel aus München im Winter, Höger kam nach sechseinhalb Monaten Pause nach einem Kreuzbandriss erstmals wieder zum Einsatz. Der Mittelfeldspieler musste nach erst zwei Wochen im Mannschaftstrainer wieder ran, weil Torschütze Ayhan in der Pause mit einer leichten Gehirnerschütterung raus musste.

Högers "Verletzungsbart" muss ab

Keller lobte Ayhan, der noch nie zuvor linker Verteidiger gespielt habe und seinen linken Fuß normal nur dazu benutze, nicht umzufallen. Höger verteidigte dann rechts, Hoogland ging auf die linke Seite. Höger kündigte nun an, seinen so genannten "Verletzungsbart" abzurasieren.

Trotz der vielen Verletzten und Gesperrten ist Keller zuversichtlich vor dem Saisonfinale, nur eines der letzten elf Heimspiele habe sein Team verloren, neun gewonnen und eines unentschieden gespielt. "Wir gehen zuhause nicht auf einen Punkt", versprach Keller: "Wir wollen unser Spiel gewinnen."

Aus Freiburg berichtet Tobias Schächter