Der Deutsche Meister rüstet sich für die neue Saison. Einerseits mussten die Liga-Konkurrenten mit Schrecken feststellen, dass der Top-Sturm Edin Dzeko und Grafite gehalten werden konnten. Zum anderen setzen die "Wölfe" mit der Verpflichtung von Obafemi Martins ein offensives Ausrufezeichen.

Er ist 1, 70 Meter groß, wiegt 70 Kilo, bekleidet die Position des Stürmers und kommt nun in die Bundesliga. Das sind die Fakten zu Obafemi Martins. Was die Fans hierzulande an diesem Spieler allerdings - fernab aller Fakten - verzücken wird, ist seine Schnelligkeit.

Ästhet und Kraftpaket

Vergleiche mit Deutschlands Nationalspieler David Odonkor sind durchaus legitim, denn auch der Spieler aus Nigeria ist wendig, dynamisch und robust. Wäre er kein Fußballprofi geworden, hätte Martins wahrscheinlich eine erfolgreiche Karriere als Kunstturner gemacht. Nach jedem Torerfolg legt der Stürmer eine Serie von Salti hin, die stets mit der Höchstnote "10" bewertet werden müssten.

Ein wahrer Ästhet beim Torjubel, ein Kraftpaket auf dem Rasen. Allein der Umfang seiner Oberschenkel lässt jeden Eisschnellläufer vor Neid erblassen. Und er ist schnell. Sehr schnell. bundesliga.de stellt den international erfahrenen Angreifer vor.

"Eine große Herausforderung"

"Die Bundesliga ist eine der stärksten Ligen der Welt, ich bin glücklich, für den Deutschen Meister spielen zu dürfen. Das ist eine große Herausforderung", schwärmt Martins. Eine deutliche Aussage über die heimische Liga. Aber wer in Italien und England auf höchstem Niveau gespielt hat, kann solche Einschätzungen ohne weiteres tätigen.

Seine Erfahrung spricht für den nigerianischen Stürmer, der bereits im Jahr 2000 als 16-Jähriger zum AC Reggiana in die Serie C nach Italien kam. Seine Profikarriere begann Martins - der auch einen italienischen Pass besitzt - bei seinem nigerianischen Heimatverein FC Ebedei.

Vier Jahre bei Inter Mailand

Obwohl erst 24 Jahre alt, hat Martins bereits vier Spielzeiten und 89 Einsätze bei Inter Mailand hinter sich, von gewieften Taktikern wie Héctor Cúper, Alberto Zaccheroni und Roberto Mancini geschult. 2006 holte Martins mit den Lombarden den Scudetto, die italienische Meisterschaft. In der darauffolgenden Spielzeit wechselte er zu Newcastle United in die englische Premier League, wo er gleich in die Fußstapfen einer englischen Legende treten sollte.

Seine neue Trikotnummer, die "9", trug Newcastle-Stürmer Alan Shearer davor zehn Jahre lang und erzielte in dieser Zeit 206 (!) Tore. Martins brachte es beim Verein aus der Industriestadt auf 88 Spiele und immerhin 28 Tore. Dabei kam ihm seine enorme Schnelligkeit, gepaart mit seiner körperlichen Robustheit zu gute.

"Der Typ Spieler, den wir gesucht haben"

Die großen Erfolge blieben dem Nationalspieler Nigerias auf der Insel allerdings verwehrt. Meist wurden Tabellenplätze im hinteren Mittelfeld der Liga erreicht. Vergangene Saison kam es sogar zum Abstieg in die zweite englische Liga.

Nach Italien und England wechselt Martins erneut in eine europäische Top-Liga. Wolfsburgs Trainer Armin Veh freut sich jetzt schon auf den 21-maligen Nationalspieler Nigerias: "Das ist genau der Typ Spieler, den wir in Ergänzung zu Grafite und Edin Dzeko gesucht haben. Er ist nicht nur schnell, sondern hat auch bewiesen, dass er torgefährlich ist."

In der Offensive variabel einsetzbar

Da Martins variabel einsetzbar ist, hat Veh in der Offensive eine Vielzahl an Möglichkeiten: "Da er auch auf der Außenposition eingesetzt werden kann, haben wir nunmehr die Möglichkeit, mit zwei oder drei Spitzen anzugreifen. Für sein noch jugendliches Alter hat er in Italien und England schon viel Erfahrung gesammelt und er kennt auch die Champions League."

Und genau dort wird Obafemi Martins dieses Jahr mit dem VfL Wolfsburg auflaufen. Zählt man noch die Spiele der Bundesliga und des DFB-Pokal hinzu, sind das viele Gelegenheiten für Martins, den einen oder anderen Salto nach einem Tor zu vollführen. Wie viele Tore es sein werden, wird sich noch zeigen. Die Haltungsnote beim Torjubel steht jetzt schon fest.

Barnabas Szöcs



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