Orlando Engelaars Freude über sein erstes Tor im Trikot von Schalke 04 währte nur kurz. "Schade, dass ich nicht dabei sein kann", sagte der Niederländer nach dem 1:1 (0:0) der "Königsblauen" im UEFA-Cup bei Racing Santander und hatte wie alle anderen Schalker nur noch das Bundesliga-Topspiel am Sonntag gegen Bayern München im Sinn.

Der Neuzugang muss wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel bei Energie Cottbus gegen den Rekordmeister zuschauen - ausgerechnet nach seiner bislang besten Leistung für den neuen Arbeitgeber und dem ersten eindrucksvollen Nachweis seiner Klasse.

"Er hat in den letzten zwei, drei Wochen eine gute Entwicklung genommen. Schade, dass er gegen die Bayern fehlt", sagte auch Manager Andreas Müller.

Seit acht Pflichtspielen ohne Pleite

Nachhaltigen Einfluss auf das momentan riesige Schalker Selbstvertrauen nimmt die Sperre Engelaars aber ebenso wenig wie der schmeichelhafte Punktgewinn beim Tabellen-15. der Primera Division. "Am Sonntag ist ein Topspiel, vor dem ich sicher keine Angst habe. Ich werde ruhig schlafen können und nicht denken: Oh, jetzt spielen wir gegen die Bayern", sagte Trainer Fred Rutten, dessen Team seit acht Pflichtspielen ungeschlagen ist.

Ganz abhaken wollte Engelaars Landsmann die Dienstreise nach Spanien aber noch nicht: "Wir haben Santander stark gemacht. Wir haben sie glauben lassen, dass sie gegen uns gewinnen können. Das dürfen wir gegen Bayern nicht zulassen."

Unkonzentriertes Spiel in Hälfte eins

In der Tat könnten die Schalker mit einer ähnlichen Leistung wie im Campos de Sport de El Sardinero gegen die Bayern ihr blaues Wunder erleben. Vor allem in der ersten Halbzeit bewahrte nur Torwart Manuel Neuer die Gäste mit einer starken Leistung vor einer Bestrafung für ungenaues, unkonzentriertes und uninspiriertes Spiel.

Danach fing sich Schalke und zeigte nach dem Gegentor durch Mohamed Tchite (59.) eine "gute Reaktion" (Rutten). Engelaar konterte nur fünf Minuten später mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze.

Kuranyi: "Habe noch nie vor Bayern gezittert"

Der Ausgleich bewahrte dem Spitzenreiter der Gruppe A mit vier Punkten aus zwei Spielen eine hervorragende Ausgangsposition auf dem Weg in die K.o.-Runde. Diese könnte in drei Wochen mit einem Sieg im Heimspiel gegen Manchester City vorzeitig erreicht werden.

Doch momentan zählt nur das Bayern-Spiel. "Wir sind topmotiviert und wollen den Fans zu Hause ein gutes Spiel liefern und die Punkte einfahren. Alles andere darf uns als Mannschaft nicht interessieren", sagte der ehemalige Nationalstürmer Kevin Kuranyi und fügte forsch hinzu: "Ich habe noch nie vor Bayern gezittert."