Köln - In Österreich wurde er gefeiert, bejubelt und zum Spieler der Saison gewählt. Immerhin hatte Naby Keita RB Salzburg zwei Mal in Folge zum Double aus Meisterschaft und Pokaltriumph geführt. Nun soll der 21-Jährige Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig zu großen Triumphen führen.

Seine Philosophie verfolgt Ralf Rangnick schon seit langem: junge Talente mit großem Potenzial verpflichten und dann zu herausragenden Fußballern zu machen. Mit Keita hat der Sportdirektor von RB Leipzig jetzt wieder so einen Spieler dieser Kategorie gefunden. Dabei hat der junge Mann aus Guinea trotz seiner 21 Jahre schon reichlich Erfahrung und auch einige Erfolge gesammelt.

Zwei Mal das Double gewonnen

"Naby Keita hat in der abgelaufenen Spielzeit mit seinen Leistungen maßgeblich zum erneuten Double-Erfolg von Red Bull Salzburg beigetragen und war dort ein absoluter Schlüsselspieler", sagt Rangnick über den schlanken Mittelfeldmann. 81 Pflichtspiele hat Keita in den vergangenen beiden Jahren für Salzburg in der österreichischen Bundesliga, dem ÖFB-Cup und im Europacup bestritten, dabei stolze 20 Tore erzielt. Zwei Mal wurde Red Bull mit ihm Meister in der Alpenrepublik, zwei Mal holten sie den Pokal. Und 2014/15 zogen die Mozartstädter immerhin in die K.o.-Runde der Europa League ein.

Keita hatte an diesen Erfolgen maßgeblichen Anteil, kam in der abgelaufenen Saison auf zwölf Tore und acht Assists allein in der Bundesliga. In Salzburg war der 17-fache Nationalspieler Guineas, der 2014 vom französischen Zweitligisten Istres zu Red Bull gewechselt war, der Chef auf dem Platz, zog die Fäden im Spiel des Meisters. Ein gutes Passspiel, tolles Auge und Zug zum Tor zeichnen Keita aus und machten ihn auch für zahlreiche europäische Top-Clubs interessant.

"Ich will Afrikas bester Fußballer werden"

Den Zuschlag bekamen aber die Sachsen. "Wir freuen uns sehr, dass sich Naby für uns entschieden hat und hier in Leipzig die nächsten Entwicklungsschritte zurücklegen möchte", sagt Rangnick über den neuen Spielmacher. "Er passt mit seiner Dynamik, seinen herausragenden technischen und taktischen Fähigkeiten sowie seinem Charakter ideal zu uns und unserer jungen Mannschaft." Dabei ist Keita nach Massimo Bruno, Peter Gulacsi, Stefan Ilsanker, Nils Quaschner, Marcel Sabitzer und Benno Schmitz schon der siebte Spieler, der den Weg aus Salzburg zum Schwesterclub in Deutschland gefunden hat.

Dass Keita über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügt, bewies er in einem Interview des Salzburger Stadionmagazins. Auf die Frage nach seinen Wünschen antwortete er: "Ich wünsche mir Gesundheit, dass ich der beste afrikanische Fußballer der Welt werde und dass ich mal für Barcelona spiele." Nicht gerade kleine Ziele, die sich der flexibel einsetzbare Mittelfeldspieler da setzt. In Leipzig wird man ihm Zeit geben, sich weiter zu entwickeln und noch besser zu werden. Aber natürlich würden sich die Sachsen auch freuen, wenn er den großen Worten schon bald Taten folgen lassen würde.

Tobias Schild