Köln - Aus einem Armutsviertel Guineas in die Beletage des deutschen Fußballs: Naby Keita hat in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg genommen. Der 22 Jahre alte Mittelfeldmotor von RB Leipzig zählt zu den großen Entdeckungen der laufenden Bundesliga-Saison und hat entscheidenden Anteil am Höhenflug der Sachsen bis auf Platz zwei.

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Vielleicht gerade wegen seiner Herkunft aus den Armenvierteln Guineas ist Keita enorm ehrgeizig. "Ich will der beste Spieler der Welt werden", sagte der Aufsteiger unlängst der Sport-Bild. Sein großes Idol ist der spanische Welt- und Europameister Andres Iniesta - wie Keita stets auf der Suche nach den Räumen auf dem Spielfeld.

In Guinea erlernte der junge Naby auf den Straßen seiner Geburtsstadt Conakry das Kicken. Die Reifen der parkenden Autos dienten in der Hauptstadt als Torpfosten, der Ball war eine Plastik-Murmel. "Immer wieder sind Autos über den Schotter gebrettert, und wir mussten dann schnell sein", erinnert sich der ehemalige Straßenfußballer.

Herausragende technische und taktische Fähigkeiten

Von seiner westafrikanischen Heimat ging es im Jahr 2013 zum FC Istres in die zweite französische Liga. 2014 folgte der Wechsel zu Red Bull Salzburg, wo der Wirbelwind zur Spielerpersönlichkeit reifte und zweimal Meister wurde. Zu Beginn dieser Saison sicherte sich Leipzig die Künste des nur 1,72 Meter kleinen Vollblutkickers.

"Er passt mit seiner Dynamik, seinen herausragenden technischen und taktischen Fähigkeiten sowie seinem Charakter ideal zu uns und unserer jungen Mannschaft", sagt RB-Sportdirektor Ralf Rangnick über den Durchstarter. Mit vier Toren erfüllte der Mittelfeldmotor in der laufenden Saison bislang alle Erwartungen. Doch er will mehr.

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"Ich will mich jeden Tag ein Stück verbessern"

"Es ist in Ordnung, aber ich weiß, dass ich es noch viel besser kann, und ich will es auch noch besser machen. Ich werde weiter hart an mir arbeiten, um mich weiter zu steigern. Ich bin ein Typ, der mit sich nie ganz zufrieden ist und der sich ständig weiterentwickeln will. Für mich kommt es nie infrage mich auszuruhen und die Füße hochzulegen. Ich will mich jeden Tag ein Stück verbessern", sagte er im Interview mit bundesliga.de.

Längst auch haben europäische Top-Klubs Notiz von den außergewöhnlichen Fähigkeiten genommen. Der FC Liverpool, der FC Arsenal, der FC Everton, Paris Saint-Germain und Borussia Dortmund sollen bereits Interesse zeigen. Kein Wunder, dass Ralf Rangnick den bis Sommer 2020 laufenden Vertrag erlängern will. "Wir sind bereits in Gesprächen und können uns vorstellen, den Vertrag noch mal vorzeitig anzupassen und zu verlängern", sagt Rangnick.

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"Wie er sich bewegt, das ist wie Musik"

Gemeinsam mit Forsberg bildet Keita das kreative Zentrum von RB. Als zupackender Sechser stresst der Youngster den Gegner mit seinem aggressiven Pressing und legt im Vorwärtsgang mit dem Ball am Fuß ein Tempo vor, bei dem Gegenspielern oft schwindelig wird. Dazu sieht alles elegant und geschmeidig aus. 

"Keita ist überragend", sagte Ex-Profi Hans Sarpei bei seinem Besuch in Leipzig zum Spiel gegen den 1. FC Köln (3:1) und ergänzte: "Wie er sich bewegt, das ist wie Musik."