Zusammenfassung

  • Das Saisonziel von Dortmund ist sechs Spieltage vor Ende klar: die Champions League.

  • Marco Reus macht Mut, dass die schwarz-gelbe Zukunft gut aussieht.

  • Die Tabelle spricht für die Westfalen.

Dortmund - Nach dem 0:6 beim FC Bayern hingen die Köpfe der Spieler von Borussia Dortmund; klar, das hatte sich der BVB anders vorgestellt. Nach dem Achtelfinal-Aus in der Europa League Mitte März und dem Pokal-Ausscheiden in gleicher Runde kurz vor Jahreswechsel war die Niederlage im Klassiker der dritte Rückschlag nach Schluss der Hinrunde. Es war in diesem Zeitraum aber auch erst die dritte Pleite - und neben Tabellenplatz drei sorgt vor allem Rückkehrer Marco Reus für Hoffnung.

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Gegen Stuttgart soll Reus wieder zum Team gehören, nachdem er die letzten beiden Spiele verpasste. Der Offensivmann ist der personifizierte Mutmacher für Schwarz-Gelb, glänzte er nach seinem Comeback in fünf Bundesliga-Partien doch gleich mit drei Toren; in der Europa League steuerte er in vier Einsätzen zudem eine Vorlage bei. Nach dem Kreuzbandanriss, der ihn seit Beginn der Spielzeit bis Februar außer Kraft gesetzt hatte, benötigte Reus nicht viel Anlaufzeit.

"Der Mann für die wichtigen Momente"

"Marco macht jede Mannschaft besser", sagte Sportdirektor Michael Zorc, als Dortmund die Vertragsverlängerung mit seinem Leistungsträger Anfang März bekanntgab. Auf dem Platz ist das sichtbar: Spielt Reus, spielen auch seine Kollegen meist besser, lassen sich von der Führungspersönlichkeit mitreißen. Das weiß auch Zorc: "Er ist der Mann für die wichtigen Momente und vor allem die wichtigen Tore. Er ist der Eckpfeiler unserer Offensive und darüber hinaus ein prägendes Gesicht unseres Vereins."

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Die Worte des BVB-Verantwortlichen unterstreicht die Statistik: In 130 Bundesliga-Duellen für die Borussia markierte Reus 59 Treffer, lieferte zudem 38 Assists. In der Champions League erzielte er in 30 Vergleichen 16 Tore und bereitete 13 vor, im DFB-Pokal traf er in 19 Spielen sechsmal und legte siebenmal zum Torerfolg auf.

Ziel Champions League - vor Schalke?

Die Richtung ist klar - und Marco Reus zeigt den Weg © imago

Reus soll die Mannschaft von Trainer Peter Stöger anführen - und den Club in die Champions League führen. Tabellarisch stehen die Westfalen dafür gut da, mit 48 Punkten belegen sie Platz drei; vier Zähler hinter Schalke, einen vor Leipzig und zwei vor Leverkusen und Frankfurt. Sicher wollen die Dortmunder Ruhrrivale S04 am liebsten noch überholen, den Saisonabschluss würde das bestimmt in ein wesentliches besseres Licht rücken. Die Möglichkeit, ein Ausrufezeichen zu setzen, haben die Stöger-Mannen bereits am 30. Spieltag: Dann geht es nach Gelsenkirchen, im Ruhrderby könnte der BVB im Kampf um Rang zwei bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Neben Reus sollte bereits am kommenden Wochenende Ömer Toprak wieder eine Rolle spielen, Andrey Yarmolenko steht ebenfalls vor einer zeitnahen Rückkehr in den Kader. Bei Shinji Kagawa rückt das Comeback - zumindest ins Training - näher, das Derby dürfte allerdings zu früh für den kreativen Zentralen kommen.

Teamgeist dank Reus

Zweimal trägt Marco Reus in dieser Saison bislang die Kapitänsbinde © imago

Umso besser, dass Reus wieder mit von der Partie ist. "Alle wissen, dass es am Sonntag ein sehr wichtiges Spiel ist", erklärte auch Stöger auf der Pressekonferenz zum Duell mit dem VfB. Was Hoffnung macht? "Die Gruppierung rückt enger zusammen, das ist mein Empfinden."

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Sicher hat Reus daran seinen Anteil. Kaum ein anderer Akteur steht so sehr für das BVB-Gefühl wie der 28-Jährige - auch in Zeiten, in denen nicht alles so läuft wie geplant. Das zeigte er, als er sein Arbeitspapier ausweitete. "Seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, in Schwarz und Gelb aufzulaufen. Aus tiefster Überzeugung möchte ich mit dieser Unterschrift ein klares Zeichen für die Zukunft setzen", sagte er damals. Ein Zeichen setzen könnte Marco Reus auch gegen Stuttgart und Schalke.

Felix Tschon