Stuttgart - Die 1:6-Niederlage aus dem Hinspiel ist den meisten Stuttgartern noch in schlechter Erinnerung. Dennoch versucht VfB-Trainer Bruno Labbadia seiner Mannschaft vor dem 92. Südderby gegen den Tabellenführer (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) Mut zu machen. Immerhin wird die Mercedes-Benz Arena erstmals seit ihrem Umbau ausverkauft sein.

"Wir müssen da mit Respekt rangehen, aber wir dürfen keine Angst haben", sagt Labbadia, der zwischen 1991 und 1994 selbst für Bayern stürmte. Trotz der der "Mammut-Aufgabe" glaubt Labbadia an die Chance seines Teams: "Wenn wir extrem eng, kompakt und geschlossen auftreten, dann ist auch gegen den FC Bayern etwas möglich."

Lopes und Macheda erstmals dabei?



Der Rückrundenauftakt der beiden Clubs verlief gegensätzlich: Während Stuttgart 0:2 beim VfL Wolfsburg verlor, besiegte der Spitzenreiter die SpVgg Greuther Fürth mit dem gleichen Ergebnis. Gegen die Bayern erhofft sich Labbadia eine konzentriertere und weniger fehlerhafte Leistung seiner Elf. Jeder Spieler müsse funktionieren, ein "absolutes Top-Level" sei notwendig, denn Bayern verfüge über eine "Wahnsinns-Qualität". Die Zuschauer - ausgenommen der erwarteten 6.000 Gäste-Fans - sollen dabei helfen: "Ich hoffe, dass uns die 54.000 anderen ordentlich nach vorne peitschen werden."

Ob die in dieser Woche verpflichteten Felipe Lopes und Federico Macheda bereits zum Kader gehören werden, ließ Stuttgarts Trainer offen. Linksverteidiger Arthur Boka ist wegen seiner Berufung für die Elfenbeinküste zum Afrika-Cup nicht verfügbar, außerdem fallen Gotoku Sakai und Cacau verletzt aus.

Heynckes setzt auf Beständigkeit



Demgegenüber kann Jupp Heynckes mit Ausnahme des Langzeitverletzten Holger Badstuber gegen Stuttgart auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Trotz des deutlichen Ergebnisses im Hinrundenduell erwartet der 67-Jährige "keinen Spaziergang. Das ist ein Klassiker, immer emotional aufgeladen", sagt der FCB-Trainer. Eine durchwachsene Leistung wie am vergangenen Wochenende gegen Fürth werde gegen den VfB nicht genügen: "Nachdem unser Start nicht glanzvoll war, müssen und werden wir uns steigern."

Mit vielen Veränderungen in der Startelf der Rekordmeisters ist nicht zu rechnen, wenngleich sich Arjen Robben zuletzt im Training aufdrängte. "Die Mannschaft muss sich einspielen", sagt Heynckes. Auch Mario Gomez oder Jerome Boateng, die zuletzt ebenfalls nur auf der Ersatzbank saßen, müssen sich wohl weiter gedulden.

"Niveau halten"



Beständigkeit soll Bayern nach zwei Jahren den ersten Titel bringen, und drei Punkte in Stuttgart sollen auf diesem Weg ein weiterer großer Schritt sein. "Wenn wir unser Niveau halten", meint Heynckes, "dann werden wir das große Ziel, die Meisterschaft, erreichen."



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