München - Gekämpft, gerannt, gut mitgehalten und trotzdem verloren. Nach dem Revierderby gegen den Rivalen Borussia Dortmund standen die Schalker wie schon in der Hinrunde mit leeren Händen da und mussten sich zu allem Überfluss noch die "schwarz-gelben" Jubeltänze in der Süd-Ost-Ecke der Veltins-Arena mit ansehen.

Einerseits ärgerlich, weil die "Knappen" dem BVB durch die in Sachen Meisterschaft mächtig auf die Sprünge halfen, andererseits weil der Vorsprung auf den Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach auf einen winzigen Punkt geschrumpft ist.

"Ein bitterer Nachmittag"



Christoph Metzelder sprach gegenüber bundesliga.de von "einem bitteren Nachmittag", der "deshalb doppelt schlimm war, weil wir auf Augenhöhe waren und in der zweiten Halbzeit die Möglichkeiten hatten, das Spiel vorzeitig zu entscheiden". Torjäger Klaas-Jan Huntelaar beispielsweise knallte eine perfekte Fuchs-Flanke von der linken Seite unters Stadiondach.

So sehr sich die "Knappen" auch grämten, schämen müssen sie sich für die gezeigte Leistung nicht, ganz im Gegenteil. "Ich muss den Jungs ein Kompliment machen. Wir haben mit dem letztjährigen und neuen Meister auf der gleichen Ebene gespielt", lobte Trainer Huub Stevens. Auch S04-Manager Horst Heldt konnte zwischen Borussia Dortmund und seinen "Königsblauen" keinen großen Unterschiede ausmachen: "Der Glücklichere hat gewonnen."

Fortuna alleine ist nicht schuld



Heldt spielt damit auch auf das Zustandekommen des entscheidenden 1:2 an. Eine Ecke von Ilkay Gündogan prallte von Metzelders Arm genau vor die Füße von Gästekapitän Sebastian Kehl, der den Ball aus wenigen Metern nur noch über die Linie drücken musste.

Auch wenn Fortuna den Schalkern an diesem Nachmittag nicht milde gestimmt war, Stevens wälzte nicht alles an der Glücksgöttin ab. Ein klein wenig Kritik setzte es doch. "Dass wir nicht belohnt wurden, haben wir uns selbst zu verdanken. Wir haben unsere Standards nicht so genutzt wie Dortmund. Sie sind da gieriger und zwingender gewesen", sagte der Niederländer.

Heldt schlug in dieselbe Kerbe: "Wir haben 13 Ecken, die haben fünf, und sie machen daraus zwei Tore." Der Manager attestierte den effektiven Dortmundern außerdem, "in der einen oder anderen Situation cleverer" gewesen zu sein.

"Fohlen"-Atem im Nacken



Fehlendes Glück und mangelnde Cleverness hin, schlechte Chancenverwertung her. Es hilft alles nichts. Drei Spieltage vor Saisonende ist der Kampf um den direkten Champions-League-Platz wieder völlig offen. Die Schalker spüren den Atem der "Fohlen" im Nacken, die nach dem 3:0 gegen den 1. FC Köln bis auf ein Pünktchen herangerückt sind.

Das, darüber sind sie sich auf Schalke einig, haben sie aber nicht gegen die Borussia verbockt, sondern in Nürnberg. "Da haben wir Big Points liegen lassen", war sich Heldt sicher. Grund zur Beunruhigung bestehe laut Stevens aber nicht. Auf die Frage, ob er sich vor den letzten drei Partien Sorgen mache, sagte der 58-Jährige: "Nach dem Spiel in Nürnberg ja, nach diesem Spiel nein."

Auch Metzelder glaubt, den knappen Vorsprung ins Ziel zu bringen, denn: "Wir haben über weite Strecken der Saison überzeugt!" In Augsburg, gegen Berlin und in Bremen haben die "Knappen" es selbst in der Hand.

David Schmidt