Mirko Slomka (M.) trainierte von Januar 2006 bis April 2008 den FC Schalke 04 und führte die "Knappen" damals in die Champions League
Mirko Slomka (M.) trainierte von Januar 2006 bis April 2008 den FC Schalke 04 und führte die "Knappen" damals in die Champions League
Bundesliga

"Muss bei einigen Spielern die Handbremse lösen"

Nach der Trennung von Trainer Andreas Bergmann soll Mirko Slomka Hannover 96 nun aus der Abstiegszone führen. Im Interview steht der 42-Jährige an seinem ersten Arbeitstag bei den "Roten" Rede und Antwort.

Frage: Herr Slomka, Sie übernehmen Hannover 96 auf dem Relegationsplatz. Wie gehen Sie das Projekt "Klassenerhalt" an?

Mirko Slomka: Wir müssen dem Druck im Abstiegskampf standhalten. Schließlich haben wir nicht viel Zeit. Wir werden am Samstag in Mainz eine Mannschaft auf den Platz schicken, die mit Herz und Leidenschaft versucht, zu gewinnen. Man muss bei einigen unserer Spieler die Handbremse lösen. Momentan ist eine gewisse Verunsicherung da.

Frage: In Hannover warten schwierige Umstände auf Sie. Neben der Negativserie von zuletzt sieben Spielen ohne Sieg in Folge könnte in den Köpfen der Spieler auch der Tod von Torhüter Robert Enke noch eine Rolle spielen. Wie gehen Sie damit um?

Slomka: Ich kann nicht Trainer und gleichzeitig Seelsorger sein. Meine Aufgabe ist es, die Mannschaft leistungsmäßig auf die Spiele vorzubereiten. Ich gehe davon aus, dass die Spieler diese Gedanken verdrängen können, wenn sie auf den Platz gehen. Mein erster Eindruck ist da positiv.

Frage: Nach Ihren Engagements als Jugend- und Co-Trainer sind Sie das dritte Mal bei Hannover 96 tätig. Ist der Job auch eine Herzensangelegenheit für Sie?

Slomka: Es gibt für mich eine besondere Verbundenheit zu Stadt und Verein. Ich lebe hier und mein Herz hängt an der Stadt. Diese Mannschaft ist weiter die Nummer eins in Hannover. Dass muss sie bleiben. Dafür stehe ich gerade.

Frage: Werden Sie das Team noch auf dem Transfermarkt verstärken?

Slomka: Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft die nötige Qualität hat. Wenn ich feststelle, dass es noch Bedarf geben sollte, werden wir darüber diskutieren.