Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg will die unglückliche Niederlage gegen Mönchengladbach abhaken und sich im Pokal an Offenbach schadlos halten.

Dieter Hecking fand, dass es zu einfach wäre, die Schuld an der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach auf externe Faktoren zu schieben.

Hecking blickt nach vorne

"Wir haben eine ganze Halbzeit gebraucht, um das Spiel der Gladbacher anzunehmen. Darüber sollten wir uns Gedanken machen, nicht über den Schiedsrichter." Umso dringlicher gelte es nach vorne zu schauen, weil schon am Mittwoch ein Gegner auf die Franken warte, der mit einer ähnlichen taktischen Ausrichtung auftreten werde wie die Gladbacher: "Kickers Offenbach wird auch sehr tief stehen und uns kommen lassen."

Dann, so Hecking, sollte der FCN allerdings die Mittel finden, die er am Samstag zumindest im ersten Durchgang vermissen ließ. Zu verlockend ist schließlich das Ziel, im Viertelfinale auf Schalke anzutreten. "Mund abwischen und im Pokal die nächste Runde überstehen", so müsse das Motto für den Wochenanfang lauten, forderte Hecking.

"Es ist sehr bitter"

Ins gleiche Horn stieß Mehmet Ekici. Der Deutsch-Türke war einer der besten Nürnberger auf dem Platz, wenngleich das verletzungsbedingte Fehlen seines kongenialen Partners Ilkay Gündogan dem Nürnberger Kreativspiel anzumerken war. "Es ist sehr bitter, dass wir verloren haben, wir haben sehr gut gekämpft. Jetzt müssen wir aber schnell vorne schauen, in Offenbach wollen wir gewinnen."

Ein bisschen wehmütig waren sie allerdings schon, die Nürnberger Spieler. Torwart Raphael Schäfer grämte sich, dass man "die gute Vorbereitung leider nicht vergoldet" habe. Youngster Markus Mendler nahm sich schnell vor, nach vorne zu schauen: "Schade, dass es nicht geklappt hat heute. Es wäre toll gewesen, wenn ich das Tor gemacht hätte. Aber es hat nicht sollen sein, der Ball wollte einfach nicht rein. Aber wir haben alles probiert."

Wiedersehen mit Wolf

Das wollen sie in Offenbach auch tun. Dort arbeitet mit Wolfgang Wolf ein Trainer, der der Vor-Vor-Vor-Vorgänger von Hecking in Nürnberg war. Wolf hat Spuren in Nürnberg hinterlassen - nicht nur, weil Bruder Arno dort immer noch als Scout tätig ist. Wolfgang Wolf gilt vielmehr als der Entdecker von "Club"-Größen wie Robert Vittek, Javier Pinola oder Marek Mintal. Letzterer ist in Nürnberg seit vergangenem Samstag tatsächlich ein "Phantom."

Als der "Club" am Samstag so unglücklich verlor, saß der Slowake in einem Flieger, der ihn nach Philadelphia brachte. In drei Jahren, wenn er aus der Major Soccer League zurückkomt, soll Mintal beim "Club" eine Karriere als Jugendtrainer beginnen. Vergessen werden die "Club"-Fans ihren "Marek" bis dahin nicht.

50 von ihnen kamen zu dessen letztem Training. Bevor Mintal das letzte Mal als Spieler in die Nürnberger Kabine ging, pochte er ein paar Mal auf das Vereinswappen am Eingang. Es soll übrigens ein paar konkurrierende Anfragen zu dem von der Ostküste gegeben haben. Ex-Trainer Wolf hätte seine Entdeckung zu gerne noch einmal trainiert.

Aus Nürnberg berichtet Christoph Ruf